Projekt 52 Wochen (8)

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch Gertrud TrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847und Wili machen mit – zum Großteil auch viel länger als ich.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Diese Woche bin ich aber nicht besonders motiviert. Erst wollte ich gar kein Bild. Dann wollte ich meine Tomaten-Frischkäse-Tarte zeigen. Ich habe es aber mit meiner Tomatenliebe übertrieben und jetzt ist alles durchgematscht, sieht weder schön aus, noch schmeckt es besonders lecker.

Na ja, deswegen ein inkognito-Selfie. Ich bin sooo froh, wenn die Haare wieder lang sind. Ich wollte sie zwar unbedingt abschneiden, aber jetzt bereue ich es ein bisschen. Typische Frauensorgen eben.

Heute vor einem Jahr war Freitag der 13. und ich bin jemandem ins Auto gefahren, weil meine alte Dame es im strömenden Regen nicht so eilig mit dem Bremsen hatte wie ich. Meine alte Dame ist übrigens mein Auto, das letzten Monat volljährig geworden ist.

Ich weiß es ist eigentlich noch viel zu früh, für einen Jahresrückblick, aber in diesem Jahr ist viel nochmal in Frage gestellt worden und nicht alles mit der erhofften Bestätigung. Aber ich hoffe einfach, dass dies einfach ein Test war und ich genug daraus mitgenommen habe, um mich den Dingen weiter oder neu zu stellen mit realistischeren Erwartungen und dabei von den Erfahrungen zu profitieren. Ob es klappt, wird man sehen.

Worüber ich diese Woche viel nachdenken musste, war mal wieder das Thema vertrauen. Obwohl es mir schwer fällt mich wirklich und vollkommen auf jemanden einzulassen und mich anzuvertrauen, fällt es mir in anderen Bereichen erschreckend einfach daran zu glauben, dass die Dinge laufen werden und dass andere Leute das richtige tun werden. Leider falle ich damit immer wieder auf die Nase. Vor allem im beruflichen Umfeld. Ich mag es nicht zu glauben, dass ich es am besten im Griff habe und deswegen für alle anderen mitdenken muss und ich glaube, dass gerade Azubis mehr lernen, wenn man ihnen einen Vertrauensbonus gibt und sie erstmal machen lässt. Aber scheinbar komme ich damit gerade nicht weiter und das nervt mich. Irgendwie läuft es beruflich gerade nicht so und das frustriert mich. Ich will was machen, aber mein Chef möchte umstrukturieren und gibt mir keine neuen Projekte. Ich bin aber schon so in dem „Ich schlag die Zeit tot-Modus“, dass ich auch meine paar Aufgaben nicht vernünftig auf die Reihe kriege. Das erfüllt weder meine Ansprüche noch glaube ich, dass ich damit meine Chancen erhöhe, mehr und spannendere Aufgaben zu bekommen. Manchmal frage ich mich, ob es richtig war zu wechseln. Nicht weil ich glaube, dass ich das nicht schaffen kann, sondern weil es viel Kraft raubt, die ich gerne für mich selbst hätte. Ich bin einfach müde.

Und persönlich? Im Moment laufen mir Leute hinterher. Und ich bin ganz blockiert und weiß nicht, was ich will. Ich bin gut in Kontakte anschneiden und die Leute aus meinem Leben zu verbannen, aber ich habe keine Erfahrung darin trotzdem weiter zu machen. Und vor allem, was ich nie und in keinem Bereich kann: Vergangenes einfach Vergangenes sein lassen und damit zu Leben was gerade ist – so wie es eben ist. Der Verstand weiß schon lange, dass das nichts bringt, aber das Herz kann es nicht. Oder vielleicht ist das auch mein kindlicher Anteil, der nicht loslassen kann. Vielleicht muss ich das mal beim nächsten Date mit dem kleinen trienchen bearbeiten.

In dieser Woche fühle ich mich einfach…. spät entwickelt. Als würde ich hinterherhinken. Ich bin 33 Jahre alt, was mir sowieso niemand glaubt. Aber vielleicht auch, weil ich gar nicht so reif bin, wie diese Zahl vermuten lässt! Vielleicht ist es mehr als das Aussehen, sondern auch meine Unsicherheiten. Das jetzt-erst Freikämpfen von meinen Eltern. Rein Lebenslauftechnisch sind andere schon viel weiter und das ist noch der kleinste Unterschied. Manchmal fühle ich mich einfach abgehängt.

Also wie immer ziemlicher Kopfsalat. Aber ich war am Freitag mit zwei Herzmenschen essen und lange quatschen. Ich war Mittwoch endlich wieder beim Yoga und bei meinen Yogahasen fühle ich mich immer direkt gut aufgehoben. Ich fühle mich gut alleine in meiner Wohnung und freue mich, dass ich alleine machen kann und keiner mein Chaos beurteilt. Ich bin ja nun mal ein chaotischer Mensch. Und ich habe wieder ein neues Häkelprojekt. Ich freue mich. Es ist also nicht alles nur Jammern.

Und jetzt versuche ich nochmal mein Backtalent mit Kuchen. Ist ja schließlich Sonntag.

 

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6 Kommentare zu „Projekt 52 Wochen (8)

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  1. Frisurenwoche? Sehr schön. 🙂
    Aber mal davon unabhängig: Wie reif sollte man mit 33 sein? Ich bin vier Jahre jünger als du … Und fühle mich momentan sehr teenagerhaft nur mit mehr Eigenverantwortung von A wie Arbeit bis Z wie Zinsen auf den Bausparvertrag bekommen. Aber ich finde es okay. Man sollte sich wohlfühlen … Aber sich nicht an gesellschaftlichen Maßstäben messen, nur weil die Maßstäbe da sind.

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  2. Bei mir ist Frisurenwoche, seitdem ich das letzte Mal beim Friseur und gesagt hab: „Inge, schneid ab!“ Und nach drei Tagen kam der Gedanke, dass lang eigentlich doch besser war. Inge hat mal zu mir gesagt, mir würde so ziemlich jede Frisur stehen. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Aber das ist ein Thema für sich 😀

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  3. Und zum anderen: ich würde ja zu jedem Anderen, das gleiche sagen. Geh deinen Weg und mache auf keinen Fall irgendwas, nur weil man es eben so macht. Aber bei mir selbst? Es kommt hauptsächlich wirklich darüber, dass ich locker 10 Jahre jünger geschätzt werden und ich mich frage, woran das liegt. Andere sind mit 33 verheiratet oder schon geschieden, haben Kinder, stehen beruflich mehr oder weniger gut da. Es geht mir dabei gar nicht so, um die Sache an sich. Ich glaube, ich habe gerade gar keinen Platz für jemand anderen in meinem Leben, geschweige denn ein armes Kind! Aber ich gehe fest davon aus, dass all das eine gewisse Reife automatisch mit sich bringt. Während ich immer noch dabei bin, mich selbst zu finden und es dabei teilweise nicht schaffe, meine Aufmerksamkeit auf jemand anderen zu legen. Und dann werde ich sauer auf meine Eltern, dass sie mir schlechtere Startbedingungen mitgegeben haben-natürlich unbewusst und sie haben ihr bestes gegeben. Aber wahrscheinlich waren sie selbst eigentlich noch nicht reif genug. Darüber könnte ich noch 5 Blogbeiträge schreiben und wäre vermutlich immer noch nicht fertig.

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