Zwei freie Tage

Die letzten zwei Tage hatte ich frei.
Gestern war ich vormittags zur Hot-Stone-Massage bei Anke. Das war so toll! So schön warm und entspannend. Aber auch währenddessen haben die Gedanken gewütet. Wenig konkretes, aber eben doch auch Chaos. Anke sagte nachher sie hatte das Gefühl, dass die Emotionen wellenweise aufkommen und ich sie aber direkt abwehre. Das stimmt, aber ich mache es gar nicht bewusst. Vielleicht ist das gerade meine Art mit dem Chaos um mich herum umzugehen. Aber besonders schön finde ich es nicht. Meistens ist es doch viel besser das Drama einmal zuzulassen und dann weiterzumachen. Ich weiß auch noch nicht so richtig. Nach der Massage hat Anke mir auch noch Chakrensteine aufgelegt. „Beim Auflegen mit Heilsteinen kann man ein Chakra speziell beeinflussen, indem man die individuelle Schwingung des Edelsteins auf das Chakra wirken lässt und es so stimuliert. Die Schwingung des Chakras wird dadurch angeregt und reaktiviert, es gerät in Resonanz.“ (Quelle und weitere Infos hier)

Besonders der Stein auf dem Halschakra hat sich wesentlich schwerer angefühlt als die anderen. Das Halschakra steht für Kommunikation, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, Inspiration, körperliche und geistige Reinigung und die Schnittstelle zwischen Verstand und Geist. Das ist gerade ja tatsächlich Thema bei mir und insofern ist es schön, nochmal zu spüren, dass ich mich darum kümmern sollte.

Im Gespräch mit Anke danach, habe ich gesagt, dass ich irgendwann auch gerne einen Reiki-Grad machen möchte und war ganz erleichtert, dass sie nicht gelacht hat. Meine Motivation ist ja eher, das weiterzugeben, wovon ich so sehr profitiere. Aber sie sagte, dass es gerade beim ersten Reiki-Grad darum geht, sich selbst Reiki zu geben, sich mit sich selbst zu beschäftigen und auch mehr Selbstbewusstsein aufzubauen. Jetzt weiß ich erst recht, dass ich das machen möchte! Aber noch ist die Zeit nicht reif. Vielleicht müssen sich erst die Wogen um mich herum glätten, aber Anke sagt, ich werde spüren, wenn es soweit ist und dann gibt es auch keine Zweifel mehr. Also schaue ich jetzt einfach, wie es weiter geht. Dann durfte ich auch noch einen Stein (Bergkristall – Klarheit. Das ist ja schon fast lächerlich, wie es passt.) und eine Engelskarte ziehen. Die Engelskarte hieß Gelassenheit und was daran für mich am schönsten ist, ist der Satz: „Deine ruhige Ausstrahlung bietet allen, die in Deine Aura eintreten, Hoffnung und Unterstützung.“ Das ist wirklich wunderschön, denn ich habe so lange mit mir selbst gehadert und fand es selbst so schlimm, dass ich so ruhig bin. Eigentlich habe ich erst im letzten Jahr gemerkt, wie sehr ich es genieße, das einfach so auszuleben und nicht dem Drang nachzugehen mich anders zu geben, um besser anzukommen, leichter Freunde zu finden usw. Ja, es verursacht Schwierigkeiten und ich lerne andere Leute nicht so schnell kennen. Aber wenn, dann ist es immer von Herzen. Ich werde mich nicht mehr verstellen. Denn wenn ich ruhig und gelassen bin, dann bin ich ich selbst. Und die Karte zeigt, dass das auch vollkommen richtig so ist.

Als ich nach Hause kam, war ich noch total im Ruhemodus, aber meine Eltern waren in heller Aufregung. Auf das warum möchte ich hier nicht eingehen, aber es war ein heftiger Bruch zu meiner Ich-bin-noch-gar-nicht-wieder-ganz-in-dieser-Welt-Stimmung.

Nachmittags habe ich ausgiebig geschlafen und da Anke mich überredet hatte, abends nochmal zum Yoga zu gehen, war ich tatsächlich wieder da. Und Hatha ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Heute spüre ich den großen Hintern ganz eindeutig. Aber halb so wild. Die Muskeln wurden eben schon länger nicht mehr gefordert und müssen plötzlich wieder arbeiten. Da würde ich auch protestieren. Mit der Zeit wird das auch wieder einfacher.

