Behalte deine Rosen!

Gestern habe ich schon meinen Reader in WordPress aufgerufen, um zu sehen, ob irgendwer über den Bachelor schreibt, damit ich empört dazu schreiben kann, wieso man da überhaupt mit macht. So wie ich die Mädels bei Germany`s Next Topmodel schütteln möchte um sie anschließend anzuflehen doch bitte, bitte was anständiges zu lernen. Ich koche ihnen dann auch ein paar Nudeln. Warum möchte ich einen Beruf, bei dem es überhaupt nicht um mich und meinen Charakter geht? Warum will ich das so sehr, dass ich mich von der fiesen Heidi Klum vorführen lasse, damit sie sich mal wieder profilieren kann? Ich verstehe es wirklich nicht.

Was ich aber tatsächlich noch viel weniger verstehe ist, warum man sich mit 21 anderen Frauen um einen Mann kämpft, von dem man vorher noch gar nicht weiß, ob sich der Kampf lohnt. Ich frage mich ja auch immer, warum die alle ausnahmslos den Mann immer toll finden. Da muss doch mal eine dabei sein, die sagt „Nee, also das ist nicht  mein Typ. Für den mache ich mich hier nicht zum Affen!“ und wieder geht. Oder eine, die nicht in Stofffetzen anstöckelt, sondern in Jeans und T-Shirt ein Bier mitbringt. Damit würde diejenige doch in Erinnerung bleiben. Wenn sich nacheinander 22 Frauen vorstellen, die alle auch noch mehr oder weniger gleich aussehen, dann weiß er doch gar nicht mehr, wer was gesagt hat. Schön finde ich auch immer, wenn der Bachelor Dinge sagt wie: „Ich habe drinnen was vorbereitet.“ Natürlich. DU hast für alle gekocht und die Häppchen dekorativ drapiert. Ist klar.

Dass man es als Bachelor schmeichelhaft findet, dass so viele Frauen um einen buhlen, kann ich ja noch nachvollziehen, aber warum reduzieren sich die Frauen so? Warum geben sie die Püppchen, die alles tun um sich den Mann fürs Leben zu angeln. Das sind so schöne Frauen mit tollen Berufen, die bestimmt viel mehr zu bieten haben, als sich gegenseitig ausstechen zu wollen. Warum sind Frauen so? Warum fällt es so schwer Freundschaften zu schließen und wohlwollend miteinander umzugehen? Nein, wir sind immer Konkurrenz. Wer ist die dünnste? Wer ist die schönste? Wer hat die längsten Beine, die schönsten Brüste? Und warum geht es dabei viel zu oft nur um Äußerlichkeiten?

Wir beschweren uns, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer, dass sie immer noch benachteiligt werden und gleichzeitig sehen wir, wie Frauen sich genau auf die kleine Dummchen-Rolle, die ohne Mann nicht klarkommen reduzieren. Ich weiß auch gar nicht, ob es unbedingt um den Mann geht und nicht einfach darum, die Siegerin zu sein. Das ist doch armselig. Und mein Femministinnen-Herz ist kurz vorm platzen. Nie, nie, nie, würde ich mir sowas antun. Entweder es geht einem Mann um mich, oder ich bleibe alleine. Aber ich werde mich bestimmt nicht zu einer von vielen machen, um irgendwem (wem eigentlich?) irgendetwas zu beweisen! Da sehen wir einen modernen Harem und lästern gleichzeitig über den angeblich rückständigen Orient. Aber mein Vater, der noch nie etwas mit dem typischen das ist für Mädchen, das für Jungs anfangen konnte, tröstet mein Herz.

„Heute läuft die Bitch“
„Papa, das heißt Bachelor.“
„Kann sein, aber es ist eine Bitch  -eine männliche!“

Advertisements

5 Kommentare

  1. Zwei Gedanken schossen mir durch den Kopf (auch wenn ich den Bachelor wie GNTM nicht gucke):

    1. In einem Beruf geht es höchst selten um den Charakter.
    2. Beim Bachelor geht es nicht ums Frauenkennenlernen des Bachelor und die Präsentation vor ihm – es geht um die Bühne, das Publikum, vor dem die Damen sich präsentieren und eine Rolle spielen können.

    Wenn du so willst, ist in beiden Fällen die Antwort, warum man da mitmacht, die gleiche. Eine Mischung aus Geltungssucht und das Versprechen, berühmt zu werden. Und wer hat davon nicht irgendwann einmal geträumt?
    Dass mit diesem Traum gespielt wird, ist für mich das Perfide.

    Gefällt 1 Person

    • Im ersten Moment habe ich gedacht, das liebe Zeilenende hat Recht. Aber jetzt würde ich sagen, ja, aber nur zum Teil.
      1. Wenn es rein um Hard Skills geht vielleicht. Aber vieles war mit Soft Skills zu tun hat, hat auch mit Charakter zu tun.
      Dass ich in meinem letzten Job gescheitert bin, liegt nicht daran, dass mit Wissen oder Fähigkeiten gefehlt hätten, sondern dass es nicht gepasst hat. Und ich glaube, das hat sehr wohl mit Charakter zu tun.
      2. Gut, das stimmt natürlich irgendwo. Dann mag ich nicht, dass Liebe für sowas vorgeschoben wird. Der Wunsch berühmt werden zu wollen ist an sich nicht verwerflich. Aber mittlerweile ist es ein Wunsch nach Berühmtheit um der Berühmtheit Willen. Ganz egal, ob man etwas kann oder nicht, ob man auch Anerkennung bekommt oder im Grunde eine große Witzfigur ist. Hauptsache berühmt sein. Das verurteile ich! Und vor allem, wenn Frauen sich dafür auf das billigste, dümmste Frauenklischee herablassen – und ich glaube, das hätten sie nicht nötig.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s