Wenn es einmal läuft….

oder wie wir im Ruhrgebiet auch gerne sagen: Wenn scheiße, dann scheiße mit Schwung!

Nicht nur, dass ich ewig auf meinen neuen Arbeitsvertrag gewartet habe und dafür jeden Tag zu meiner Wohnung gefahren bin, nur um festzustellen, dass wieder keine Post im Briefkasten ist, jetzt hat sich auch noch mein Handy verabschiedet. Es war morgens einfach aus und lässt sich auch nicht mehr laden.

Zum Glück hat dieses Jahr nur noch zwei Tage und dann hoffe ich, dass 2017 mir nicht mehr ganz so viele Lektionen bietet wie dieses Jahr.

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Projekt 52 (14)

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch Gertrud TrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847 und Wili machen mit – zum Großteil auch viel länger als ich.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Diese Woche ist mir immer noch nicht nach Selfie. Dafür wünsche ich euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Aktueller (grauer) Lagebericht…

Grau, grau, grau sind alle meine Kleider,

grau, grau, grau ist alles was ich hab,

darum lieb ich, alles was so grau ist,

weil mein Schatz ein….

Ich habe doch gar keinen Schatz! Und selbst wenn, was wäre denn da der passende Beruf? Bergmann? Das ist ja auch eher ein aussterbender Beruf. Zumindest in Deutschland. Vielleicht klappt es auch deswegen nicht mit dem Schatz finden.Egal…

Jedenfalls trage ich in dieser Woche wirklich extrem viel grau. Also eigentlich nur grau. Von oben bis unten. Meine Mama hat mich heute schon darauf angesprochen und ich habe ganz intuitiv geantwortet, dass ich Trauer tragen würde, aber eben nicht so richtig. Mh… Grau als kleine Schwester von schwarz? Keine Ahnung. Vielleicht drückt sich so mein inneres gerade aus. Denn ich wundere mich immer noch, wie gut ich gerade funktioniere. Vielleicht muss ich aber auch mal aufhören immer alles deuten zu wollen und immer einen Sinn in allem sehen zu wollen. Vielleicht ist mir einfach gerade nicht so nach Farbe und grau ist einfach nicht so hart, wie reines weiß oder reines schwarz. Außerdem mag ich grau auch einfach.

Ich kriege den Brandgeruch nicht aus der Nase. Ständig schaue ich mich panisch um, was gerade kokelt, um festzustellen, dass mir -ja wer oder was eigentlich- einen Streich gespielt hat. Und was gerade noch anstrengender ist. Ich kann keine Flamme ertragen. Am Sonntag hat mein Papa die Kerzen des Adventskranzes angezündet und ich habe es kaum ausgehalten. Auf die Bitte die Kerzen auszumachen, entgegnete er nur, dass er doch da wäre und die Kerzen im Blick hätte. Jaaa, toll! Im Blick haben heißt gar nichts! Zum Glück kam einige Minuten später meine Schwester mit ihrem Hund Otis. Und da die Kerzen direkt auf Schwanzwedelhöhe waren, wurde sie endlich gelöscht. Ist super, gerade vor Weihnachten, wenn man keine Kerzen um sich haben möchte.

Mein Arbeitsvertrag ist auch noch nicht da. Angeblich ist er unterwegs. Das kann mit der Weihnachtspost ja gerne in wenig länger dauern. Also abwarten…

