Aus der Reihe „aufbauende Worte“

So wie der Dienstag aufhört, begann der Mittwoch. Horror, Horror, Horror. Ich war so nervös und so unter Druck, dass ich es nicht ausgehalten habe, in einer Besprechung zu sitzen und lieber an der Ausschreibung weitergearbeitet habe.

Irgendwann fragte mich meine Kolleginnen, ob ich überhaupt gegessen hätte. Nein, natürlich nicht… und dann ging es los. Nach und nach kamen alle meine Kollegen, die mir gut zuredeten und sagten, dass ich mir das auf keinen Fall so zu Herzen nehmen darf! Wir liegen super in der Zeit, ich wurde morgens im Planungsmeeting (,das ich einfach mal geschwänzt habe) wohl gelobt und alles wird gut. Aber dass unser Bereichsleiter mit mir reden will, damit ich endlich eine Planung abgebe, was ich bisher verweigere, hat mir dann doch zugesetzt. Nicht weil ich Angst vor ihm habe, ich habe ja auch durchaus Argumente, warum ich das nicht mache, aber ich finde es einfach so maßlos übertrieben. Meine Kollegin versorgte mich wieder mit Notfallbonbons (ich habe mir jetzt erstmal eigene bestellt) und schmiss mich aus dem Büro. Und eine Runde laufen und in der Sonne einen Kaffee trinken tat wirklich gut. Nachmittags sprach ich dann mit dem Abteilungsleiter, dessen Abteilung von dieser Ausschreibung abhängt. Er war auch ganz entsetzt, als ich sagte wie es mir damit geht. (Und ich habe natürlich nicht alles erzählt.) Ich glaube, das hat geholfen die unterschiedlichen Arbeitsweisen zu klären. Ich komme auch am Wochenende, bleibe länger, alles kein Problem. Aber bitte nicht, wenn einer dahinter steht und mich überwacht.

Trotzdem liefen mir direkt die Tränen, nachdem ich das Gebäude verlassen hatte. Ich bin zwar zum Yoga gefahren, aber auch da musste ich so weinen…. es ging darum seine Stärke zu erkennen, in den Spiegel zu schauen. Und ich fühle mich nicht stark – ganz im Gegenteil. Ich weiß, dass wir die Ausschreibung schaffen, ich weiß, dass ich einen guten Job mache, aber ich schaffe es nicht für mich einzustehen und das auch anderen begreiflich zu machen. Und noch kann ich nach so einem Misttag zum Yoga und es loslassen, aber bald habe ich die Option nicht mehr, weil das Studio schließt. Was mache ich denn dann? Dass dieses Studio schließt, der Ort, an dem mein Herz eine Heimat gefunden hat, lässt es stärker brechen, als es ein Mann jemals könnte. Ich konnte auch irgendwann einfach nicht mehr. Ich habe mich hingelegt, mir die Decke über den Kopf gezogen und habe geweint, geweint, geweint. Ich wollte auch nicht stark sein, ich wollte mich nur noch verstecken.

Aber die Anspannung ist weg. Ich war gestern dann so erledigt, dass ich mich rausgeschlichen habe und zu Hause direkt ins Bett gegangen bin. Susann, meine Yogalehrerin, hat mir dann nachher noch geschrieben, ob alles okay wäre. Sie hat mir folgendes Bild geschickt mit der Nachricht: „Ich sag dir, du bist wundervoll“

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Aber ich glaube, das alles hat tatsächlich was gebracht. Heute war der erste Tag, an dem keiner vor mir stand, keine Grundsatzfragen, usw. Das war wirklich gut und ich habe viel geschafft. Auch die Anspannung war raus – wahrscheinlich vom vielen weinen. Nur der Bereichsleiter war nicht da, ich habe ihn zwar gesehen, aber zu mir kam er nicht.  Nach guten Zureden meiner Lieblingsbürokollegin, habe ich ihn angesprochen. Und was war das Ergebnis? Er macht sich keine Sorgen, um die Sachen, die fertig sind und die wir dann bearbeiten, sondern er sorgt sich, um das war jetzt noch nicht fertig ist, und dass die das dann nachher alles auf uns abwälzen. Das klingt ja schon ganz anders! Zudem ist er in den nächsten zwei Wochen nicht da, und wenn er erst in zwei Wochen meckert ist es für vieles schon zu spät.Das beruhigt mich jetzt nochmal zusätzlich.

Und als hätte es alles passender nicht sein können, hat gestern die Arbeitskollegin, bei der ich am Wochenende noch auf der Hochzeit war, diese Nachricht geschickt. Ich habe nur den Kettenbrief-Mist rausgenommen. Denn ich gebe die Botschaft gerne weiter.

