Jammer-Montag

Irgendwann habe ich es in einem Beitrag schon mal angekündigt. Aber heute ist mir wirklich nach einem Jammer-Montag. Genau genommen schon nach einem Jammer-Sonntag, aber heute lasse ich es raus.

Ich hänge gerade durch. Gestern war mir den ganzen Tag zum Heulen, müde und einfach zum Hinschmeißen.

Ich mache jeden Tag eine Stunde Reiki, aber ich habe das Gefühl, es bringt mir gerade nichts. Gestern habe ich das auch abgebrochen, weil ich keinen Bock mehr hatte. Jeden Tag habe ich im Kopf „Du musst heute aber noch eine Stunde Reiki machen.“ Andere sehen da Farben, oder spüren, wo was nicht stimmt. Ich mache es halt. Ich hatte mir irgendwie mehr davon versprochen. Aber vielleicht bin ich auch wieder zu streng und das sind Dinge, die mit der Zeit kommen. Vielleicht sollte ich auch einfach Anke mal fragen.

Ich mache jeden Tag 10 Minuten Sportübungen. Klar, es ist nicht die Welt, aber sollte man da nicht auch mal irgendwann merken, dass es vorangeht? Ich spüre nur, dass mein Körper müde ist.

Gestern habe ich mir eine halbe Tafel weiße Schokolade reingeschoben (immerhin war es nur eine halbe), weil ich einfach genervt bin. Ich mache schon wieder einen riesigen Stress, weil ich eine Veränderung herbeizwingen will, die vielleicht gar nicht zu erzwingen ist. Bestimmt sogar. Aber ach, das frustriert mich gerade alles so. unfassbar.

Meine Mutter hat gestern eine alte Geschichte aufgewärmt, die sie in letzter Zeit wohl sehr beschäftigt hat. Als ich noch mit meinem Ex- (und einzigem) Freund zusammen war, hat sie gerne mal gesagt, dass sie J. gerne behalten würde, aber was macht man dann mit mir? Jetzt sieht sie ein, dass das verletzend ist. Entschuldigt hat sie sich aber nicht. Warum bringt man denn dann so alte Geschichten auf den Tisch? Nur damit man es mal gesagt hat? Warum ist es so schwer, sich einfach zu entschuldigen, wenn man selbst schon meint, dass man einen Fehler gemacht hat und es offensichtlich auch bereut. Mein Bruder, der die Geschichte auch hörte, sagte nur „Jeder macht mal Fehler!“ Hallo?! Wäre das nicht eher mein Part gewesen, darauf zu reagieren? Aber das ist das perfekte Beispiel dafür, wie meine Familie drauf ist. Natürlich hat jeder seine Fehler und jeder sagt mal was Unpassendes. Aber meine Mutter hat dafür ein besonderes Talent. Denn es war nicht nur dieser Spruch, der mir gezeigt hat, dass ich keinen besonderen Stellenwert in der Familie habe und auch leicht ausgeschlossen werden kann. Eine Angst, die ich schon seit frühester Kindheit habe und die immer wieder bestärkt wurde. Und er tut es ab mit „Jeder macht mal Fehler!“
Und das Schlimmste, bei mir kommen seitdem immer mehr solche Geschichten hoch.