Am Mittwoch wollte mir jemand eine Kratztonne vorbei bringen. Der Kontakt kam über eine Facebook-Katzengruppe zu Stande. Da ich diese Woche ja arbeiten bin (ich hab auch unfassbar viel zu tun – nicht! Aber Hauptsache meine Kolleginnen machen Stress, dass jemand hier sein muss, während ich erfahre, dass alles was ich besitze, entsorgt werden muss.), habe ich meinen Eltern das Ganze erzählt. Dass ich nicht weiß, wann sie kommt, dass die Schokolade im Flur ein kleines Dankeschön für sie ist, dass sie ruhig die Katzen sehen kann. Dass sie bitte zu Hause bleiben sollen. Und was ist? Nachmittags bekomme ich eine Facebook-Nachricht, dass sie wieder fährt, weil niemand die Tür aufmacht. Meine Eltern waren nicht da!!! Ich war so sauer. Die Frau natürlich auch. Sie ist über 100km mit dem schweren Teil vollkommen umsonst gefahren! Und alles was mein Papa dazu sagt: „Ja, was soll ich jetzt machen?“ Er hat die Schokolade sogar dem Paketmann mitgegeben, weil er dachte, das wäre für den. Ich habe der Dame noch angeboten ihr Geld zu überweisen, damit sie wenigstens die Fahrtkosten raus hat, aber sie wollte nicht.
Jetzt haben die Katzen immer noch keinen Kratzbaum 😞

Dafür bin ich endlich mit der Liste für den Sachverständigen durch. All mein Hab und Gut aufgelistet in einer Excel-Tabelle, bewertet und jetzt bereit für die Entsorgung. Ganz schön traurig. Ich hoffe nur, dass der Sachverständige nicht viel zu mäkeln hat, die Versicherung zahlt und ich dann wenigstens eine Grundlage für den Neukauf hat. Woran das Herz besonders hängt, ist sowieso nicht zu ersetzen. Aber mein Bruder hat mir zumindest das Roger-Cicero Autogramm, dass ich nach einem Konzert bekommen habe, gerettet. „Das kannst du nicht neu kaufen!“ Ach, da geht mein Herz auf.

Ich weiß gar nicht, wie ich den Zustand gerade beschreiben soll. Einerseits bin ich genervt und diese Liste zu erstellen hat mich wirklich mürbe gemacht, aber da ist auch ganz viel Aufbruchstimmung. Und stolz, dass ich das alles durchgestanden habe. Nichtmal meine Psychologin habe ich angerufen. Ich habe zwar darüber nachgedacht, aber es wäre ein erzählen gewesen und kein Notfall. Also habe ich es gelassen. Interessant welche Situationen unfassbaren emotionalen Druck bei mir aufbauen – z.B. das Gespräch mit meinen beiden Kolleginnen, darüber dass ich so unglücklich wirke, und das schlechte Gewissen danach, weil ich direkt am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch hatte – aber der anstehende Jobwechsel und die Abwicklung und Verarbeitung des Brandes irgendwie so gar nicht. Aber das ist auch eine Erkenntnis, mit der ich mich näher beschäftigen kann und so lerne mich besser zu schützen und damit umzugehen.

Akzeptieren was ist

http://lift-you-up.com/fotoblog/akzeptieren-was-ist

 

Es gibt Geschehnisse, die schmerzen.
Menschen, die uns verletzen,
Krankheiten die uns quälen.
Schicksalsschläge.
Momente, in denen wir aufgeben wollen,
in denen die Zeit still zu stehen scheint.
Doch wir machen weiter.
Manchmal indem wir zaghaft
einen Schritt nach dem anderen wagen.
Und wir wachsen.
Auch wenn wir nicht verstehen,
warum uns diese Dinge widerfahren,
akzeptieren wir an einem bestimmten Punkt das,
was ist.
Wir nehmen das Leben an.
Üben uns in Hingabe an unser Sein.
Und genau dann kann Heilung beginnen.
Buddha lehrt uns:
Jedes Leben hat sein Maß an Leid.
Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.

Lezah

Projekt 52 (13)

​Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch Gertrud TrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847 und Wili machen mit – zum Großteil auch viel länger als ich.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Diesen Beitrag hätte ich fast vergessen. Und jetzt will ich ihn gar nicht schreiben, denn die 13 macht mir Angst. Früher habe ich darüber gelacht, aber mittlerweile finde ich es furchtbar. An einem Freitag dem 13. hatte ich einen Autounfall. Am letzten 13. hat meine Wohnung gebrannt. 13 ist ein schlechtes Zeichen. 

Ich bin immer noch sprachlos und müde. Müde, vom zählen und Listen schreiben. Ich verstehe gar nicht, warum ich nicht einfach durchdrehe. 

