senorita auf Rezeptsuche

Eigentlich wollte ich für morgen noch schnell einen Kuchen backen. Nein, stimmt nicht. Eigentlich wollte ich KEINEN Kuchen backen. Weil meine Büro-Mutti Urlaub hat, und weil ich keine Lust habe zu backen und weil wir in der letzten Woche jeden Tag Kuchen hatten…. Und jetzt gerade dachte ich: „Mhh, ich könnte eigentlich doch noch schnell einen Kuchen backen für morgen.“ Aber ich bin echt schlecht ausgestattet. Mein Buch mit den gesammelten Lieblingsrezepten ist leider weg und ich habe kaum Zutaten da. Selbst die Schokolade, die ich extra zum Backen gekauft hatte, habe ich – bis auf eine Tafel Halbbitter – einfach so aufgegessen. Ich habe weder Kakao noch Zitrone. Weder Rum noch Rum-Aroma. Ein einfacher Rührteig würde gehen, aber das ist doch auch langweilig, oder? Na ja, gibt es eben keinen Kuchen. Ich habe Geburtstag, da könnte mir jemand einen backen! So!

Eigentlich wollte ich aber was ganz anderes erzählen, nämlich wie ich bemerkt habe, dass die Depressionswelle letzte Woche sich wieder verabschiedet hat. Das ist verrückterweise gar nicht sooo eindeutig. Man könnte meinen, es würde ein wahres Stimmungsfeierwerk losgehen. Ups, ich meinte natürlich FeUerwerk, aber feiern passt auch. Yippie yeah, die Depri-Uschi hat mich wieder nicht richtig eingefangen. Juchu, die Schwere ist wieder verschwunden! Aber meistens schleicht das ganze so von dannen, wie es sich angeschlichen und zugepackt hat.

Aber ich saß im Auto auf dem Weg nach Hause und im Radio kam – Justin Timberlake. Ich liiiiiiiiebe Justin Timberlake. Und es war nicht „Can’t stop the feeling“, sondern ein älteres Schätzchen.

Und schon war ich mittendrin „I don’t know what I’m thinking bout, really leaving with you“. Im Auto habe ich meine größten Auftritte, ob das besser ist als in Hörweite kann nur mein Auto beurteilen und die alte Dame hält zu mir. Jedenfalls habe ich da realisiert, dass es mir wirklich besser geht und war unfassbar begeistert.

Deswegen hier jetzt auch für euch:

Aus der Reihe „aufbauende Worte“

Bevor wir unser Büro gewechselt haben, saßen wir zum Innenhof. Direkt gegenüber, aber eine Etage tiefer, liegt die Versandabteilung. Wir haben uns immer wieder fröhlich zugewunken und irgendwie war es auch immer schön, sich beim telefonieren trotzdem noch zu sehen.

Letztens habe ich ein Angebot in unsere Versandabteilung gebracht.

„Ich finde es immer wieder schön, wenn man dich über den Innenhof lachen hört.“

„Jaaaa, dass ich so laut lache, höre ich jetzt nicht zum ersten Mal….“

„Es geht gar nicht um die Lautstärke, du lachst so herzerfrischend. Da freut man sich direkt mit!“

Hach, wie schön. Und dann war es fast traurig zu erzählen, dass wir jetzt in einem Außenbüro sitzen. (Mit sechs(!) Fenstern!)

Über die Stärke…

Du und ich – und auch sonst keiner – kann so hart zuschlagen wie das Leben! Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann … Es zählt bloß, wie viele Schläge man einstecken kann und ob man trotzdem weitermacht.

Es heißt, man solle vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht, denn es könnte in Erfüllung gehen.

Da ich im Moment ja dauerhaft schwere und müde Beine habe, habe ich letztens noch gedacht, dass es eigentlich ganz cool wäre, auch mal „obenrum“ ähnliches zu spüren. Ich glaube, das habe ich heute problemlos geschafft. Denn nach zwei Stunden Yoga in Tüchern, spüre ich jetzt schon meine Oberarme und Brustmuskeln. Dabei war ich direkt in der warmen Badewanne, um dem Muskelkater entgegenzuwirken. Und dann musste ich erstmal schlafen. Ich war ja darauf eingestellt, dass es anstrengender werden würde, als bisher, aber das war irre. Und vor allem fehlt mir die starke Mitte. Das ist ja sowieso ein grundsätzliches Problem – physisch und psychisch.

 

Und mein Ego sticht und sticht. Als ich damals körperlich aufbauen musste, habe ich mich über jeden Erfolg gefreut und war über jeden noch so kleinen Schritt nach vorne ganz euphorisch. Heute nicht mehr. Ich kann noch nicht loslassen. Immer und immer wieder kann ich nur daran denken, dass ich das schon mal hinter mir hatte, dass ich das schon mal konnte und noch viel mehr. Und bin sauer über mich selbst, dass ich es so weit habe kommen lassen. Außerdem ist da noch gaz große Angst es eben nicht noch einmal zu schaffen. Und dann gibt es Übungen, die verstehe ich ganz genau, ich weiß, was ich machen muss, wie ich den Körper anspannen muss, aber mir fehlt einfach die Kraft, um es wirklich zu schaffen. Da könnte ich einfach nur heulen.