Shakespare sagte; ich fühle mich glücklich, weißt du warum? Weil ich nichts erwarte, denn warten und hoffen ist immer schmerzhaft. Alle Probleme haben einen Sinn und eine Bedeutung. Wir werden immer Menschen treffen denen wir egal sind, auch wenn sie sagen, wir wären wichtig. Es ist wichtig stark zu sein, denn nach jedem Dunkel und Fallen im Leben kommen auch wirklich gute Dinge. Es existieren keine schlechten Dinge. Sei immer glücklich und lache. Erinnere dich, lebe für dich. Denke daran, atme. Bevor du redest, höre zu. Bevor du schreibst, überlege. Bevor du antwortest, höre zu. Bevor du stirbst, lebe. Bevor du etwas tust, beobachte. Eine schöne Beziehung ist nicht die mit der perfekten Person, sondern mit der Person, mit der du lernst zu leben. Mit ihren Fehlern, achte sie. Sonst wirst du irgendwann bereuen sie verloren zu haben. Und es wird weh tun. Wenn du glücklich sein willst, lebe glücklich. Achte auf die guten Menschen um dich, denn du bist einer von ihnen. Erinnere dich, wenn du es am wenigsten erwartest wird es jemanden geben, der dein Leben schöner macht. Zerstöre niemals deine Persönlichkeit für Menschen, die nur vorübergehend da sind. Eine starke Person versucht ihr Leben in Ordnung zu lassen. Auch mit Tränen in den Augen stellt sie sich auf und sagt mit einem Lächeln, es geht mir gut. Sende diese Nachricht an eine starke Person, ich mache es gerade. Du wirst sehen, wie viele darauf antworten. Die Engel sagen, diese Nacht werden zwei Dinge, die dich sehr beschäftigen, wieder gut. Morgen wird es dir besser gehen. Ich lasse zwölf Engel bei dir. Für jeden Monat einen.

Ich bin so dankbar für all die lieben Menschen, die ich gefunden habe. Ich bin endlich nicht mehr allein!

Und trotz des Stresses im Moment, bin ich froh, wieder zurück in der Firma zu sein. Denn bei meinem Arbeitgeber vorher hätte ich diesen unfassbaren Rückhalt und das gute Zureden nicht gehabt!

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26 Kommentare

  1. Hört denn auc hdie Yoga-Lehrerin auf? Oder kannst Du an einem anderen Ort zu ihr hingehen? Ich habe zum Teil echt krasse Wege auf mich genommen, um zu einem Yoga-Lehrer meines Vertrauens zu kommen. Ich könnte z.B. kostenlos im Fittie Yoga machen, zahle aber lieber extra für „meine“ lehrerin. Wobei die auch über 70 ist und ich jedes Mal Angst habe, dass sie nach dem Kurs sagt, dass es ihr letzter war….von daher kann ich Deine Sorgen gut nachvollziehen. Wenn man einmal einen tollen Yoga-Lehrer hatte, ist es schwierig, sich umzugewöhnen, das geht mir (die ich X-mal in andere Städte gezogen bin!) auch immer so. Aber: Selbst wenn es Zeit und Nerven kostet, gibt es andere gute Yoga-Lehrer. Du wirst jemanden finden, der es ebenfalls versteht, Dein Herz zu berühren. Falls Du Geld genug hast (leider ist das nicht grad um die Ecke und auch nicht grad ein Schnäppchen) kann ich Dir Maritas Urlaubs-Seminare empfehlen (langes Wochenende im Salzburger Land): https://www.dakini-yoga.com/ Sie sind definitv unbezahlbar!!!! Für Dich wär vielleicht „Weisheit des Herzens“ gut? Wo wohnst Du denn? Vielleicht hab ja auch ich einen Tipp für Dich? 🙂

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    • Oh, das wäre toll! Ich wohne in der Nähe von Dortmund. Es ist ja nicht so, als gäbe es da nichts. Aber ich glaube, ich war bisher tatsächlich einfach nicht offen für etwas Neues – bin ich vielleicht immer noch nicht.

      Die Reisen klingen so unfassbar toll und ich glaube gerade „Weisheit des Herzens“ wäre absolut meins. Allerdings sprengt es leider mein Budget.

      Meine Yogalehrerin weiß gerade selbst noch nicht so richtig, wie es weiter geht. Vor 6 Jahren hat sie gekündigt um insbesondere für ihren behinderten Sohn flexibler zu sein. Aber sie kann ihm nicht so gerecht werden, wie sie es gerne würde, deswegen schließt sie das Studio. Das kann cih sehr gut nachvollziehen, aber für mich ist es eine Katastrophe.

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