Erstes Lauftrainig

Heute fand das erste Lauftrainig in Vorbereitung auf den B2Run statt und Kollegen hatten mich überredet mitzumachen. 

Ich hatte gestern Abend, als ich die Sportlichen zusammen packte, schon Angst. Schaffst du das überhaupt? Du bist kein Läufer. Selbst in deinen fitten Zeiten, hast du keine 15 Minuten durchlaufen können. Du hast einfach keine Kondition. Dazu noch der Bluthochdruck, hoffentlich schießt der nicht so hoch. Und wenn ich alle aufhalte? Wie peinlich ist das bitte vor den Kollegen?! Überhaupt… In den schlanken Zeiten hast du nicht mitgemacht und jetzt als Fetti kommst du da an? Und so ging es heute den ganzen Vormittag. Ich hatte insgeheim gehofft, dass das Training aufgrund des Regens einfach abgesagt wird. Aber wie das mit Läufern so ist… Die sind härter als sie aussehen.

Und so kam, wie es kommen musste. Schon nach dem Umziehen in der Kabine der Damentoilette geriet ich ins Schwitzen. Meine extra zugelegte Laufjacke saß unheimlich spack, so dass auch das schlankmachende Schwarz seine Wirkung verfehlte. Na ja, egal. Ums Aussehen geht es ja nicht. Sagt die Frau, die ohne Schminke das Haus nicht verlässt.

Nach anfänglichem Geplänkel wurden Gruppen eingeteilt. Ich sortierte mich natürlich direkt in die Anfängergruppe, die keine 20 Minuten durchlaufen kann. Wir waren bis auf eine Ausnahme nur Frauen und frauentypisch hatten sich einige eindeutig schlechter eingeschätzt, als sie tatsächlich waren. Von wegen das Tempo orientiert sich an den Langsamsten. Mir war es zu schnell und die Laufintervalle zu lang. Aber Madame will ja mithalten. Nach dem dritten Laufintervall hatte ich Schmerzen – nicht das typische Schienbein, sondern die Bänder oder Muskeln an den Knöchel. Das sorgt dafür, dass ich die Füße nicht mehr abrollen kann. Und wenn ich weiter laufe, verkrampfen meine Beine so, dass ich kaum noch laufen kann, also gehen, selbst einfach nur stehen tut weh. Dummerweise sind wir um einen See gelaufen. Also musste ich weiter. Ich habe also alles aufgehalten, der Lauftraier spazierte neben mir und ich wäre am liebsten im Erdbeben versunken. Was habe ich mir nur angetan? Die abgenommenen 25 kg sind wieder drauf und vermutlich noch mehr. Ich traue mich schon länger nicht mehr auf die Waage. Und ich bin faul und träge geworden. Das Problem mit den Beinen habe ich ja schon ewig. Aber es war wesentlich besser, als ich mich mehr bewegt habe. Jetzt treten die Schmerzen schon bei längeren Autofahrten auf.

Solche Gedanken machen es nicht gerade besser und so musste ich auch noch heulen. Mir macht das auch Angst. Das ist eine Änderung, die sich bemerkbar macht. Was passiert noch in meinem Körper von dem ich jetzt noch nichts spüre?

Und ich habe dem Lauftrainer einfach erzählt, was mir durch den Kopf geht. Er hat sofort verstanden und sagte, dass jetzt die anderen Laufen und ich nicht, macht es für mich noch schlimmer, aber davon muss ich mich frei machen. Ich habe mich trotzdem 40 Minuten bewegt und soll erstmal flott spazieren gehen, um das mit den Schmerzen zu testen. Es könne auch sein, dass irgendeine Fehlstellung damit zu tun hat. Und als ich gefragt habe, ob es überhaupt Sinn machen würde, wenn ich nächste Woche wieder komme, sagte er, dass mit Schmerzen zu laufen natürlich nicht gut wäre, aber es für ihn auch vollkommen okay wäre, wenn wir dann wieder spazieren gehen. Und ich musste ihm versprechen nicht vor Frust eine doppelte Portion Pommes zu essen. Mist, bin ich echt so leicht zu durchschauen?

