Projekt 52 Wochen (9)

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch Gertrud TrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847und Wili machen mit – zum Großteil auch viel länger als ich.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Normalerweise mache ich meine Selfies mit dem Handy. Gestern war ich allerdings so schlau und habe mein Handy bei meinen Eltern liegen gelassen. Deswegen kommt mein Beitrag erst jetzt. Das Bild habe ich trotzdem mit dem Laptop gemacht. Das erklärt auch die bescheidene Qualität. Kommt mir aber gerade entgegen, da ich mich nicht so bombe fühle. Ich bin einfach unendlich müde und ausgelaugt. Mir reichen die Wochenenden gar nicht, um wieder frisch zu werden.

Meine Katze Emma sitzt neben mir und will gestreichelt werden. Also muss ich mich ein bisschen beeilen.

In dieser Woche hat sich nochmal bestätigt, dass ich mich von dem trennen darf oder sogar muss, was mir nicht gut tut. Und das vieles eine Frage der Perspektive ist. Leider weiß ich nicht mehr, auf welchem Blog das war, sonst würde ich gerne verlinken, also falls es euch bekannt vorkommt, dann meldet euch gerne. Auf besagtem Blog beschrieb die Autorin ihren frustrierenden Bewerbungsprozess. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, aber was mich wirklich fasziniert hat, war ihre Sichtweise auf ihren Lebenslauf, den sie als alles andere als gradlinig beschrieben. Ist meiner auch nicht und das macht mir oft zu schaffen bzw. ich glaube einfach, dass es viele Fragen aufwirft. Deswegen wollte ich ja auch unbedingt den Betriebswirt machen, um zu beweisen, dass ich dran bleiben kann und gut sein kann – eben die zwei abgebrochenen Studiengänge ausgleichen. Aber in dem Blog war der Lebenslauf eher Beweis dafür, dass man sich nicht  mit allem zufrieden gibt und alles hinnimmt. Das finde ich großartig! Denn genau das ist es ja. Man ist unzufrieden oder fühlt sich nicht richtig und ändert eben etwas daran. Das ist unheimlich mutig und positiv! Ich finde es ist eine große Stärke Situation, Menschen, den Arbeitsplatz oder was auch immer zu verlassen, wenn man merkt, dass man nicht glücklich ist. Ich habe sehr an mir gezweifelt, ob ich nicht in der Lage bin, Sachen durchzuziehen, aber warum muss man Dinge zu Ende bringen, die einem mehr Energie rauben, als sie einem bringen? Nein, das bin nicht ich und dafür schäme ich mich auch nicht!

Und letztendlich ist es ja mit vielen Dingen so. Man kann sie immer auf mindestens zwei Arten sehen und bewerten. Aber trotz allem halte ich nicht so viel von dem Spruch, dass Glücklichsein nur eine Entscheidung wäre. Das ist für mich so als würde man einem Asthma-Kranken sagen, er könnte doch atmen, weil genug Luft da wäre. Aber gut. Vielleicht ist es wirklich nur eine Entscheidung, wenn die Depri-Uschi nicht ständig auf der Lauer liegt, um einen zu schnappen.

In dieser Woche habe ich ein Gespräch zwischen meinen beiden Kolleginnen mitbekommen. Im Normalfall versuchen die beiden sowas zu vermeiden, also dass ich es mitbekomme, was mich wahnsinnig macht! Denn man merkt, dass etwas los ist, aber mir wird es vorenthalten. Ich glaube schon, dass es eher aus guter Absicht passiert, aber ich fühle mich trotzdem ausgeschlossen. Die eine plant ihre Hochzeit und schwanger zu werden, die andere noch nicht so konkret, aber sie ist verheiratet und auch sie will Kinder. Daher steht es nicht an erster Stelle sich im Job zu verwirklichen. Sie geht nach Hause und hat dann ihr Leben.

Wenn ich das jetzt auf mich übertrage? Ich habe das nicht und vielleicht werde ich das nie haben. Ich bin mehr im Büro als zu Hause, ich sehe meine Kollegen häufiger als meine Freunde und Familie. Ist es da zu viel verlangt, dass ich mich einfach wohl fühlen will und wenigstens halbwegs gerne zur Arbeit gehe? Im Moment habe ich das nicht und ich glaube, das ist ein Großteil davon, was mir so viel Kraft raubt.

