Aktueller (grauer) Lagebericht…

Grau, grau, grau sind alle meine Kleider,

grau, grau, grau ist alles was ich hab,

darum lieb ich, alles was so grau ist,

weil mein Schatz ein….

Ich habe doch gar keinen Schatz! Und selbst wenn, was wäre denn da der passende Beruf? Bergmann? Das ist ja auch eher ein aussterbender Beruf. Zumindest in Deutschland. Vielleicht klappt es auch deswegen nicht mit dem Schatz finden.Egal…

Jedenfalls trage ich in dieser Woche wirklich extrem viel grau. Also eigentlich nur grau. Von oben bis unten. Meine Mama hat mich heute schon darauf angesprochen und ich habe ganz intuitiv geantwortet, dass ich Trauer tragen würde, aber eben nicht so richtig. Mh… Grau als kleine Schwester von schwarz? Keine Ahnung. Vielleicht drückt sich so mein inneres gerade aus. Denn ich wundere mich immer noch, wie gut ich gerade funktioniere. Vielleicht muss ich aber auch mal aufhören immer alles deuten zu wollen und immer einen Sinn in allem sehen zu wollen. Vielleicht ist mir einfach gerade nicht so nach Farbe und grau ist einfach nicht so hart, wie reines weiß oder reines schwarz. Außerdem mag ich grau auch einfach.

Ich kriege den Brandgeruch nicht aus der Nase. Ständig schaue ich mich panisch um, was gerade kokelt, um festzustellen, dass mir -ja wer oder was eigentlich- einen Streich gespielt hat. Und was gerade noch anstrengender ist. Ich kann keine Flamme ertragen. Am Sonntag hat mein Papa die Kerzen des Adventskranzes angezündet und ich habe es kaum ausgehalten. Auf die Bitte die Kerzen auszumachen, entgegnete er nur, dass er doch da wäre und die Kerzen im Blick hätte. Jaaa, toll! Im Blick haben heißt gar nichts! Zum Glück kam einige Minuten später meine Schwester mit ihrem Hund Otis. Und da die Kerzen direkt auf Schwanzwedelhöhe waren, wurde sie endlich gelöscht. Ist super, gerade vor Weihnachten, wenn man keine Kerzen um sich haben möchte.

Mein Arbeitsvertrag ist auch noch nicht da. Angeblich ist er unterwegs. Das kann mit der Weihnachtspost ja gerne in wenig länger dauern. Also abwarten…

Am Mittwoch wollte mir jemand eine Kratztonne vorbei bringen. Der Kontakt kam über eine Facebook-Katzengruppe zu Stande. Da ich diese Woche ja arbeiten bin (ich hab auch unfassbar viel zu tun – nicht! Aber Hauptsache meine Kolleginnen machen Stress, dass jemand hier sein muss, während ich erfahre, dass alles was ich besitze, entsorgt werden muss.), habe ich meinen Eltern das Ganze erzählt. Dass ich nicht weiß, wann sie kommt, dass die Schokolade im Flur ein kleines Dankeschön für sie ist, dass sie ruhig die Katzen sehen kann. Dass sie bitte zu Hause bleiben sollen. Und was ist? Nachmittags bekomme ich eine Facebook-Nachricht, dass sie wieder fährt, weil niemand die Tür aufmacht. Meine Eltern waren nicht da!!! Ich war so sauer. Die Frau natürlich auch. Sie ist über 100km mit dem schweren Teil vollkommen umsonst gefahren! Und alles was mein Papa dazu sagt: „Ja, was soll ich jetzt machen?“ Er hat die Schokolade sogar dem Paketmann mitgegeben, weil er dachte, das wäre für den. Ich habe der Dame noch angeboten ihr Geld zu überweisen, damit sie wenigstens die Fahrtkosten raus hat, aber sie wollte nicht.
Jetzt haben die Katzen immer noch keinen Kratzbaum 😞

Dafür bin ich endlich mit der Liste für den Sachverständigen durch. All mein Hab und Gut aufgelistet in einer Excel-Tabelle, bewertet und jetzt bereit für die Entsorgung. Ganz schön traurig. Ich hoffe nur, dass der Sachverständige nicht viel zu mäkeln hat, die Versicherung zahlt und ich dann wenigstens eine Grundlage für den Neukauf hat. Woran das Herz besonders hängt, ist sowieso nicht zu ersetzen. Aber mein Bruder hat mir zumindest das Roger-Cicero Autogramm, dass ich nach einem Konzert bekommen habe, gerettet. „Das kannst du nicht neu kaufen!“ Ach, da geht mein Herz auf.

Ich weiß gar nicht, wie ich den Zustand gerade beschreiben soll. Einerseits bin ich genervt und diese Liste zu erstellen hat mich wirklich mürbe gemacht, aber da ist auch ganz viel Aufbruchstimmung. Und stolz, dass ich das alles durchgestanden habe. Nichtmal meine Psychologin habe ich angerufen. Ich habe zwar darüber nachgedacht, aber es wäre ein erzählen gewesen und kein Notfall. Also habe ich es gelassen. Interessant welche Situationen unfassbaren emotionalen Druck bei mir aufbauen – z.B. das Gespräch mit meinen beiden Kolleginnen, darüber dass ich so unglücklich wirke, und das schlechte Gewissen danach, weil ich direkt am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch hatte – aber der anstehende Jobwechsel und die Abwicklung und Verarbeitung des Brandes irgendwie so gar nicht. Aber das ist auch eine Erkenntnis, mit der ich mich näher beschäftigen kann und so lerne mich besser zu schützen und damit umzugehen.

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4 Kommentare

  1. Das reine Funktionieren ist ein Selbstschutzmechanismus. Dein Gehirn blendet das emotionale gerade aus, weil erstmal wieder alles in Ordnung kommen muss. Der Körper weiss, dass jetzt nicht die Zeit zum Verarbeiten ist. Diese Zeit kommt noch, wenn Du soweit bist. Man sagt, dann, wenn man es ertragen kann. Die Panik vor Feuer und der dauerhafte Kokelgeruch in der Nase gibt sich mit der Zeit. Es ist doch alles noch frisch.
    Ans Telefon würde ich gar nicht mehr gehen, ausser es ist ein Anruf, den man erwartet. Immer wieder diese Dreistigkeiten, die sich Kollegen und Vorgesetzte leisten.
    Versuche trotz allem ein bisschen Ruhe zu finden, wenigstens etwas rasten.

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