Wenn wir abnehmen wird das Leben dadurch nicht automatisch leichter.

Aber trotzdem ändert sich etwas. Und das habe ich schon mal erlebt. Ich habe Ende 2013 angefangen, als bei mir zufällig Bluthochdruck festgestellt wurde. Das war für mich das letzte Zeichen, dass ich gesünder leben muss. Und mit diesem gesünderen Leben, habe ich ganz nebenbei 25kg verloren. Ich habe gar nicht das Gefühl gehabt, dass ich groß verzichte.

Das Traurige ist, dass ich, sobald ich den Betriebswirt in der Tasche hatte und mein Alltag nicht mehr hauptsächlich aus Arbeit, Schule und Lernen bestand, hat sich eben alles umgestellt. Und ich fing an zuzunehmen. Still und langsam. Alles noch okay, schließlich hatte der ganze Stress vorher zum Appetitverlust beigetragen. Aber mittlerweile sind 16kg wieder drauf und das ist einfach zu viel! Ich musste mir neue Klamotten kaufen, weil die schönen klitzekleinen Pullöverchen nicht mehr passen. Auch meine Fastenversuche, über die ich hier teilweise auch geschrieben hatte, waren weder toll noch besonders erfolgreich.

Das musste ich erstmal verarbeiten. Wofür hab ich denn so viel geändert, wenn jetzt alles Retour geht. Ich wollte nicht nur mal anprobieren, ich wollte das behalten! Und jetzt?! Ich habe lange gebraucht, um  mir selbst nicht leid zu tun. (Okay, ich gebe es zu: Ich tue mir unfassbar leid!) Mich hat ja niemand gezwungen viel zu essen und wenig Sport zu machen. Auch wenn die Umstände und die Psyche immer mitspielen, ich hab mich hängen lassen.

Gestern hat mich diese Erkenntnis beim Yoga so hart getroffen, dass ich während der Praxis weinen musste. Nicht nur weinen, ich hab geheult! Ich hab mich vor den anderen für meine Figur geschämt, für meine Schwäche und ich war sauer auf mich selbst, weil ich nicht mehr  mithalten konnte. Ich musste aus dem Raum, weil ich gar nicht mehr aufhören konnte zu weinen. Aber das war auch befreiend. Der Druck ist weg – ein Druck aus Vorwürfen, Selbstmitleid, Analyseversuchen, Reflexion, und übertriebenen Ansprüchen. Ich habe Rückschritte gemacht, ja, ganz ohne Zweifel und bin noch nicht in allen Bereichen dort, wo ich sein möchte. Aber ich hab schon viel geschafft und kein Weg geht stur geradeaus. Und falls doch, ist es selten ein schöner.

Ich habe gedacht, ich wäre komplett in alte Muster verfallen und müsste auch wieder mein altes trauriges Leben führen. Darüber habe ich gestern bitterlich geweint. Aber jetzt weiß ich, dass das Quatsch ist und das werde ich auch noch schriftlich festhalten! Denn ich bin weiter gekommen, ich hab schon so viel geändert und ich muss endlich anfangen das zu glauben und meiner Stärke zu trauen!

Das ist nicht das Ende! Und jetzt geht es auch wieder ans Gewicht. Aber so wie ich meine und ohne diese verrückten Trends (Vor allem ohne Detlef, Daniel, Sophia und wie sie alle heißen.) Ich bin auch so schon sexy, ganz egal, wie viel ich wiege. Das versteht Detlef nur leider nicht und deswegen mache ich meins!

 Jetzt bitte nicht falsch verstehen! Ich habe nichts gegen dicke, kräftige, curvy Frauen. Schönheit macht die Ausstrahlung aus, nicht das Gewicht! Und eine Kirmes im Gesicht gleicht meiner Meinung nach kein hübscher Körper aus. Tess Holiday z.B. ist großartig! Und Ashley Graham eine Bombe!
Aber ich fühle mich nicht wohl und vor allem zeigt mir mein Körper, was er davon hält!
Ich halte nicht alle mit 5kg mehr direkt für krank, aber mein Bluthochdruck war mit weniger Gewicht einfach besser. Und dazu kommt noch das psychische. Wenn  man zu viel wiegt, wird man von vielen Menschen schlicht ignoriert. Und ich war lange genug unsichtbar!
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2 Kommentare zu „Wenn wir abnehmen wird das Leben dadurch nicht automatisch leichter.

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  1. Das ist eine nagende Angst – zu glauben, es wird wieder wie vorher. Und es ist genau so eine nagende Angst, irgendwie für obsessiv gehalten zu werden, weil man sich unwohl fühlt oder so viel darüber nachdenkt. Und es ist eine nagende Angst, wirklich obsessiv zu werden. Da hilft nur: Lernen souverän zu sein. Indem man einfach macht. Und Schwäche zuzulassen. Von daher, so wie ich das sehe: Läuft bei dir. 🙂

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  2. Soll ich dir mal was sagen? Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich am Besten darauf antworten soll. Aber du hast es so perfekt zusammengefasst, dass es keiner weiteren Worte bedarf, abgesehen von:

    Vielen lieben Dank! 🙂

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