Mein heutiges Mantra 

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Zerrissen

Ich kann nicht schlafen. Irgendwie ist alles komisch. Es fühlt sich zumindest komisch an.

Heute bzw. jetzt ja schon gestern war ich beim Yoga. Zum ersten Mal im September! Und wir haben den 22! Das ist doch verrückt. Alles ist nur noch ein Sumpf aus Schlafen, rumliegen, inhalieren, Husten, Medikamente schlucken, was machen wollen, nichts machen können, müde und schlapp sein.

Bevor ich zum Yoga gefahren bin, saß ich auf dem Bett und musste tatsächlich heulen, weil ich nicht wusste, ob ich wirklich hingehen soll oder nicht. Zerrissen vom Schwanken zwischen Angst vor körperlichem Verfall und vor Überforderung. Und ich fühle mich so alleine damit. Ich war heute mit zwei Kolleginnen aus dem Büro und der Azubine Kaffee trinken. „Warum hast du überhaupt Urlaub genommen? Du hättest dich einfach krank melden soll. Das ist doch Verschwendung so. Und danken wird es dir auch niemand!“ Diese Sätze gehen mir nicht mehr aus dem Kopf, weil sie eben auch stimmen. Aber ich wollte nicht mehr krank sein, ich wollte keine Umstände machen und fand es eher bescheuert, dass eine Kollegin sagte, ich solle mit dem Husten doch lieber nochmal zum Arzt gehen und ich krank schrieben lassen, statt den Urlaub normal anzutreten. Der Chirurg hätte mich auch krank geschrieben, aber das hatte ich auch abgelehnt. Scheinbar achte ich doch nicht so gut auf mich, wie es manchmal angebracht wäre.

Es tat gut, wieder Yoga zu machen. Aber ich bin wirklich schwach. Gerade in den Armen habe ich einfach überhaupt keine Kraft und mir fehlt die Luft. „Heute darfst du dich zurückhalten. Beim nächsten Mal nehme ich keine Rücksicht.“ sagte der Yoglehrer, aber er passte immer wieder auf, ob ich wirklich noch mit kam, oder ob das Ego mich antrieb. Es war beides ein bisschen, aber ich musste zwischendurch immer wieder einfachere Variationen nehmen oder Pausen machen. Dafür wurde ich dann nachher gelobt. Aber trotzdem macht mir das Angst. Wann bin ich eigentlich so ein Schisser geworden? Dass ich mir (zu) viele Gedanken mache und viele Sorgen kenne ich, aber diese ständige Angst ist neu. Das will ich nicht. Aber ich habe so das Gefühl, dass es im Moment gar keine Rolle spielt, was ich will und was ich nicht will. Also nehmen wir es wie es kommt. Scheinbar bekomme ich gerade eine Lektion, die ich leider noch nicht begreife.

Stöckchen / Flow-Challenge

Gestern habe ich einen Teil der Fragen ausgelassen, die kommen jetzt:

1. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt?

Wenn ich die als Kind mitzähle, wohne ich jetzt in der 7. Ich weiß nicht, ob das viel ist, aber die Besonderheit ist, dass vier davon in der gleichen Straße liegen.

2. In welchen Laden gehst du gern?

Kann ich gar nicht so allgemein sagen. Ich habe keine bestimmten Lieblingsläden. Aber ich besuche generell gerne Gartencenter und Blumenläden.

3. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Am liebsten Mojito, aber in einer richtigen Kneipe wohl eher ein Radler oder Cola (Cola trinke ich nur auswärts.).

4. Wenn du dich selbstständig machen würdest: mit welcher Tätigkeit?

Ich weiß nicht, ob ich Selbstständigkeit für besonders erstrebenswert halte, aber wenn dann gerne mit einer Art Aktivitätencafé, wo sich einfach nette Menschen treffen, quatschen und gemeinsam häkeln, basteln, Nähen usw. Wo man gemeinsam Konzerte, Yogakurse, Lesungen veranstaltet. Kennt jemand das Buch „Petty Jane’s Frisörsalon“? Sowas wäre toll.

5. Trennst du deinen Müll?

Ja, so gut es eben geht. Wenn es anfängt zu stinken schmeiße ich ausnahmsweise schon mal zusammen.

6. Wie lang stehst du normalerweise unter der Dusche?

15 Minuten. Ich würde auch länger, aber dann kann man lieber Baden gehen. Liebe ich auch.

7. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Eigentlich alle. Außer der Küche. Meine Küche ist echt suboptimal, auch mein Bad gefällt mir nicht mehr sooo super, seid der Wäschetrockner da ist, aber Wohn- und Schlafzimmer sind gemütlich, warm und geben mit Sicherheit.