Ich glaube, ich suche mir morgen direkt mal ein paar Bauchübungen heraus. Ich will einfach wieder mehr Stärke, um mich der Welt und meinen Ängsten zu stellen – Körperlich und seelisch – und vielleicht schaffe ich es sogar irgendwann netter zu mir selbst zu sein.

Projekt 52 (44)

Hallo ihr Lieben,

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch GertrudTrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847Wili und 365tageimleben machen mit – und sind zum Großteil schon durch mit ihren 52 Wochen.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Meine Selfie-Unlust hält an und so seht ihr nur meine Füße an müdem Felix. Wir hängen noch im Bett rum, ich bin nur einmal aufgestanden, um die Katzen zu füttern, sonst würde er hier nicht schlafen, sondern meine Motivation aufzustehen durch Bisse und Krallen in meine Füße steigern. Damit hat er meistens großen Erfolg. Der Durst auf Kaffee wird die Faulheit aber gleich beenden. Außerdem bin ich heute beim AIRYoga! Das Bild von letztem Jahr hatte ich letzten in einem Beitrag verwurstet und dadurch bin ich darauf gekommen, dass ich das unbedingt mal wieder  machen möchte. Ich bin mal gespannt, wie das so wird, denn man braucht schon ordentliche Körperspannung und die hat mein Körper ja eher verloren. Aber wir werden sehen. Am Freitag Abend war ich wieder Fahrrad fahren. Ich habe zwar keine 18 km wie beim letzten Mal geschafft, aber ich habe das Gefühl, dass mein Körper wieder merkt, wie gut ihm die Bewegung mal getan hat. Ich hoffe das hält an. Mittlerweile bin ich auch wieder bereit mich auf andere Yogalehrer einzulassen. Mir fehlt Yoga einfach so sehr und zu Hause alleine auf der Matte ist es einfach etwas ganz anderes.

Diese Woche war durch einen depressiven Schub geprägt, wobei ich mittlerweile besser damit umgehen kann. Ich versuche eher ruhig zu bleiben und mich der Strömung ein stückweit hinzugeben, anstatt mit aller Macht dagegen anzukämpfen. Das Kämpfen beginnt dann, wenn die Strömung ein bisschen schwächer wird. Das klappt eigentlich ganz gut. Und ich bin so berührt von euren Kommentaren, eurer Offenheit und Mitgefühl! Ganz vielen lieben Dank dafür. Heute morgen kam mir direkt die Idee, eine Blogparade (wäre meine erste) zu diesem Thema zu veranstalten. Aber dazu muss ich mir noch ein paar Gedanken machen. Es ist ja meist einfacher zu reagieren, als von sich aus zu erzählen.

Ich bin im letzten Monat meiner Probezeit und hatte in dieser Woche ein Beurteilungsgespräch mit meinem Chef. Die Beurteilung ist super! Das freut mich so riesig, weil ich gefühlt keine bessere Arbeit leiste als bisher, ich fühle mich einfach nur wohler und eher wertgeschätzt. Und das bestätigt die Beurteilung nochmal, denn es zeigt mir auch, dass die Entscheidung wieder zurück zu gehen genau richtig war!

So, ich stehe jetzt auf und koche mir meinen Kaffee.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

In the end it doesn’t even matter

Chester Bennington ist tot. Ich kann wirklich nicht behaupten, ich wäre ein großer Linkin Park Fan gewesen, aber mich macht es immer betroffen, wenn jemand sich dazu entscheidet sein Leben zu beenden und dies dann auch tatsächlich tut.

Wahrscheinlich weil ich selbst auch an diesem Punkt war, aber zu schwach und zu stark, um es tatsächlich durchzuziehen. Damals kam es mir wie eine Schwäche vor. Nicht mal das konnte ich. Aber gleichzeitig gab es irgendetwas in mir, dass eben stärker war, stärker als ich selbst. Ob es jetzt der reine Überlebenswille war, oder etwas anderes, weiß ich nicht. Aber diese Stärke/Schwäche hat mir das Leben gerettet. Und dann wusste ich, dass ich etwas ändern muss, denn weiter so vor sich hin zu vegetieren und zu leiden, konnte nicht die Lösung sein.

Mir tut es unfassbar leid, um jeden, der diesen Schritt gewählt hat und gleichzeitig muss ich zugeben, dass ich auch ein klein wenig Bewunderung empfinde, dass da jemand konsequent das gemacht hat, was er gefühlt hat. (Dabei möchte ich über richtig oder falsch gar nicht urteilen.)

