Work, work, work, work, work… den Rest verstehe ich nicht

Ich bin so fertig. Die Arbeit…

Vielleicht habe ich schon mal erzählt, dass ich in einem IT-Unternehmen arbeite. Und als solches nehmen wir auch an öffentlichen Ausschreibungen teil. Jetzt ist ein Projekt ausgeschrieben, das für uns sehr wichtig ist, da wir das schon lange machen und viele Leute nur für dieses Projekt eingesetzt werde. Ohne, dass ich mich jemals dafür hervor getan hätte, bin ich die zuständige Projektassistenz und soll unsere Arbeit koordinieren. Mal abgesehen davon, dass ich nicht besonders gut darin bin, Aufgaben zu delegieren, lassen die fachlich Zuständigen mich auch gar nicht arbeiten. Die würden am liebsten alles durchplanen und wollen genau wissen, wer wann in welchem Dokument arbeitet. Dazu 3 Listen führen, am Abend planen, was man am nächsten Tag abarbeitet und tägliche Meetings. Man kann sich auch zu Tode verwalten. Und wie sinnvoll ist es, mehr zu planen als zu arbeiten. Da wird gerechnet, diskutiert und gemailt, anstatt einfach mal Vertrauen zu haben und ein bisschen Kontrolle abzugeben. So läuft es i. d. R. in anderen Ausschreibungen. Da sind die Leute froh, wenn wir unliebsame Aufgaben wie Formatierungen anpassen, Überarbeitungen, Einhaltung der Formalien bis zum Druck, Einholung von Unterschriften und fristgerechtem Versand erledigen und sie sich nicht darum kümmern müssen. Hier würde am liebsten noch jemand daneben sitzen, und mir sagen, was ich zu tun habe. So arbeiten wir nicht und wollen wir auch gar nicht. Im Moment verweigern wir uns täglichen Meetings, Tagesplänen und konkreten Aussagen über die benötigte Zeit. Heute Morgen wurde meiner Azubine noch bevor ich im Büro war, erzählt was sie zu tun und zu lassen hat. Wenn sie mit mir so umgehen ist das eine Sache, aber jemandem, der etwas lernen soll und eine Aufgabe bekommt, diese ohne Rücksprache wieder wegnehmen zu wollen, weil es angeblich zu lange dauert, geht überhaupt nicht. Und zwischendurch habe ich  mich schon gefragt, ob ich die „VErrückte“ bin, die ohne definierte Workflows, ständige Ansagen und Kontrollen ihre Arbeit einteilt und erledigt. Aber genau da hatte ich schon. Deswegen bin ich zurück gekommen, denn ich mag dieses „verrückte“ Arbeiten. Und das Vertrauen, dass uns damit entgegengebracht wird. Und jetzt ist es weg. Das Problem ist, dass ich mir das so zu Herzen nehme. Meine Kollegin hat heute schon die Notfallbonbons rausgeholt.

Ich habe heute 10 Stunden gearbeitet und bin jetzt einfach müde, hab aber noch so viel im Kopf, dass ich nicht abschalten kann. Ich möchte aber auch meine Wohnung weiter voranbringen, Zeit für mich haben und so viele andere Sachen machen. Wie passt das denn alles? Das bringt mich alles um den Schlaf.

4 Wochen noch. Dann muss das alles abgegeben sein. Und dann nehme ich mir erstmal Urlaub. Das ist zwar immer noch in meiner Probezeit, aber anders schaffe ich das nicht. Also überlege ich, ob ich wegfahren soll. Alleine? Wohin? Wie lange? Traue ich mich das wirklich? Und wie überlebe ich bis dahin?

 

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5 Kommentare

  1. Alleine verreisen ist unglaublich gut, um den Kopf frei zu bekommen. Du kannst dann ein paar Tage lang genau das dann und so tun, wie du es möchtest. Also das Gegenteil von Deiner aktuellen Arbeitssituation genießen. Auch wenn man die Menschen um einen herum liebt, manchmal ist es einfach wohltuend, keinen Kompromiss machen zu müssen, nicht nochmal nachzufragen, was der andere denkt oder möchte. Urlaub alleine gibt einem diese Möglichkeit zu sich selbst zu kommen.
    Wähle aber ein Ziel und eine Urlaubsart, die für Dich dazu passen. Wandern finde ich da toll, Städtreisen mache ich aber lieber in Begleitung.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Projekt 52 (35) | colours & darkness

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