Gleichzeitig sprachlos über die Hilfsbereitschaft. Über Facebook habe ich einen Ratschlag für die Katzen gesucht und unzählige Hilfsangebote, von Kratzbaum bis Kleidung für mich bekommen. Ich bin so dankbar!

Und sprachlos über das, was gerade in Berlin passiert und wie harmlos ein Wohnungsbrand dagegen wirkt…

Dies ist keine Übung… diesmal ausführlicher

Dienstag bin ich wie immer zur Arbeit gefahren, hatte noch den Müll rausgebracht und saß im Büro. Am Abend vorher habe ich mit meinem zukünftigen Chef über das Angebot gesprochen, dass er mir machen kann und ich habe mir eine Nacht Bedenkzeit erbeten, obwohl mir da schon klar war, dass ich das Angebot annehmen werde, auch wenn das bedeutet, dass ich etwas weniger als jetzt verdienen werde.

Gegen Mittag habe ich ihn endlich erreicht und ich habe zugesagt. Ihm war die Erleichterung deutlich anzumerken. Ich bin glücklich wieder ins Büro und habe mit meinen Kolleginnen gesprochen und gescherzt. Dann klingelte mein Telefon und ich wusste beim Blick auf das Display direkt, dass ich die Nummer kenne. Es war mein Papa, der mir sagte, dass ich früher Feierabend machen soll, meine Wohnung würde brennen. Eine Katze wäre bei der Polizei, die andere wäre verschwunden. Ich bin direkt nach Hause gefahren, ohne wirklich zu begreifen, was da gerade vor sich geht. Schon als ich um die Ecke bog und meinen Vater sah, wusste ich, dass er Felix sucht.

Die Feuerwehr war bereits abgerückt, aber die Kripo war noch da, mit der ich in die Wohnung musste. Ich konnte es gar nicht glauben…. alles schwarz, alles verrußt, alles stinkt… Mein Esstisch praktisch explodiert und als solcher gar nicht mehr zu erkennen. Und immer wieder die Aussage „Wir haben überall geschaut, hier ist keine Katze mehr!“ Ich durfte mir dann noch ein paar Kleidungsstücke einpacken, dabei habe ich als erster nur nach Felix gesucht. Er saß ganz zusammengekauert unter dem Bett. Unglaublich, was er durchgestanden haben muss. Meine Eltern drückten mir eine Karte in die Hand und ich sollte die Versicherung anrufen, um die Versicherung anzurufen. Ich habe an diesem Nachmittag und Abend nur noch funktioniert. Meine Wohnung wurde versiegelt und beschlagnahmt und ich bin mit den Katzen zu meinen Eltern. Ich habe noch Freunde informiert, die sich wunderten, dass ich so gefasst und  ruhig bin. Der Schlag kam nachts. Was da alles hätte passieren können! Was mache ich mit den schwarzen Katzen? Was ist schlimmer – gebadet werden oder Ruß aufnehmen? Was ist passiert? Habe ich tatsächlich Kerzen angelassen? Habe ich das morgens nicht gesehen? Wie kann das sein? Wie kann ich so blöd sein?

Am nächsten Morgen kam ein Sachverständige der Kripo. Warum überhaupt Kripo hatte ich nicht verstanden. Der Kommissar klärte mich auf, dass ich als Beschuldigte angesehen werde. Dann das erste Mal wieder in der Wohnung. Ich hatte Tränen in den Augen und konnte es kaum ertragen. Ich sprach mit meinem Chef, der mir direkt anbot, so lange zu Hause zu bleiben, bis ich das wichtigste geregelt hätte und ich mich wieder bereit fühle. Das weckte sofort mein schlechtes Gewissen, da ich doch kündigen werde. Also habe ich auch nochmal mit Emely telefoniert.

