Projekt 52 (35)

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch GertrudTrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847Wili und 365tageimleben machen mit – und sind zum Großteil schon durch mit ihren 52 Wochen.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Heute hab ich ein bisschen getrickst. Im Profil sieht man nicht, wie müde ich aussehe und mit dem schicken Filter drüber fällt nicht auf, wie blass ich bin. Ich finde es ziemlich erschreckend, dass ich jede Woche erledigter aussehe. Aber noch drei Wochen und dann habe ich hoffentlich Urlaub. Vorher geht nicht, weil ich ja diese megawichtige Ausschreibung am Hals habe. Das wird noch ordentliches Chaos geben. Ich habe das Gefühl, da ist einmal pro Woche Tabula Rasa angesagt und dann diskutiert man wieder über die gleichen Dinge, die man schon vermeintlich zu Genüge diskutiert hat.

Eigentlich wollte ich beim Schweden noch einen Esstisch mir Stühlen, Lampen (in den meisten Räumen hängen nur Glühbirnen an der Decke), Bilderrahmen, Rotweingläser, ein paar Regale und anderen Kleinkram holen. Aber das stresst mich… Im Moment stresst mich alles zusätzlich nur noch.

Das ist echt nicht schön und nervt mich selbst schon. Auf Freunde habe ich auch keine wirkliche Lust. Ich will einfach mal raus. Puuuh. Kein so schöner Zustand. Manchmal frage ich mich, ob das jetzt auch Auswirkungen vom Absetzen der Antidepressiva sind. Aber ich glaube, mit so viel Theater hätten viele Menschen zu kämpfen.

Aber ich habe mit beschlossen zusammen mit einem meiner Yogahasen eine Ausbildung zum Yogalehrer zu machen. Eigentlich war ich schon auf dem Stand, dass ich es lasse, weil ich diese ganze Industrie nicht unterstützen will. Es gibt jetzt schon mehr Yogalehrer als Schüler, wer braucht denn bitte noch mehr? Wisst ihr was diese Ausbildung kostet? Und ich habe während der Weiterbildung zum Betriebswirt schon so gelitten, weil ich alles unter einen Hut bekommen musste und super Ergebnisse wollte. Dazu kommt noch, dass dieser Yogahype auch seltsame Blüten treibt. Auf Facebook wurde mir letztens SLIM-YOGA angeboten. SLIM-YOGA! Habt ihr sie eigentlich noch alle??? Natürlich freue ich mich, wenn mein Körper stärker wird und jetzt merke ich, wie sehr mein Körper es vermisst hat, auch mal gefordert zu werden. Aber Yoga nur darauf zu reduzieren? Das ist eine große Schande! Bilder auf Instagram usw. sind schon fast pornografisch und alle überschlagen sich mit Skorpionen und sonstige akrobatischen Asanas. Aber was ist mit dem Trost, den man in der Kindesposition findet? Was ist mit der Heimat, die der herabschauende Hund irgendwann bietet? Den kleinen Rückbeugen, die das Herz öffnen? Und noch viel mehr als das: Die Zeit, die man nur mit sich beschäftigt, ganz bei sich ist, wo die Gedanken mal zur Ruhe kommen… Was ist damit? Mit allem, was man über sich selbst lernt? Ich traue es mir noch nicht so richtig zu, aber ich wäre so stolz und es würde mich so freuen wenn ich auch nur einen kleinen Teil davon weitergeben könnte. Aber wie und wo muss noch reifen, deswegen haben wir erst das nächste Jahr angepeilt. Ich freue mich so…

Namaste

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3 Kommentare zu „Projekt 52 (35)

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  1. Ja, ich finde es ehrlich gesagt auch schlimm, wie sehr Yoga instustrialisiert wurde und was für Quatsch es da mittlerweile gibt. Das geht doch total an der Sache vorbei. Mir scheint, jeder Yoga-Lehrer entwickelt heute seine eigene Yoga-Schule. Ney… ney danke, das mag ich nicht.

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    1. Solange der Hype so groß ist, wollen eben alle ihre goldene Nase verdienen. Oder zumindest ihre Fußstapfen hinterlassen. Aber wenn man den eigentlichen Sinn aus den Augen lässt, dann weiß ich nicht, welchen Sinn das hat. Ich war auch schon mal bei einem sehr bekannten Lehrer zum Workshop, der meinte, die ganze Yogatradition wäre Humbug. Gut, das kann man sagen, wenn man sich damit beschäftigt hat, aber das auf einem Anfängerworkshop zu verkünden finde ich ziemlich daneben.

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