Der Kollege, der mich zu all dem überhaupt erst überredet hat, hat sich im Vorbeilaufen bei mir entschuldigt. Aber es war ja trotzdem meine Entscheidung. Im Grunde habe ich einfach gemerkt, dass ich was tun muss. Aber ob das jetzt der richtige Weg ist und auch das richtige Tempo (6 km beim B2Run Ende Mai, wenn ich jetzt nach einem -großzügig aufgerundet – schon aufgeben muss), das weiß ich nicht. 

Heute Abend bemitleide ich mich noch eine Weile und morgen überlege ich weiter. Denn so schlimm und schade und traurig meine (körperliche) Entwicklung auch ist, darüber trauern bringt mich auch nicht weiter.
P.S. Diesen Beitrag habe ich am Handy geschrieben, da das W-Lan sich diese Woche verabschiedet hat. Also Entschuldigung für noch mehr Fehler als sonst.

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9 Kommentare zu „Erstes Lauftrainig

Gib deinen ab

  1. Ich bin stolz auf dich, dass du angefangen hast. Auch wenn es jetzt total platt klingt: der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Höre bei den weiteren Schritten auf deinen Körper, er wird dir mitteilen, was du ihm zumuten kannst und was nicht. Ihr (du und dein Körper) müsst euch gegenseitig vertrauen.

    Was die Schmerzen angeht: wenn es schlimmer wird, mach Pause und lass es zur Sicherheit ärztlich klären.

    Was die Laufbewegung angeht: lass im Zweifel eine Laufanalyse machen. Viele Sportgeschäfte bieten das an, wobei ich davon ausgehe, dass du deine neuen Schuhe entsprechend ausgewählt hast.

    Und, wie gesagt, sei stolz auf dich und dass du angefangen hast! Setze das in einem für dich angenehmen Tempo fort und gib nicht auf. Die ersten Wochen sind immer hart, sind sie auch für mich, die ich jetzt nach monatelanger Pause wieder angefangen habe. Aber irgendwann kommt der Kick und es läuft. Versprochen 🙂

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    1. Du bist ja lieb 💕 Danke!
      Ich hab die Schuhe tatsächlich ohne Laufanalyse gekauft. Zum testen wollte ich nicht direkt viel Geld ausgeben.
      Ich werde am Wochenende erstmal für mich alleine ausprobieren und dann entscheide ich, ob das Training für mich Sinn macht oder nicht. Mein Drang mithalten zu müssen ist einfach zu groß.
      Das mit dem Vertrauen ist richtig und schön gesagt. Ich hab mich lange von meinem Körper getrennt und das Zusammenfinden ist ein langer Weg.

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      1. Ich finde den Satz von dir sehr wichtig und auch sehr schön: „Mein Drang mithalten zu müssen ist einfach zu groß.“ Daraus lese ich, dass dich der Ehrgeiz gepackt hat, und das ist großartig 🙂

        Gib dir und deinem Körper die Zeit, die ihr beide braucht, um sich an die neue Herausforderung zu gewöhnen. Setze dir realistische Ziele, und sei nicht enttäuscht, wenn das mit dem B2Run nicht klappt. Für mich persönlich ist Sport sehr wichtig, aber er muss zu mir passen. Falls du feststellst, dass Laufen doch absolut gar nichts für dich ist, dann ist das eben so; Yoga ist ebenfalls großartig, und damit kann man dem Körper ebenfalls Freude bereiten und ihn fit halten.

        Freu dich an deinem Ehrgeiz, teste deine Grenzen aus, es darf auch im gesunden Rahmen weh tun, probiere immer mal wieder etwas Neues aus, und mach langfristig was dir Spaß macht 🙂

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        1. Mhh… so habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich hab das eher unter Gruppenzwang eingeordnet. Aber stimmt schon, irgendwo ist da schon Ehrgeiz. Nicht ein Marathonläufer zu werden, aber einfach meinem Körper wieder auf die Sprünge zu helfen und dadurch auch selbst stärker und einfach fitter zu sein und mich so zu fühlen.