Am nächsten Tag rief sie an, aber da ich die Nacht zuvor kaum geschlafen hatte, war ich einfach zu müde um ans Telefon zu gehen. Also schrieb sie mir eine Nachricht. Ich solle bis Abends verlässlich mitteilen, wann ich wieder da bin. Woher soll ich das wissen?! Ich weiß doch selbst nicht, wie es weiter geht. Als ich ihr entsprechend antwortete, und versprach mich nachmittags wieder zu melden, kam zurück, warum. Handwerker koordinieren könne ich doch auch vom Büro aus. Das war das erste Mal, dass ich am liebsten durchs Telefon gesprungen wäre. Aber gut… sie müssen ihren Urlaub umplanen, wenn ich länger ausfalle, also konnte ich das noch irgendwo nachvollziehen.

Die Sachverständigen, die gegen Mittag kamen, urteilten, dass meine Wohnung was den Hausrat betrifft, ein Totalschaden ist und alles, es sei denn, es wäre besonders wertvoll, entsorgt werden müsse. Wir packten die wichtigsten Unterlagen ein und schon da kamen die ersten Anrufe meiner Kollegen. Kaum war ich zu Hause rief ich zurück. Ja ja, ich komme arbeiten, um Himmels Willen. Bei allem Verständnis – ich verliere mein gesamtes Hab und Gut, und ihr macht Stress, weil ich euch um ein paar Tage Urlaub Sorgen macht. Meint ihr, ich hab nichts anderes zu tun?!?! Ich erzählte ebenfalls, dass ich kündigen werde. „Trienchen, sei ehrlich. Wenn du Montag kündigst und die dann einen Krankenschein nimmst, muss ich meinen Urlaub verschieben!“ Ach so. Kein Warum, kein Schade, wieder nur „mein Urlaub“. Ich sitze da seit fast acht Monaten. Sie sollten mich besser kennen! Das hat mir eindeutig gezeigt, dass ich das richtige mache! Ich bin einfach nicht so berechnend! Und damit ich mich nach der Kündigung krank melde, muss man schon richtig unfair zu mir gewesen sein. Das habe ich tatsächlich erst ein einziges Mal gemacht. Diese Aussage hat mich wirklich verletzt.

Dafür meldet sich mein neuer Chef und mein neuer Vertrag wird gerade erstellt. Ab dem 1.2. fange ich an. Und die paar Wochen bis dahin, schaffe ich jetzt auch noch.

Heute war ich wieder in der Wohnung. Die Firma, die die Schäden beseitigen wird, wollte ebenfalls den Schaden prüfen. Sie sagten, ich hätte unfassbares Glück gehabt. Einmal, dass den Katzen nichts passiert ist, dann dass ich überhaupt versichert bin und dann, dass das Gleiche nicht nachts passiert ist. Vermutlich hätte ich das Ganze dann nicht überlebt. Diese Aussage macht insbesondere meiner Mama zu schaffen, die mir später am Tag um den Hals fiel „ich bin so froh, dass du lebst!“

Das macht alles sehr beklommen und jetzt am Wochenende muss ich eine Liste erstellen, mit meinem gesamten Hausrat. Diese Liste ist Berechnungsgrundlage für die Sachleistung meiner Versicherung, also sollte sie möglichst gewissenhaft geführt werden. Die Renovierung meiner Wohnung dauert gute zwei Monate und dann brauche ich alles, aber wirklich alles neu. Und noch weiß ich nicht, ob ich genug Geld bekomme. Alles spricht dafür, dass ich tatsächlich Kerzen angelassen habe. Aber dann haben die die ganze Nacht durchgebrannt. Wie kann man das nicht merken? Ich mache mir solche Vorwürfe, so schlimm, dass ich das Gefühl habe die Hilfsangebote, die ich bekommen habe, gar nicht annehmen zu dürfen. Ich war heute schon Kleidung kaufen und brauche auch noch wenigstens ein anderen Paar Schuhe.

Ab Januar kann ich in ein möbliertes Appartement ziehen, bis die Wohnung fertig ist. Denn hier bei meinen Eltern ist es nicht so einfach wegen der Katzen. Und auch weil ich ja nicht ohne Grund weggezogen bin.

Mir steht also noch einiges bevor und ich wundere mich selbst darüber, wie ruhig ich damit umgehe. (Bis auf einige Aussetzer)