Was mich gleichermaßen fasziniert, aufregt und verletzt, sind die aus solchen Selbstmorden resultierende Diskussionen. „Depressionen sind doch keine Entschuldigung.“, „Feigling“, „Die armen Kinder/Frau/Mann/Lokführer/Hund/Katze/Maus…“ „Den einfachen Weg genommen“, „Depression sind keine Krankheit“, „Wir alle machen mal schwere Zeiten durch“…. Ich weiß gar nicht, warum ich mir das immer wieder antun muss. Was genauso schlimm ist wie diese Sprüche ist die Reaktion von einigen Leuten, auf ernsthafte Versuche es zu verstehen. Da ist jemand, der ganz rational denkt und dementsprechend überhaupt nicht nachvollziehen kann, was einen Menschen dazu bringen kann. Ich finde es gut, dass er fragt, denn wir wollen doch immer mehr Verständnis und das setzt erstmal Interesse voraus. Damit ist er schon viel weiter, als viele (vor allem ehemalige) Freunde von mir. Und was passiert? Er wird beschimpft und vor allem fällt immer wieder der Spruch „Wenn  man keine Ahnung hat, soll man die Fresse halten!“ Ich glaube, das hat Dieter Nuhr anders gemeint. Wie soll man denn dazu lernen, wenn man nicht fragen darf?

Und wer ist am allerschlimmsten, bei dieser ganzen Pöbelei? Die die sagen, ich hab selbst Depressionen, ich weiß, wovon ich rede. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2015 rund 322 Millionen Menschen betroffen, 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Und nur weil ich einer davon bin, weiß ich, wie es für 331.999.999 andere ist? Wie unfassbar anmaßend und unglaublich dumm das ist! Das regt mich fast mehr auf, als die mit den dummen, oberflächlichen Sprüchen.

Und all das führt dazu, dass ich mich eben doch lieber verstecke. HIer kann ich sagen kann, dass ich Depressionen habe, wann eine schlimme Phase da ist, was mir dann durch den Kopf geht. Aber Treffen sage ich dann doch lieber wegen Kopfschmerzen ab, anstatt zu sagen, ich habe gerade so eine schlimme Phase, dass ich mich nicht unter Menschen traue, dass mir das zu anstrengend ist, dass ich sowieso keinem Gespräch folgen kann, weil ich mich so um mich und meine Grübeleien kreise, dass da kein Platz für etwas anderes ist. Und dass ich dann lieber als komisch gehalten werde, weil ich kurzfristig absage, als dass ich die Bekloppte bin, die sich mal zusammenreißen soll. Schließlich machen wir alle mal schwierige Zeiten durch.

Ich habe das Gefühl, dass sich die Haltung zu Depressionen und psychischen Krankheiten auch wieder dreht. Bei Robert Enke waren wir alle unheimlich betroffen und wollten offener sein, weil es so fürchterlich ist, Depressionen verheimlichen zu müssen. Jetzt wird wieder draufgetreten und das macht mich unheimlich traurig.

Sometimes solutions aren’t so simple
Sometimes goodbye’s the only way

Freitagsfüller

Zum Glück ist diese Horrorwoche (aber diesmal nur wegen mir) fast vorbei. Auch wenn in dieser Woche nicht so viel von mir kam, die Freitagsfüller mache ich trotzdem.

 

  1.  Oh Mist, ich muss echt mehr trinken. Also Wasser, nicht Alkohol. Bis jetzt habe ich gerade mal zwei Gläser Wasser und einen Kaffee getrunken. Viel ist das nicht… 

  2.   Manchmal möchte ich einfach alles hinschmeißen, dann sage ich mir: „Jede Nacht ist irgendwann vorbei. Egal, wie dunkel und angsteinflößend sie ist. Die Sonne geht irgendwann wieder auf.“

  3.  Wollte ich nicht eigentlich wieder mehr lesen? Heute hätte ich mir fast noch mehr Bücher gekauft, dabei habe ich schon einen ganzen Schwung ungelesener Bücher zu Hause. Es ist so schade.

4.  Ich bin wieder gerne mit dem Fahrrad  unterwegs. Das führt gerade zu dauermüden Beinen, aber mein Blutdruck (und ich bilde mir immer ein, damit auch mein Herz) freut sich darüber.

  1.  Die Modesünde des Sommers  ist mir ganz egal. Sommer ist heiß und anstrengend. Da soll doch jeder anziehen was er will. Hauptsache man hat was an.

6.  Ich hasse Mückenstiche. Warum müssen die Mücken immer in Finger, Zehen oder ins GEsicht stechen? Ist das nicht ein bisschen schwachsinnig? Leider mögen mich Mücken sehr gerne und alle anderen um mich rum, sind relativ geschützt, also hat es zumindest etwas Gutes.

  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich über den frühen Feierabend! Ich bin um halb 4 gegangen und war in der Stadt. Jetzt ist sogar mein Handy endlich wieder heile, morgen habe ich geplant, Kaffee trinken und Grillen im Garten edit: das ist ja gar kein Satz! und Sonntag möchte ich fliegen und von der Decke hängen! Ich bin zu einem AIRYoga Workshop angemeldet.

 

Danke Barbara und euch allen ein schönes Wochenende!