Heute Abend habe ich ein Date. Mit mir selbst. Genauer gesagt, mit meinem inneren Kind.

Meine Psychologin hat mir in unserem letzten Termin am Freitagbestätigt, dass ich einen großen kindlichen Anteil habe, der sich eben immer wieder durchsetzt. Selbst wenn mein Verstand die Lösung, den Weg weiß und die Situation genau richtig einschätzt und bewertet, ist da so oft ein Teil in mir, der verletzt ist, traurig, wütend und nicht verzeihen kann. Das ist das Kind in mir, dass die gleichen Sorgen hat, wie vor 30 Jahre, den gleichen Schmerz, den gleichen Ärger. Das traurig ist, sich  nicht angenommen, geschweige denn wahrgenommen fühlt. Und das macht mich für andere Menschen oft zu einem Minenfeld. Denn oft drücken sie bei mir (ich hoffe unbewusst!) bestimmte Knöpfe und alte Wunden brechen auf. Das kleine Kind ist wieder in der Situation und fühlt mal wieder den gleichen Schmerz, die gleiche Hilflosigkeit, die gleiche Wut. Aber jetzt springe ich ein! Und ich verteidige mein inneres Kind bis aufs Blut. Und dann wird aus einer daher gesagten Bemerkung manchmal ein unglaubliches Drama. Manchmal muss es gar keine Bemerkung sein, sondern ein Handeln oder Nicht-handeln. So wie man als Kind alles aufnimmt, wie ein Schwamm (zumindest war ich als Kind so), so gibt es jetzt natürlich entsprechende Fallstricke.

Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich einfach alles über mich ergehen lassen und habe still gelitten. Für mich ist diese protestieren schon ein Fortschritt, weil ich wenigstens für mich selbst einstehe. Aber so richtig glücklich macht es auch nicht.

Und deswegen soll ich mich um mein inneres Kind kümmern. Ist ja nicht so, als hätte ich das beim Reiki auch schon zum Thema gemacht, aber gut. Es geht vor allem um die Schritte: Aufmerksamkeit: Was ist überhaupt los? Wie geht es dir gerade? Achtsamkeit: Wie fühlt es sich an? Aufmerksamkeit schenken! Annehmen: Es ist wie es ist. Kein Bewerten, sondern eher Trost.

Mal schauen wie das so klappt. Ich soll mir am besten einen festen Termin dafür setzen (Früher hatte ich mal Jammer-Termine. Das war super. Ich musste direkt nicht mehr so viel heulen, weil ich ja wusste, dass ich meine festen Termine habe und da alles ungehemmt rauslassen darf.) Ich habe mir Dienstags 20:30 Uhr überlegt und damit war das Thema dann auch erstmal durch. Aber jetzt frage ich mich, was ich da machen soll? Schreibe ich was auf, male ich ein Bild, führe ich Selbstgespräche? Mach ich mir nen Tee und Kekse oder grübel ich einfach? Ich habe mich sogar gefragt, ob ich irgendwas bestimmtes Anziehen soll. Muss ich einen Bezug zu meiner Kindheit herstellen oder gehe ich eher nach dem, was jetzt ist?

So ein Date mit sich selbst macht mich ganz schön nervös.

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10 Kommentare zu „

Gib deinen ab

    1. Genau! Heisses Kakaochen mit Marshmallows….ein kuscheliges Plätzchen…geniessen und achtsam sein….das innere Kind einladen und ihm Aufmerksamkeit schenken…..reinspüren was es zu sagen hat….ohne zu bewerten…oder vielleicht hat es gar nichts zu sagen….dann könnte man es einfach in Gedanken in den Armen halten….ein wenig wiegen ( hin und her! nicht die Kilos 😉 )….und sein….einfach nur SEIN….

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          1. Mh… das musste ich mir erstmal durch den Kopf gehen lassen. Ich weiß auch gar nicht so richtig. Es ist immer noch seltsam. Vielleicht weil mein inneres Kind schon immer das Gefühl hatte, dass es zu wenig Beachtung findet und jetzt selbst verwirrt ist. Oder weil ich zu hohe Erwartungen habe und keinen wirklich Unterschied spüre. Du siehst, im Moment kann ich es noch nicht einordnen. Aber Dienstag Abend ist jetzt der feste Termin für mich.

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            1. Wobei ich persönlich finde das man, wenn man achtsam durch den Alltag geht, das innere Kind hauptsächlich dort „antrifft“….und anstatt es ( samt der damit verbundenen Gefühle ) zu verdrängen, weil man gerade im Dienst ist o.ä., sollte man kurz innehalten ( ohne das was man gerade sonst noch tut zu vernachlässigen 😉 ) und es liebevoll willkommen heissen….das braucht manchmal nur einen kurzen Moment….

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              1. Da gebe ich dir sogar Recht und ich glaube, dass es so am schönsten ist, aber um ehrlich zu sein, glaube ich, dass mir dieses Gespür dafür abhanden gekommen ist. Weil ich eben schon immer funktionieren wollte. Das macht mich gerade traurig, aber es ist leider so. Und das muss sich wieder entwickeln. Und letztendlich schließt das eine, das andere ja nicht aus 🙂

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