          Ja, wenn der B2Run nicht klappt, dann ist das eben so. Mittlerweile habe ich den gestrigen Abend auch ganz gut weggesteckt. Es war einfach hart zu sehen, wie schwach und schlapp ich geworden bin und dass ich damit aufgegeben habe, was ich mir schon so hart erkämpft habe. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich in den Sack haue und alles sein lasse (auch wenn mir gestern danach war!), aber ich muss eben MEINEN Weg finden.

          Im April probiere ich Hula Dance. Darauf freue ich mich jetzt schon!
          Ich würde einfach gerne was für meine Ausdauer tun, weil es auch gut für meinen Blutdruck wäre und weil ich mir das auch so schön vorstelle, einfach Schuhe an und los, draußen unterwegs sein, sich den Wind um die Nase wehen lassen und einfach aus eigener Kraft voran zu kommen. Nur daran hapert es eben noch.

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          1. Ich finde es toll, dass du so viel ausprobierst! Und ja, es stimmt: einfach Schuhe an und raus ist großartig 🙂 Du wirst für dich einen richtigen Weg finden. Schmerzen (im Sinne von Muskelkater) gehören dazu, aber man sollte auf die Gelenke und Bänder achten. Nichts kaputt machen!

            Tränen gehören aber dazu, denn Qualität kommt von Qual 🙂 Ich gehe momentan vielleicht auch zu oft über meine Grenzen, und dann wird es echt schmerzhaft, und dann will ich mich einfach nur hinlegen und heulen. Geht aber nicht, wenn man dann noch nicht zu Hause ist, also laufe ich weiter. Und heule dann unterwegs. Ist doch egal, was andere Leute sagen oder denken!

            Und du hast ja offensichtlich auch schon festgestellt: am nächsten Tag ist das rückblickend alles gar nicht so schlimm gewesen 😉

            Kopf hoch, sei stolz auf dich, genieße die Erfolge, ertrage die Rückschläge (die immer wieder kommen werden) und beobachte, wie es langfristig immer besser wird!

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  2. Du kannst stolz auf Dich sein, dass Du hingegangen bist, dass Du Dich bewegt hast. Schmerzen sollten auf jeden Fall ernst genommen werden, nicht einfach drüberweg gehen. Besprich mit dem Lauftrainer, falls Du Dich nächste Woche für ein Training entscheidest, am besten auch, ob Du richtig läufst, also mit dem Hacken/der Ferse nicht ständig als erstes auf den Boden knallst – das zum Beispiel kann zu Schmerzen führen. Das Internet ist voll mit Lauftipps.
    Hast Du denn gestern überhaupt etwas von der schönen Laufumgebung mitbekommen? Rund um einen See zu laufen, könnte herrlich für die Seele sein, wenn man sich dabei nicht quält. Also im Zweifelsfall lieber gehen und genießen. Lass die anderen alleine flitzen 😉
    Liebe Grüße
    Agnes

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    1. Danke schön. 🙂 Mittlerweile kann ich das auch so sehen. Und du hast Recht, vom See habe ich tatsächlich nicht so viel mitbekommen. Das ist aber auch ein See um den herum lauter Restaurants stehen. Vor einem standen die Kellner und als ich vorbei lief, hörte ich nur „10. Woche“. Keine Ahnung, ob ich gemeint war und selbst wenn… 10. Woche ist besser als 10. Monat 😀
      Als der Trainer bei mir geguckt hat, konnte ich schon gar nicht mehr abrollen und bin nur noch „gepatscht“ das tut dann noch mehr weh. Ich probiere es am Wochenende wirklich mal ganz langsam und dann sehen wir weiter.

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