8. Welchen Schmuck trägst du täglich?

Ohrringe. Am liebsten meine kleinen, roségoldenen Knoten, aber wenn ich keine Ohrringe trage, fühlt es sich fast so an, als hätte ich ein wichtiges Kleidungsstück vergessen. Phasenweise trage ich auch Armbänder täglich, aber die verliere ich leider irgendwann immer.

9. Mögen Kinder dich?

Nicht alle, aber das macht nichts. Ich kann auch nicht alle Kinder leihen. Ich bin nicht der Hutschidutschi-Typ. Meistens mögen mich eher die ruhigen Kinder und eher kleine Jungs. Keine Ahnung warum.

10. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Gerade eben meine Emma. Und der letzte Hund war Arya, der Hund meines Bruders am Montag.

Stöckchen / Flow-Challenge

Die Klabauterfrau wirft mit Stöckchen und weil ich Fragebögen und alles, was zur Selbsterkenntnis beiträgt unheimlich gerne mag, nehme ich das Stöckchen gerne auf und beteilige mich an der Flow-Challenge. Ich nehme jetzt aber direkt alle Fragen, die bisher schon von anderen beantwortet wurden.

1. Wie mild bist du in deinem Urteil?
Je vertrauter ich mit jemandem bin, umso weniger mild ist die Art, wie ich mein Urteil äußere. Das ist ziemlich unfair. Leider bin ich auch sehr nachtragend. Aber ich bemühe mich immer darum, jeden sein zu lassen, wie er ist und mich in denjenigen hineinzuversetzen. Insofern glaube ich, dass ich grundsätzlich mit Urteilen eher zurück halte. ZUmindest bemühe ich mich. Schwierige Frage, weil das ja auch immer individuell ist. Was andere mild finden, ist für mich schon unverschämt und andersrum.

2. Schläfst du in der Regel gut?
In der Regel nein. Ich wurschtel abends so lange rum, bis ich schnell einschlafe. Das hat sich daraus entwickelt, dass ich sonst stundenlang wach lag und nicht einschlafen konnte. Ich werde jede Nacht mehrmals wach.

3. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Zum Glück nicht, denn ich finde es schrecklich! Das ist auch eine psychische Geschichte, denn ich finde es wirklich gruselig, mit so vielen fremden Menschen „eingesperrt“ zu sein. Bis vor vier oder fünf Jahren habe ich täglich den ÖPNV genutzt, seit ich mein Auto habe, so gut wie gar nicht mehr.

4. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Zu einer guten Mischung und je nach Laune. Ich tanze wirklich gerne und gerade liebe ich Hula. Ich halte es da auch wie Meredith Grey. Manche Dinge kann man auch einfach austanzen.

5. Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Nein, in der Regel nicht. Selbst wenn ich es versuche, bin ich nicht wirklich offen, weil ich einfach zu nachtragend bin. Es gibt nur eine Freundin, die nach einem üblen Streit einfach nicht aufgegeben hat und immer wieder Kontakt suchte. Heute sagt sie selbst, sie wäre vorher noch nie einer Frau nachgelaufen. Ich in froh, dass sie es getan hat. Das ist übrigens die, die auch einen Schlüssel zu meiner Wohnung hat.

6. Welches Wort bringt dich auf die Palme?
Eher eine Frage: Ist das so? Was wollen die Leute hören? Natürlich ist das nicht so, ich erzähle einfach nur so gerne Bullshit!

7. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?
Ja, ich saß bei verschiedenen Sendungen im Publikum und war das ein oder andere Mal auch zu sehen. Also für die, die wussten, wann  man darauf achten muss. Das ZDF wollte meine Schwester und mich in Düsseldorf kurz vor einer Wahl befragen, aber wir haben uns geweigert.

8. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?
Ich habe durch den Brand gelernt, dass Zuhause nicht von Gegenständen oder Einrichtung abhängt. Es ist das Gefühl, meinen Wohlfühlort, meinen sicheren Hafen gefunden zu haben. Bei mir gilt zu 100% My home is my castle!

9. Was für eine Art von Humor hast du?
Je bescheuerter, umso lustiger finde ich es. Mein Lieblingswitz: In der Metzgerei. „Ich hätte gerne 200gr. von der dicken Groben.“ „Das geht leider nicht. Die hat heute Berufsschule.“ In jeder Metzgerei muss ich daran denken und lachen.

