Blick in die Seele oder schamanischer Abend

Gestern war ich bei einem schamanischen Abend und vorher habe ich mir den Kopf zerbrochen, ob ich das wirklich will oder nicht. Ich bin im Moment hin- und hergerissen. Mein Verstand sagt mir, dass ich diesen esoterischen Quatsch lassen soll, weil es total bescheuert ist und ich dafür auch noch Geld ausgebe. Andererseits merke ich ja, dass das in mir irgendetwas auslöst und mir gut tut, und das sogar, obwohl ich es gleichzeitig schwachsinnig finde und mir vielleicht auch bescheuert vorkomme, wenn ich dynamisch meditieren soll. (Mit anderen Worten, wildes Rumgehampel und Geatme.) Aber so sehe ich eben immer wieder, ob mich etwas anspricht oder nicht. Und dieser schamanische Abend bzw. Schamanic Yoga hat es irgendwie. Gut, dass die Schamanin, Kursleiterin, Veranstalterin oder wie auch immer, man die Rolle der Dame jetzt endlich bezeichnen mag, ihre Yogaausbildung bei Yoga Vidya gemacht hat, hat mich ja schon abgeschreckt. Die sind mir persönlich zu abgedreht. Aber gut. Ich war als allererstes da, weil ich direkt aus dem Büro kam. Als sie dann kam, und mich begrüßt, wurde die Angst erst bestätigt. Die „Esos“ haben oft auch schon eine ganz andere Art zu sprechen, so als würden sie in anderen Welten schweben, was ja vielleicht auch stimmt.

Wir haben gesungen, getönt, ein ganz kleines bisschen Yoga gemacht (also Asanas), geatmet, getanzt und getrommelt. Tanzen war die dynamische Meditation, die nochmal in unterschiedliche Phasen geteilt ist. „Chaos“ war für mich kaum auszuhalten. Wie im wahren Leben – da kann ich auch nur das Chaos ertragen, dass ich selbst verursache. Vielleicht ist das auch meine Art Raum zu beanspruchen. Gestern habe ich mir eine Ecke am Fenster ausgesucht, aber meine Sachen um mich herum verteilt, als würden da drei Leute liegen. Und so mache ich das ständig, wenn auch nicht mit Absicht. Ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn andere ungefragt in meinen beanspruchten Raum eindringen. Aber diese Chaosmusik, wo nichts zusammenpasste, hat mich fertig gemacht. Danach wurde es natürlich besser, denn jedes Chaos löst sich irgendwann auf. Und dann muss man loslassen können. Das gehört ja nun auch nicht gerade zu meinen Stärken.

Dann haben wir eine Meditation gemacht, bei der uns für jedes Chakra ein Tier begegnen sollte, dass wir fragen sollten, ob es eine Botschaft für uns hat, ob es etwas für uns tun will, oder ob wir etwas für das Tier tun können.

Bei mir waren es Eidechse, Katze, Pfau, Papagei (irgendein rosa Sittich), Elefant, Pferd und Schmetterling / Libelle. Die letzten zwei konnten sich nicht so ganz entscheiden.

Ich weiß nicht, warum genau diese Tiere und da lässt sich jetzt eben darüber streiten, ob es dafür eine höhere Macht gibt, mein Unterbewusstsein oder das einfach die ersten Tiere waren, die mir eingefallen sind. Jedenfalls waren es genau die. Und die Botschaften waren immer sowas wie „Hab mehr Vertrauen in dich, in deine Stärke. Sei stolz auf dich, schau was du hast, was du kannst. Bleib nicht stehen, mach weiter. Veränderung und Transformation muss sein und du schaffst das. Nur der Elefant war der typische Elefant im Porzellanladen. Er sagte aber, dass das nicht schlimm ist und dass es manchmal gar nicht anders geht, wenn das Drumherum einfach zu eng ist, und nicht passt. Das hat mich schon schwer beeindruckt. Danach ging es auf eine schamanische Reise. Ich habe sowas vorher noch nie gemacht. Uns wurde vorher erzählt, wir sollen uns vorstellen, dass wir über unseren Lieblingsplatz in der Natur gehen und dann herabsteigen durch eine Quelle, eine Wurzel oder ähnliches. Und dann schauen wir mal was passiert. Es hieß wir begegnen unserem Kraft Tier und können dann Fragen stellen. Wir sollen uns nur klar darüber sein, dass diese immer ehrlich sein würden. Dann ging es auch schon los. Ich hatte eigentlich gedacht, wir bekommen währenddessen vielleicht noch ein bisschen Anleitung, aber nein, es wurde nur getrommelt. Ich war noch gar nicht so weit, da hatte ich schon im eine Stimme im Kopf „Du musst mich nicht suchen, ich bin doch immer bei dir!“ Mir sind die Tiere aus der Meditation vorher begegnet und ich habe einfach direkt gefragt, „Bist du mein Krafttier?“ Manche Tiere sind einfach wieder verschwunden. Der Pfau sagte, dass er mir nur eine Botschaft überbringen will. Elefanten, eins meiner absoluten Lieblingstiere, sah mich an, streichelte mich mit seinem Rüssel und sagte „Ich wäre es so gerne…“ Zwischendurch erschien ein Hase, der mich auslachte. „Guck mich doch an. Wie könnte ich dein KRAFTtier sein?“ Das Pferd musste ich gar nicht fragen, ich wusste es einfach. Es stand einfach nur da und sah mich an. Ich bin ja eh davon überzeugt, dass Pferde einem bis in die Seele blicken, wenn man sie lässt und nicht nur als Mittel zum Hobby sieht. Dann habe ich Fragen gestellt und Antworten bekommen, die ich eigentlich nicht hören wollte. Da liefen auch direkt Tränen. Das waren im Grunde keine neuen Erkenntnisse für mich, aber irgendwie war das dann doch nochmal intensiver und anders, als wenn ich selbst mir das sage. Auf dem Rückweg habe ich dann Anke und Birgit mitgenommen, damit ich nicht alleine fahren muss. Birgit hat uns noch die Füchse gezeigt, die jeden Abend auf ihrem Grundstück rumwuseln. Na ja, es war weniger gezeigt, wir haben einfach nur vom Balkon aus gewartet, bis sie sich blicken lassen. Die Babys haben wir leider nicht gesehen, aber zwei Füchse haben wir gesehen. Und das war ein schöner Abschluss.

Anke, die ja auch eine Ethno-Ausbildung hat und schamanische Reisen macht, sagt, dass sie die Reisen anders macht und generell ist sie ja einfach herzlicher. Vielleicht macht sie jetzt auch nochmal eine Reise mit uns. Und einerseits freue ich mich darauf und gleichzeitig denke ich wieder, wie verrückt das doch alles ist.

 

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2 Kommentare zu „Blick in die Seele oder schamanischer Abend

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  1. Liebende farbiger Dunkelheit
    jeder katholische Priester ist ein Shamane
    Auch wenn die Kirche solcherlei als heidnisch erklärt
    Weihrauch Mudras Farbenmagie Gewänder Mantren und
    Gesang von der Dämonenaustreibung schweige ich hier
    Neulich am See zitierte mir ein badender Mann ein Gedicht
    Von Heinrich Heine und ich staunte ehrfürchtig wie dieser mir
    Bislang abholde Dichter sich als Seher und Kenner der Naturgeister erwies
    Heiler im Einklang mit den sichtbaren und unsichtbaren Welten
    Sind gefragt Paracelsus und Rudolf Steiner wurden darob ange
    feindet
    Danke Mutter Erde danke Vater Sonne
    Dein Euch liebendes Sternenkind
    Joaquim von Herzen

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