Aloha

Von einer meiner Lieblingsbloggerinnen wortgeflumselkritzelkram kam der Vorschlag, meine Kategorie zu mehr Leichtigkeit schlicht und einfach „Weg damit“ zu nennen.

Hier also der erste Beitrag dazu. Auch wenn es ursprünglich mal „Fasten“ hieß, soll es vorerst nicht ums abnehmen gehen. Ich zweifle auch gerade, ob das so klappen wird. Ich verarbeite einfach zu viel mit Essen und bin gerade gerne voll.

Nein, ich setze gerade meine Antidepressiva ab. An Ostern habe ich angefangen nur noch jeden zweiten Tag was einzunehmen. So singt der Spiegel langsam ab. Und entweder nehme ich nächste Woche einfach zwischendurch mal eine Tablette oder ich lasse sie direkt weg. Laut meinem Arzt, kann ich sie nach zwei Wochen ganz absetzen, aber ein bisschen mulmig ist mir schon noch.

Aber ich habe ja noch eine kleine Tablettenreserve und wenn ich das Gefühl habe, dass ich gar nicht klar komme, kann ich ja immer noch mit dem Arzt sprechen und wieder anfangen.

Es ist einfach die Angst abzudriften, mich zu verlieren, der Depri-Uschi wieder mehr Freiraum zu geben…. Aber wenn ich ehrlich bin – auch wenn ich allabendlich weinen möchte, ich tu es nicht. Ich kriege mein Leben immer mehr und besser auf die Reihe, ich bin netter mit mir, ich bin viel gelassener, ich gehe viel mehr danach, was ICH für micih möchte und ich entscheide, wen ich in meinem Leben haben will, anstatt dankbar für jeden zu sein, der sich mit mir abgibt. Natürlich kann es besser sein und stabiler, aber ich bin auf einem ganz guten Weg, glaube ich.

Hula Dance

Außerdem war ich heute beim Hula-Dance. Das schöne ist, es geht nicht darum sich selbst zu präsentieren, sondern eine Geschichte zu erzählen. Meine Geschichte hieß wohl „ich weiß nicht, was ich hier mache und warum  meine Füße eine andere Sprache als die Hände sprechen“, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Die Hüften sind auch ein bisschen steif, aber ich glaube, das kommt alles mit der Zeit.

Das größte Problem war für mich aber der Raum an sich. Da waren überall Spiegel. Und anstatt darauf zu achten, dass die Hüfte schön mitschwingt, der Oberkörper eine Linie hält oder die Hände schön sind, musste ich mich immer anstarren, fassungslos, wie rasant ich in den letzten Monaten zugenommen habe. Das stimmt zwar und das ist auch schlimm, aber ich würde es gerne annehmen können (wenn schon nicht akzeptieren), um es jetzt angehen zu können. Denn nur bemitleiden und über den Zustand weinen bringt nichts und eigentlich bin ich so auch gar nicht. Abgelenkt hat mich die Kursleiterin. Sie ist so herzlich, so warm. Und das ist für mich unheimlich wichtig. Ich bezahle niemandem mehr fürs Arschloch sein. Das habe ich bei einem Yogaworkshop gelernt. Und diese Frau, hat mich angestrahlt und mir eine Blumenkette geschenkt. „Die würde ich dir gerne geben.“ Das hat mich so gefreut.

Ich glaube, Hula Dance mache ich jetzt öfters, denn es ist so wunderschön. Denn ich möchte mich wieder in meinem Körper wohlfühlen und akzeptieren, dass er mein Zuhause ist. Und ich glaube, dass das wirklich helfen kann.

Mahalo nui loa

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7 Kommentare

  1. Ich hab neulich in einer Talkshow erstmalig von einer jungen Frau mit ADS (nicht ADHS, das ist aber sozusagen verwandt) gehört, die sehr spät diagnostiziert wurde und jetzt ein Buch über ihr Leben geschrieben hat. Da ist mir, abgesehen davon, dass ich die sehr sympathisch fand, etwas cooles in Erinnerung geblieben. Sie erzählte, sie mache sich jeden Tag eine To Do Liste, das sei notwendig, um klar zu kommen. Abends sieht sie sich die Liste an, freut sich über alles, was sie geschafft hat. Und was sie nicht geschafft hat, kommt auf die Was Soll’s Liste. Das hat mir sehr gefallen, kann man sich durchaus annehmen, von Zeit zu Zeit, finde ich 😊

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