Leben mit und bei den Eltern….

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich aufgrund eines Wohnungsbrandes im Moment bei meinen Eltern im Wohnzimmer lebe. Mal davon abgesehen, dass der Rücken sich mittlerweile dafür bedankt seit über drei Monaten auf dem Sofa zu nächtigen, ist es nicht gerade die Erfüllung mit 33 bei seinen Eltern zu wohnen. Und dann noch ohne Privatsphäre.

Heute haben meine Eltern einen Termin in Bochum. 9 Uhr. Okay, es ist früh, ja, es ist eine blöde Zeit, um nach Bochum zu fahren – ich sage nur A40. Frank Goosen sagt in seinem Gedicht über die A40:

„Oh 40 du mit einem A
Du warst immer für mich da
Meist länger als ich wollte
Wenn mal wieder gar nichts rollte
Asphalt bist du nur und Tee
Dich zu lieben fällt mir schwer“

Na ja, jedenfalls gehen meine Eltern genau dann duschen, wenn ich mich für die Arbeit fertigmachen müsste. Ist ja nicht so, als müsste ich die gleiche Strecke fahren, nur eben zwischendurch abbiege, anstatt weiter nach Bochum zu fahren. Und dann kann ich genau dann ins Bad, wenn ich eigentlich schon unterwegs sein müsste. Und dann sagte meine Mutter: „Super, jetzt kommen wir uns nicht in die Quere.“ Sehe ich ein bisschen anders, aber ich schlucke die Antwort runter.

Ich will mich umziehen und mein Vater kommt gleichzeitig mit seinen Schuhen ins Wohnzimmer. „Oh, willst du dich umziehen?“ Auch da schlucke ich die Antwort, die etwa „Nee, meine große Show ist erst heute Abend!“ lauten würde, auch wieder und nicke. Vor meinen Eltern umziehen, muss tatsächlich nicht sein und schon gar nicht, weil ich sie kenne und mich selbst vor den gründlich betrachtenden und bewertenden Blicken schützen will. Kaum sind sie aus der Wohnung stürze ich mich auf die Tortellini von gestern Abend. Und da macht es klick! Ich reiße mich so zusammen und schlucke meine Bedürfnisse herunter, dass ich dann auch tatsächlich irgendwas mit Substanz in mich reinstopfen muss. Sobald ich alleine in der Wohnung bin, fange ich an zu suchen und zu essen. Alles durcheinander, Hauptsache viel und Hauptsache schnell. Und nicht erwischen lassen!

Kein Wunder, dass ich in der Zeit seit ich da bin 10kg zugenommen habe. (Ich sage es nochmal: in drei Monaten!) Und nur um es klarzustellen: Ich mache meinen Eltern keine Vorwürfe. Die Situation ist, wie es ist.

Aber ich freue mich, wenn ich bald wieder ein Zuhause habe. Nur leider verschiebt die Firma, die mir eine falsche Haustür eingebaut hat, den Termin für den Tausch immer weiter nach hinten. Und ich möchte erst einziehen, wenn niemand sonst zu meiner Wohnung einen Schlüssel hat.

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8 Kommentare

  1. Ein Like ist da natürlich blöd. Ich kenne dieses Bedürfnis, den Wahnsinn, auch dieses Stopfbedürfnis tatsächlich. Ich habe mit 27-29 wieder bei meinen Eltern gewohnt … Da hilft nur: Auf das Ende fokussieren. Und so viel Zeit wie es geht ohne sie verbringen. Und hart mit dem eigenen Willen ringen. Aber du schaffst das. Ohne verrückt zu werden.

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  2. Oh Mann, Du Arme, das ist wirklich mega-doof. Deine Eltern haben irgendwie überhaupt kein Gefühl für Deine Bedürfnisse. Ich kann gut verstehen, dass Du den „großen Tag“ ersehnst. Könntest Du nicht irgendwo in einer WG unterschlüpfen, bis es so weit ist? Zahlst Du eigentlich schon Miete für die „unbewohnbare“ Wohnung? Ich verstehe nicht, warum der Vermieter da nicht mehr Druck macht, da kann man doch einiges unternehmen (Mietminderung etc.). Oder Du suchst Dir doch was Anderes. Ich bin übrigens auch mit Ende 20 für ein halbes Jahr bei meinen Eltern „untergeschlüpft“, als ich arbeitslos war. Da hatte ich aber 2 Räume und im Prinzip sogar ein Badezimmer ganz für mich alleine, außer, meine Geschwister waren zu Besuch.

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