Mama

Ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter.

Es ist eine lange Geschichte, wie und warum, aber ich weiß nicht, ob es hilft sie aufzuschreiben. Ich glaube, das möchte ich auch gar nicht. Zumindest nicht öffentlich. Das fühlt sich nicht richtig an, weil es nicht nur meine, sondern eben auch ihre Geschichte ist.

Aber es zieht sich bis ins Heute hinein. Ich werde manchmal bei Kleinigkeiten so wütend auf sie und dann schreie ich sie an. Ich weiß, das ist das Kind in mir, dass alte Muster erkennt und den alten Schmerz wieder und wieder spürt. Dass Vorwürfe macht und nicht bereit und vor allem nicht fähig ist, zu verzeihen. So sehr ich das eigentlich möchte. Aber wenn sie vor mir sitzt, alte Fehler erkennt, und verspricht sich Gedanken zu machen, dann mchte ich sie schütteln und „Es ist zu spät!“ rufen. Ich hätte dich damals gebraucht! Und schon während ich das schreibe, spüre ich, dass man so nicht mit seiner Mutter redet.

Mir tut es so leid, dass ich oft so genervt von ihr bin und dann so zickig bin und sie anmotze. Aber ich bin auch so verletzt. Es gibt kein „Ich bin stolz auf dich!“, „Du machst das gut!“, oder irgendwie sowas. Es gibt nur „Ich gehe für dich einkaufen.“ Ich weiß, dass das ihr weg ist, das zu zeigen. Aber es ist nicht genug, weil ich und das kleine Trienchen mehr brauchen. Und das tut immer wieder weh…

Aber ich kann auch keinen Rat oder Zuspruch erwarten. „Musst du wissen“, „Mach, wenn du möchtest!“ Ich fühle mich gleichzeitig bedrängt und allein gelassen. Und ich habe immerzu ein schlechtes Gewissen.

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