Und dann noch dazu die Arbeitskollegin, die gefühlt im halben Unternehmen erzählt hat, wie unverschämt ich wäre, schließlich wäre sie für die Einteilung der Auszubildenden zuständig und ich schreibe Nachrichten unter der Gürtellinie. Schön, dass sie mit jedem darüber sprechen kann, außer mit mir. Ich habe sie gefragt, ob sie sie noch alle hat, weil die Azubine an der mega Ausschreibung mitgearbeitet hat und die Kollegin lieber in Urlaub geht und der Azubine lauter Aufgaben übergibt. Und weil ich so böse bin, hat sie sich vor und nach ihrem Urlaub krankgemeldet, so dass ich mit der Geschichte jetzt fast einen Monat rumlaufe. Alle sind der Meinung, ich solle mit ihr sprechen, um das zu klären, aber mit jedem „Was war da eigentlich los? Ich habe gehört…“, habe ich weniger Lust dazu. Ja, ich habe mich im Ton vergriffen, aber das war eine Reaktion auf das übergelaufene Fass. Und dass jemand mit Ende 40 so reagiert, ist mir auch ein Rätsel. Heute ist sie den ersten Tag wieder da, aber, wenn ich jetzt mit ihr rede, meldet sie sich direkt wieder krank, weil das dann auch wieder zu viel ist. So sehr mich das auch aufregt, gleichzeitig habe ich bei „solchen Menschen“ immer Angst, auch so zu werden. Ich will das nicht! Ich will mich nicht irgendwann krankmelden, weil ich nicht mit dem zurechtkomme, was eine fast 15 Jahre jüngere Kollegin, im Ärger raushaut. Den ich überhaupt erst heraufbeschworen habe. Aber vielleicht merke ich das dann ja auch gar nicht und bin dann wirklich entsetzt, wo das herkommt. So und dann fängt es wieder an, dass sie mir leidtut. Weil sie offensichtlich eine ganz andere Wahrnehmung hat und sie gar nicht versteht, wo sowas dann immer herkommt. Ich bin auch nicht die einzige, bei der es jetzt mal eskaliert ist. Aber ich warte jetzt brav, bis sie sich wieder akklimatisiert und dann rede ich mit ihr. Damit ICH das dann hoffentlich los bin.

Ich möchte gerne nächstes Jahr die Yogalehrer-Ausbildung machen, aber fange auch da wieder an zu zweifeln. Schaffe ich das überhaupt? Bin ich fit genug? Und wann soll ich das machen? Meine Lieblingstermine gehen nicht, weil ich auf zwei Hochzeiten darf/will/muss. Überhaupt… ich will so fett keine Brautjungfer sein, gerade wenn die alle jetzt schon auf dem Abnehmtripp sind, als gäbe es bei einer Hochzeit keine anderen Themen als das Gewicht der Bräute.
Und auch so. Würde man sich andersrum Gedanken machen? Oder wäre das eher ein „Tut mir leid, aber da habe ich schon was vor.“ Ich weiß auch nicht… Ich habe das Gefühl, ich nehme immer Rücksicht auf alle und will alle glücklich machen und andersrum? „Was machen wir mit trienchen?“

Heute regt mich das alles auf. Ich hoffe, Hula heute Abend bringt mich wieder runter.

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6 Kommentare

  1. Uffz, da hast Du aber gleich einige Dinge auf der Tagesordnung. Energietiefs wie Deines kenne ich. hatte ich auch grad. Gehen vorbei, so oder so, bis dahin heißt es: Durchhalten. Spür selbst in Dich hinein, ob Dir Dein Reiki grad gut tut, oder ob Du auch da ne Pause brauchst. Ich mache zwar kein Reiki, habe aber mein Yoga grad auch auf Eis gelegt. Zum Sport: Jeden Tag trainieren soll gar nicht gut sein, weil dem Körper die Zeit zur Regeneration fehlt. Auch da solltest Du vielleicht mal die Belastung wechseln. Wenn Du sonst Hanteltraining o.Ä. machst, verleg Dich jetzt erst mal auf ne halbe Stunde Spaziergang am Tag oder so was. Schalte auch da nen Gang runter, es bringt nichts, wenn Du Dich quälst. Deine Mutter ist echt ne Marke, die hat ja so was von kein Feingefühl (und ich dachte immer schon, meine wäre krass, aber Deine schießt defintiv den Vogel ab). Da gilt – genau das gleiche Thema wie bei Deiner Kollegin: Erst einmal kannst Du die Personen um Dich herum nicht ändern, nur ändern, welchen Einfluss sie auf Dich haben. Sie ärgern nicht Dich, sie sind nur der Anlass – und Du ärgerst DICH. DAS hast Du aber in der Hand – wobei das nicht heißen soll, dass Du Dir alles gefallen lassen musst! Zur Yogalehrer-Ausbildung: Yoga hat nichts mit Fitness zu tun, wo in aller Welt willst Du die Ausbildung denn machen, dass Du Dir deshalb Sorgen machst? Meiner Erfahrung nach ist die BDY-Ausbildung (Bund Deutscher Yoga-Lehrerender) die gründlichste und sorgfältigste Ausbildung. Ich bin auch mal fast auf das Angebot von Yoga Vidya reingefallen, dort ne schnelle Yoga-Lehrer-Ausbildung zu machen, – das muss man sich aber gut überlegen und wissen, worauf man sich einlässt. Ich wünsch Dir alles Gute, wir lesen uns!

