Wiegeritis

Es geht schon wieder los…

ich habe jetzt insgesamt 5,5 kg abgenommen und schon geht es wieder los. Ich würde mich am liebsten nur noch wiegen. Ich gehe abends schon mal auf die Waage, um abschätzen zu können, ob sie morgens wohl weniger anzeigen wird. Und morgens muss ich mich mehrmals wiegen, weil ja vielleicht doch noch ein bisschen runter geht. Da meine digitale Waage davon vollkommen unbeeindruckt blieb, und ob Kleidung oder nicht, vor oder nach der Toilette stur das Gleiche anzeigte und nun natürlich die Batterie leer ist, wiege ich analog. Da kann man die Feinheiten zwar nur ungefähr schätzen, aber ich sehe auch kleine Unterschiede.  Und ich weiß  nicht, ob das gut oder schlecht ist.

Denn ich neige zu „magersüchtigen Gedanken“. Das nenne ich so, weil ich seit der Pubertät noch nie in die Nähe vom gefährlichem Untergewicht war, ja nicht mal in der Nähe von Untergewicht. Aber die Gedanken kenne ich. Sich darüber zu freuen, wenigstens über seinen Körper Kontrolle zu haben. Stolz zu sein, dass man den Tag mit nur einem Rosinenbrötchen überstanden hat….

Im Grunde weiß ich, man soll sich nicht jeden Tag wiegen, und dass Schwankungen gerade bei Frauen vollkommen normal sind. Und trotzdem ärgert es mich. Der Tag gestern war anstrengend und auf dem Nachhauseweg wurde mir mehrmals die Vorfahrt genommen, an der Tankstelle war mein gegenüber nicht bereit den Rückwärtsgang einzulegen, so dass ich einfach mal rückwärts auf die Hauptstraße fahren musste, damit der Herr bequem losfahren konnte. Sowas reicht schon, damit ich schlechte Laune bekomme und dann das dringende Bedürfnis verspüre etwas zu essen. Nein, nicht etwas, sondern viel und fettig oder süß. Dass ich direkt neben einer Pommesbude wohne, macht die Situation dann auch nicht besser.
Gestern habe ich es aber geschafft und habe dem widerstanden. Es gab Wraps mit viel Gemüse, Kräuterquark und Eiern. Und was ist? Heute Morgen sagt die Waage wieder mehr. Das regt mich auf. Ist das jetzt die Belohnung dafür, dass ich mir die Pommes nicht gegönnt habe? Danke Körper – du Arsch!
Gleichzeitig weiß ich, dass so nicht stimmt. Ich habe gestern den ganzen Abend geschlafen. Ich hab mich also direkt nach dem Essen überhaupt nicht mehr bewegt. (außer gegen halb 1 vom Sofa ins Bett) und eben die normalen Schwankungen. Und ich will auch nicht gegen meinen Körper sein. Ich will, dass er mein Zuhause ist und ich will ihn nicht länger als etwas sehen, mit dem ich im Grunde nichts zu tun habe. Aber das ist soooooo schwer. Ich möchte mich einfach nur wieder in meiner Haut wohl fühlen.

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16 Kommentare

  1. Moin,

    erfreu Dich an Deinem Erfolg! Jeder Anfang ist schwierig, ganz besonders seine Ernährung zu ändern. Versuch die Waage zu vergessen und konzentrier Dich auf Deinen körperlichen Genuß. Essen sollte ein sinnliches Erlebnis sein. Sobald du Dein Körper den Schalter umlegt, werden ganz andere Nahrungsmittel wieder im Vordergrund stehen.

    Ich drück Dir die Daumen!

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  2. Pingback: Pro Gesundheit | colours & darkness

  3. Ich bin ja Pragmatiker und Neurotiker zugleich … Mir helfen Rituale. Auch bei der Waage. Da heißt mein Ritual: Einmal pro Woche, immer am gleichen Tag, etwa zur gleichen Uhrzeit. Und ich schreibe es auf. Ich habe ein „Gewichts-Logbuch“. Das lässt mich zwar nicht weniger neurotisch in Sachen Gewicht sein, aber ich habe zumindest den Kontrolldrang einigermaßen im Griff. (Okay, dafür zähle ich seit einiger Zeit wieder Kalorien, jetzt sogar per App, aber das war nötig)

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