Die beste Freundin ist wie die erste große Liebe.

Es gibt Frauen, die können nicht ohne beste Freundin. Einer Person, der sie alles erzählen, alles teilen….

Ich habe sowas nicht und hatte es auch nie. Lustigerweise sind die, die sagen, dass diese „Beste-Freundinnen-Getue“ doch Kinderkram wäre, immer genau die, die schon immer eine hatten.

In meiner Kindheit und Jugend hätte ich alles dafür gegeben, von irgendwem als beste Freundin bezeichnet zu werden. Ich war überzeugt, dass mich das aus der Masse hervorheben würde, als deutliches Zeichen, dass ich für jemanden etwas besonderes war. Leider habe ich das nie erlebt. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass ich immer in Dreier-Gruppen steckte. Das fing schon in der Grundschule an, als ich mich mit einem Zwillingspärchen anfreundete und ging immer so weiter. Und oft war ich eher das Anhängsel, zumindest hatte ich mich meist so gefühlt. Die anderen zwei sind die besten Freundinnen und ich habe mich damit abgefunden, den gleichen Status nie erreichen zu können. Das schlimmste an diesen Dreierkonstellationen erlebt man dann, wenn es schwierig wird. Denn ganz schnell sind zwei gegen einen. Die besten Freundinnen haben sich natürlich schon längst ausgetauscht… Und ich stehe da, bekomme es von allen Seiten und weiß gar nicht mehr, was ich machen soll.

Ich habe auch keine typische Sandkastenfreundin. Darüber habe ich mir auch schon stundenlang den Kopf zerbrochen. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so leicht, mit mir mitzuhalten. Irgendwie mag ich ja auch Umbrüche und ich beende lieber den Kontakt zu Menschen, als in der Freundschaft, Beziehung oder Bekanntschaft unglücklich zu sein. Na ja, wenn ich ehrlich bin, dann ist es manchmal auch der einfachere Weg den Kontakt abzubrechen, als sich wirklich einem Konflikt zu stellen und anschließend wieder eine normale, freundschaftliche Basis aufzubauen. Das habe ich ein einziges Mal geschafft und im Grunde, war es überhaupt nicht mein Verdienst. Denn die Andere hat einfach nicht aufgegeben. Und jetzt bin ich wieder in einer Dreiergruppe. Als Dritte, die irgendwie doch nicht so richtig dazu gehört.

In einer anderen Dreiergruppe, hat sich eine Freundin heute verlobt. Die dritte im Bunde, hat letztes Jahr geheiratet und ich der einzige Dauersingle.

Ich habe schon lange verschiedene Grüppchen, die nichts miteinander zu tun haben. Und eigentlich finde ich das super. Ich bekomme so unterschiedlichen Input und Ideen. Ich kann verschiedene Seiten und Facetten ausleben und das genieße ich. Ist es da so schlimm dass es niemanden gibt, der alle in- und auswendig kennt? Ich will auch überhaupt nicht, dass jemand alles von mir weiß. Okay, hier schreibe ich sehr persönlich und offen. Aber meine Freunde wissen nichts von meinem Blog. Müssen sie auch nicht. Da ist es mir wichtig zu entscheiden, wem ich was erzähle. Auch Partnerschaft und beste Freundin ist so ein Thema, bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen, wenn andere darüber reden. „Er hätte mit mir reden können, das hätte geholfen!“ Ich würde das nicht wollen. Ich würde nicht wollen, dass mein Partner und meine Freundin über mich reden. Schon wieder zwei, die einen ausschließen…. Ein Albtraum.

Und deswegen genieße ich meine Freiheit, meine jungen und alten Freunde, meine vernünftigen und verrückten, die ich alle im Herzen habe, aber von denen ich niemanden hervorheben möchte und auch nicht bedingungslos alles teilen möchte. Aber ich gräme mich nicht mehr damit, dass ich damit auch für niemanden die beste Freundin bin. Denn das wertet mich nicht ab, ich bin da einfach anders…

 

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8 Kommentare zu „Die beste Freundin ist wie die erste große Liebe.

Gib deinen ab

  1. Achwas, so anders bist du gar nicht. Ich habe einen guten Freund, den ich notfalls als besten Freund bezeichnen würde (sowas hatte ich … nie sehr dauerhaft), ansonsten habe ich Freunde, die aber keinen Freundeskreis bilden, ich habe Bekannte und Freunde von Freunden, keine Sandkastenfreunde .,. Ich hatte im Unterschied zu dir auch nie das Bedürfnis gehabt, so enge Bindungen einzugehen. Aber nein, du bist da nicht anders. Wir sind viele, wir sind nur so soziopathisch, dass wir miteinander genau so wenig was zu tun haben wie mit „normalen“ Menschen. 😉

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    1. Danke 😂 Das beruhigt mich ja schon.

      Ich hatte eben früher immer genaue Vorstellungen, wie was zu sein hat. Und natürlich war es immer anders als es mir entsprochen hat. Und ich wollte meist ein Zeichen, das mir zeigt, dass ich was besonderes bin. Jetzt weiß ich, dass das nur von mir selbst kommen kann und auch, dass das, was für andere die Erfüllung ist, noch lange nicht meine sein muss.

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  2. Ach, der beste-Freundinnen-Mythos. Ich hatte über viele Jahre lang zwei „beste Freundinnen“ völlig unabhängig voneinander und hätte mich nie entscheiden können. welche jetzt meine „beste“ ist. Irgendwie haben wir uns aber alle auseinander gelebt. Es sind noch gute Freundinnen, aber „Beste“? Ne, wirklich nicht mehr. Ich fühle mich zwar etwas komisch ohne „Beste“, aber so ist es halt.

    Was mir immer wieder auffällt, ist, dass meine langjährigen Freundschaften, aus der Schulzeit, einfach tiefer sind und wir anders sprechen als bei etwas oberflächlicheren Kita-Mütter-Bekanntschaften. Das möchte ich nicht missen und genieße es immer sehr.

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