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    • Dazu kommt noch mein Bruder, dessen Geschichte ich hier gar nicht breittreten will, aber die auch nochmal ein Hammer ist und mir zu schaffen macht und mein Papa, der so krank ist… Du hast ja Recht, ich lasse es alles zu, dass mir das so nah geht und zu meinem Problem wird. Und dann ärgere ich mich noch, dass ich mich ärgere, was aber auch nicht der richtige Weg ist. Ich bin da auch noch auf der Suche, wie ich mit dem allen umgehen kann. Auch mit dem Hintergrund wollte ich das mit dem Reiki machen. Aber wenn ich so absolut gar keinen Bock habe und mich zwinge ist das vielleicht auch nicht das richtige. Zwingen an sich ist eigentlich nie eine gute Option. Deswegen habe ich ja Yoga so sehr geliebt, weil ich mich nie zwingen musste. Na ja, so ein bisschen fit sollte man ja schon sein, wenn man anderen zeigen soll, wie es geht. Finde ich zumindest. Wenn mir selbst die Luft wegbleibt, weil ich es anstrengend finde, ist das doch kein gutes Bild. Ich mag ja Vinyasa. Die Angst ist vor allem, dass es heißt, ich wäre zu fett. Und ich weiß, dass es Leute (Auch Ausbilder) gibt, die genau das denken würden. Denn so wie Yoga sich in sozialen Medien darstellt, ist es ja fast schon Porno. Das ist nicht der Kern des Yogas, aber das Bild ist nunmal da und setzt sich fest. Oh man… ich habe gerade das Gefühl, ich suche mir selbst jeden wunden Punkt, in dem ich nochmal pulen kann. Yoga Vidya finde ich gruselig, seitdem ich die mal bei „Mein Hotel, Dein Hotel“ gesehen habe und die ganz seltsame Assists gegeben haben. Ich dachte, er bricht einer Kandidatin gleich das Genick. Ich weiß selbst noch gar nicht, wo ich die Ausbildung machen will (also danke für den Tipp), vielleicht will ich auch gar nicht, ich weiß gerade einfach gar nicht wo mir der Kopf steht und das kann kein guter Zeitpunkt sein, Entscheidungen zu treffen. Und auch mit dem Sport. Ich habe mich zu so einem blöden (und überteuertem) Pulver hinreißen lassen, da hieß es, einmal am Tag das Zauberpulver und 10 Minuten Sport. Und das stresst mich dann. Ich MUSS ja 10 Minuten. Und wenn ich mich so zwinge und trotzdem das Gewicht nicht runter geht oder nicht schnell genug ist das direkt die Vollkatastrophe für mich. Dann berichten andere, wie schnell sie damit abgenommen haben, aber sie ersetzen mindestens eine Mahlzeit durch einen Shake und sowas will ich auf überhaupt gar keinen Fall! Wenn ich dann zum Hula gehe, oder spazieren ist das immer zusätzlich. Nicht stattdessen. Das führt aber auch dazu, dass ich die 10 Minuten gar nicht so konzentriert und genau mache, sondern hauptsache, ich habe die 10 Minuten voll. Und während ich das schreibe, wird mir klar, wie bescheuert das eigentlich ist. Ich will mir gar nicht immer so einen fürchterlichen Druck machen, aber ich rutsche immer wieder da rein.

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  2. Zum Thema Reiki muss ich was sagen. Weißt du, viele Leute reden viele Dinge über das Thema, wie es zu sein hat, wie es sich anzufühlen hat, was es ist, wie es funktioniert usw. Das schürt eine enorme und unnötige Erwartungshaltung, denn jede/r hat einen eigenen Zugang zum Thema Energiearbeit. Die Wahrnehmung dabei ist individuell und hängt von ganz vielen Faktoren ab. Ich habe noch nie dabei Farben gesehen und ich kenne niemanden der das tut. Vielleicht sind das Ausnahmen von Leuten, die dazu einfach eine andere Wahrnehmung haben. Manchmal sieht man Farben auch nur vor dem Inneren Auge, nicht physisch.