Heute hatte ich einen Therapietermin. Den ersten seit November und dementsprechend viel zu erzählen. Es war aber wirklich ein Erzählen und gar kein aufarbeiten. Es war fast so als hätte ich eine Freundin getroffen, nur dass es nur um mich geht. Meine Psychologin hat mich dann auch gefragt, ob ich die Therapie überhaupt noch brauchen würde. Gemeine Frage! Aber wenn ich ehrlich bin, ist es mittlerweile nur noch mein Sicherheitsnetz und die Termine die Gelegenheit hemmungslos nur von mir zu erzählen ohne mich für das Gegenüber interessieren zu müssen. (Oh Gott, das klingt schrecklich.) Und ich glaube, meine Psychologin hätte tatsächlich auch eine Freundin sein können, wenn wir uns unter anderen Umständen kennengelernt hätten. Wahrscheinlich ist es deswegen die erste Therapie, die mich wirklich unfassbar weiter gebracht hat. Ich habe noch zwei von meinen 52 genehmigten Sitzungen offen. Es wird also ernst. Es ist schon ein seltsames Gefühl. Aber sie sagte, wenn ich solche Katastrophen so gefestigt durchstehe, dann ist das schon ein sehr gutes Zeichen. Und damit hat sie eindeutig Recht. Die letzten Termine ziehen wir jetzt noch hinaus, damit ich weiter sehen kann, wie das so ist. Mein nächster Termin ist im Mai. Bis dahin muss ich das Thema Ernährung im Auge behalten. Denn ich habe richtige Fressanfälle entwickelt. Da schaufle ich alles rein, was ich finden kann und so durcheinander, dass mir schlecht wird. Als ich das Vorstellungsgespräch für meinen letzten Job hatte (Februar 2016) habe ich fast 20 kg weniger gewogen als jetzt. Und die letzten 10 kg habe ich seit dem Brand. Natürlich spielt da auch der Stress eine große Rolle und es hat für mich auch immer mit Schutz zu tun. Immer wenn ich das Gefühl habe, meine Seele schützen zu müssen, nehme ich zu. Das war schon immer so. Man wird ja auch irgendwie unsichtbar, wenn man dicker ist. (Bis wann wieder richtig extrem übergewichtig ist.) Und im letzten Jahr hatte ich oft den Wunsch mich unsichtbar zu machen. Deswegen habe ich jetzt auch die Hoffnung, dass sich das „automatisch“ wieder einpendelt, sobald das Chaos um ich herum nachlässt, aber zumindest, dass ich dann wieder Kraft habe, das ganze anzugehen. Denn ich habe ja schon mal so viel abgenommen und weiß, wie es für mich geht.

Danach habe ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt gemacht. Ich musste mir ein paar Hosen kaufen, denn wenn man nur zwei hat, die wirklich passen ist das schon eher schwierig… Und ich habe mir eine neue Kette und ein neues Armband gekauft. Als Zeichen für den Neuanfang. Wenn das Universum oder wer auch immer, das gerade für mich vorsieht, dann ist das so. Was verloren ist, ist verloren. Trotzdem möchte ich etwas, das mir Halt gibt. Und das habe ich jetzt wieder. Ein Armband mit kleiner Lotusblüte, die ich ja sowieso liebe, und ein Lebensbaum als Symbol für die Verbindung von Himmel, Erde und Unterwelt.  Das zweite Teil ist eine Kette mit Lebensblume, die alt Schutz- und Energiesymbol gilt. Ich finde, das kann ich beides gut gebrauchen.

Mit meinem Vater habe ich mich heute gestritten, weil ich nichts liegen lassen kann, ohne dass er es umräumt. „Dann musst du halt aufräumen!“ Aber ich lebe in deren Wohnzimmer! Ich muss doch irgendwo auch was ablegen dürfen? Natürlich ist das alles nicht einfach, das verstehe ich ja, aber trotzdem. Man kann sich doch nicht beschweren, ich würde nicht aufräumen, wenn man mir die Gelegenheit gar nicht lässt. Und alles zu stapeln, dass ich alles durchwühlen muss, wenn ich was brauche, ist für mich auch kein aufräumen. Ich war so sauer, dass ich gesagt habe, dass er es nur sagen soll, wenn ich ausziehen soll. Jetzt geht er mir den ganzen Tag aus dem Weg. Ich bin ja wirklich ein absolut unordentlicher Mensch, aber ich kann mich doch nicht dafür entschuldigen, dass ich mehr Raum beanspruche als eine Zuchtsau.

Ich war heute auch in meiner Wohnung gucken. Da war aber keiner von der Renovierungsfirma. Jetzt weiß ich gar nicht, was die so meinen, wie lange es wohl noch dauert… was ich gesehen habe ist, dass alle Böden raus sind, alle Tapeten entfernt, der Holzbalken wurde ersetzt oder zumindest abgeschliffen…. es geht also voran. Und ich habe wieder gesehen, wie toll diese Wohnung ist und wie gut sie mir gefällt. Also war es eindeutig die richtige Entscheidung wieder dort einziehen zu wollen.

Und mein Fazit aus den letzten Tagen: Es findet sich. Ich freue mich auf die Dinge, die noch auf mich warten und ich habe das Gefühl, dass es nur noch toller werden kann, weil ich endlich anfange auf mich selbst zu hören und für einzustehen. Das tut wirklich unheimlich gut. Es ist noch nicht alles gut, ich habe meine Baustellen. Aber es festigt sich immer mehr das Gefühl, dass ich dem gewachsen bin und meinen Weg endlich gehen kann bzw. mich endlich traue ihn zu gehen. Und das ist ein gutes Gefühl.

 

 

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