Außerdem überlege ich gerade, ob ich meine Firmung nachholen soll. Ich habe damals zwar die Vorbereitung mitgemacht, aber als der Firmtermin anstand, war ich auf dem Weg nach Frankreich für einen Schüleraustausch. (Den ich aufgrund einer akuten Blinddarmreizung abbrechen musste und so zu meinem ersten Flug kam.) Und dann habe ich das einfach nicht nachgeholt. Warum ich gerade jetzt darauf komme? Auf Facebook fragte jemand, ob man Paten auch wieder streichen lassen könnte und ich wollte einfach wissen, wo die denn stehen, dass man sie streichen will. Dabei habe ich gelesen, dass man als Taufpate selbst getauft und gefirmt bzw. konfirmiert sein muss. Letztendlich ist es wohl Auslegungssache der Gemeinde bzw. des Pastors, aber eigentlich muss es so sein. Schließlich ist der Taufpate im eigentlich Sinne dazu da, dass Kind auch auf dem religiösen Weg zu begleiten und wie soll das gehen, wenn  man sich nicht eindeutig dazu bekennt? Ich war im katholischen Kindergarten, war ewig Sternsinger, Messdiener usw., auch wenn ich  mich gar nicht als besonders religiös oder gläubig bezeichnen würde. Ich gehe auch nie in die Kirche, würde manchmal aber gerne. Und dass mir die Firmung fehlt, fand ich immer schade. Also werde ich es wohl nachholen, aber die nächsten Termine sind auch erst im Herbst 2017. Ich habe also noch Zeit mir das durch den Kopf gehen zu lassen.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche und danke, dass ihr da seid. 🙂

Bei mir ist Emma jetzt dran.

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5 Kommentare zu „Projekt 52 Wochen (9)

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  1. „Sich entscheiden, glücklich zu sein …“ Doch, es ist so simpel. Was nicht heißt, dass die Entscheidung leicht ist. Und es dafür harte Arbeit und Glück braucht. Ist wie mit den Lebensläufen: Ein gebrochener Lebenslauf kann positiv sein, man muss ihn aber als solch positives Erlebnis annehmen – und anderen verkaufen (Was einfacher ist, wenn er 2-3 Brüche hat und nicht alle sechs Monate einen Stellenwechsel verzeichnet).
    Was die Qualität angeht: Das liegt zu einem Gutteil an dem blauen Licht des Laptop, mach dir mal keinen Kopf. 🙂

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    1. Okay, danke. Da habe ich wieder was gelernt mit dem blauen Licht. Ich bin nicht besonders Technik-affin.
      Und zu der Entscheidung: Sei froh, dass ich im Gegensatz zu dir Langschläfer bin und ich nicht sofort reagieren konnte. 😀 Jetzt habe ich darüber nachgedacht und würde sagen: Vielleicht (!) hast du Recht. Aber es gibt Tage, da schaffe ich es nicht aus dem Bett aufzustehen, weil alles schwer und sinnlos erscheint. Ich weiß genau, dass ich dagegen ankämpfen muss und das will ich nicht, aber die Decke ist wie Blei und mir fehlt die Kraft um aufzustehen. Und dann kommt „Du musst dich nur entscheiden“. Als hätte ich mir das ausgesucht oder würde mich nur nicht genug anstrengen. Ich kämpfe seit 16 Jahren. Da bin ich zum ersten Mal in eine Beratungsstelle, weil mir bewusst geworden ist, dass etwas nicht stimmt und das es so nicht weiter geht. Und wenn mir dann jemand sagt, du musst dich nur entscheiden, fühlt es sich an, wie ein Schlag ins Gesicht. Ich bin aber gerade erleichtert, dass ich das so formulieren kann und nicht einfach nur „zurück schlage“.

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      1. Nicht missverstehen: Entscheidungen zu treffen ist eine schwierige Sache. Und ich habe auch Entscheidungen nicht oder erst sehr spät treffen können. Der Witz ist: Wenn man das Wort „entscheiden“ endlich richtig verstehen würde, verlöre der Satz seinen trivialen Klang. Du spürst das sehr deutlich. Und hast meine Hochachtung für jede Entscheidung, die du dir abringen kannst. 🙂

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