    Anfangs habe ich auch sehr lange gebraucht, trotz Einweihung, mich den Eindrücken und Wahrnehmungen (gerade den ganz leisen) überhaupt zu öffnen und sie zuzulassen. Wenn wir Angst haben oder nicht so gut drauf sind, dann blockieren und filtern wir viel mehr, als wenn wir wirklich ruhig und entspannt sind.
    Weswegen zwingst du dich so dazu, wenn dir gar nicht danach ist und es auch nichts bringt? Mach doch eine Pause, nur bis deine emotionalen Wogen wieder ein wenig glatter sind?

    Vielleicht spült die Arbeit mit Reiki auch gerade super viel mit hoch, das kann auch passieren. Genau den alten Kram von dem du redest.

    Und ich kann deine Abneigungen gegen Hochzeiten nachvollziehen. Ich musste letzt auch auf eine, auf die ich sowas von keine Lust hatte. Hab’s überlebt. Und du hast vollkommen Recht, der Abnehmwahn ist einfach nur dumm. Ich kann und will das auch gar nicht nachvollziehen. Man kann auch umwerfend aussehen, wenn man nicht total dünn ist. 🙂 🙂 🙂 Auf dieser Hochzeit waren einige der Brautjungfern nicht dünn und trotzdem sehr schick und hübsch.
    Und wenn man irgendwann später dann auf dem Sterbebett liegt, wird man sicher nicht denken: aahhh damals… da hätte ich gerne 5 kg weniger gehabt… 🙂 😉 *

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    • Mhh…. Ja, kann schon sein, dass meine Erwartungen zu hoch waren und ich mir schon wieder Druck mache. Anke sagt eben, ich soll drei Wochen nach der Einstimmung mir selbst jeden Tag eine Stunde Reiki geben. Die ersten Tage, war das natürlich noch voll mit Gedanken. Welche Position kommt denn nochmal als nächstes? Was spüre ich gerade? Dann kommt Emma und maunzt mich an…. Da hatte ich aber auch noch Urlaub und dementsprechend viel Zeit. Wenn ich jetzt nach Hause komme, habe ich einen großen Berg, den ich abarbeiten will und da ist eine Stunde verdammt viel Zeit. Und gestern war ich auch unterwegs und hätte lieber mit meinen Katzen gespielt, stattdessen habe ich mich zum Reiki gezwungen, weil ich das eben noch machen muss. Ich habs irgendwann aufgegeben (weil Emma auch noch auf mir lag) und weil ich gemerkt habe, dass ich nur noch fertig werden wollte.
      Aber so grundsätzlich merke ich schon, dass sich einiges löst und mit mir macht, ich kann es nur nicht so fassen. Und wenn ich dann höre, von wegen Farben sehen und ob die Farben beim Chakrenausgleich rein sind, dann fühle ich mich überfordert. Sowas habe ich nicht und wie soll ich reine Farben sehen, wenn ich doch Chakren ausgleiche, also zwei gleichzeitig anspreche? Und dann frage ich, ob ich vielleicht doch zu rational bin oder sowas. Ich wollte mich einstimmen lassen, weil Reiki mich so unfassbar entspannt und mir ein liebevolles, gut aufgehobenes Gefühl gibt. Aber scheinbar kann ich mir das selbst nicht vermitteln.

      Es sind ja Freundinnen von mir und insofern möchte ich schon dabei sein. Aber da ist eben doch diese Stimme die fragt, wann ich mal dran bin. Dabei bin ich im Moment gar nicht in der Lage mich jemandem so zu öffnen, wie es für eine Beziehung angemessen wäre. Da setze ich mich trotzdem unter Druck.
      Und mit dem Abnehmen… das größte Problem ist für mich, dass ich es ja schon geschafft hatte 25 kg abzunehmen. Und dadurch, dass ich in der Zeit bei meinen Eltern wieder in alte Muster gefallen bin (und meine Therapeutin hat mir nochmal bestätigt, dass das im alten Umfeld viel schneller passiert) habe ich fast 30 wieder zugenommen. Und jetzt vergleiche ich ständig. Zwar mich mit mir selbst, aber auch nicht hilfreicher. Anstatt zu sagen, ich habe das schon mal geschafft, ich kann es wieder schaffen, vergleiche ich, wie leicht es mir damals gefallen ist, wie schnell es damals ging, wie schwer ich vor einem Jahr war usw. usf.

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