Ich mag aber auch intelligente Witze, die manchmal ein bisschen dauern, bis es klick macht und die eher so nebenbei daher kommen. Ein Berufsschullehrer hat solche Witze immer wieder in den Unterricht eingebaut, das habe ich sehr gemocht. (Und viele haben die Witze nicht mal mitbekommen.)

10. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Mein Nachttisch ist ein Schminktisch. Ich fand es sooo toll einen Schminktisch anzuschaffen, das Problem ist aber, dass ich so extrem kurzsichtig bin, dass mir der Spiegel viel zu weit weg ist. Insofern war der Schminktisch ein absoluter Fehlkauf. Als dann noch der Trockner kam, fehlte im Bad auch noch der Platz. Also steht er jetzt neben meinem Bett und wird als Schmuck und Medikamentenschränkchen genutzt. (Und wer jetzt Bücher erwartet hätte, die liegen auf dem riesigen Kopfteil vom Bett.)

Früher gestellte Fragen:

1. Wofür verwendest du zu viel Zeit?
Mein größter Zeitfresser ist das Internet. Ich wusel gerne durch Blogs, google durch die unterschiedlichsten Themen, soziale Netzwerke (Instagram-Storys sind fürchterlich!) und leider auch kleine Spielchen. Hay Day spielt meine ganze Familie und schnell wird aus „Ich ernte mal eben!“ eine Stunde, die einfach so verdaddelt wurde.

2. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?
Jein. Wenn ich weinen muss, dann muss ich weinen und das hat genauso seine Berechtigung wie Lachen. Aber andere sind damit so schnell überfordert oder werten es als Schwäche. Dabei bin ich einfach eine Heulsuse und stehe dazu. Mein Chef müsste das jetzt nicht unbedingt wissen, aber sonst… Mir wurde aber auch immer gesagt, dass Heulen hässlich macht  und der Spruch springt mir dann immer wieder in den Kopf.

3. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?
Puuuh, in ganz vielen und das macht mich oft wahnsinnig. Letztens haben wir erst festgestellt, dass wir beide anfangen zu zählen, wenn wir warten müssen. Meine Mutter und ich sind uns extrem ähnlich. Selbst bei den psychischen und sozialen Schwierigkeiten. Das macht das gegenseitige Ratschläge-Geben natürlich immer ein bisschen lächerlich.

4. Was machst du morgens als Erstes?
Nachfühlen, wo die Katzen liegen. Ich habe Felix schon öfters aus dem Bett geschoben, weil ich nicht gemerkt habe, dass er am Fußende liegt.

5. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann einmal kaufen?
Irgendwann in meinem Leben möchte ich mal ein Hochzeitkleid kaufen. Für mich.

6. Woraus besteht dein Frühstück?
In der Woche aus Kefir mit Obst, Körnern oder Saft. Ich frühstücke nicht gerne. Das ist mir auch viel zu früh. Vor 10 möchte ich eigentlich nie etwas essen.

7. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?
Gar nicht an einen bestimmten Urlaub, aber immer ans Meer.

8. Welche Tageszeit magst du am liebsten?
Ich würde so gerne den Morgen nennen, weil es so schön ist, wenn alles erwacht, die Sonne raus kommt usw. Aber ich bin morgens nicht zu gebrauchen. Ich mag den Abend, wenn alles ruhig und leise wird, wenn alle froh sind, dass sie den Tag geschafft haben und sich was Nettes gönnen. Da bin ich am produktivsten, da fallen mir die meisten Sachen ein und meine Katzen am aktivsten. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass der Druck von allem, was der Tag so fordert endlich abfällt.

9. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?
So abgedroschen das auch klingt, ich finde, dass jede Jahreszeit etwas für sich hat und vor allem finde ich es gut, dass wir Jahreszeiten haben und sich so der ganze Zyklus von Erwachen bis Pause immer wieder wiederholt. Nur die Extreme machen mich fertig.

10. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?
Das ist noch gar nicht so lange her. Jetzt mit Krankheit und Urlaub, mache ich viel zu gerne nichts.

Es gibt noch einen Frageteil, aber den mache ich dann morgen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Keine Bilanz

Die Mitte des Monats ist schon durch und eigentlich wäre jetzt Zeit zum Bilanzziehen über Gewicht und Maße, aber ich habe überhaupt keine Lust.

Das liegt einerseits daran, dass ich vor einem Monat noch ganz euphorisch war und gehofft hatte, jetzt unter 80 kg zu sein, was bestimmt nicht geklappt hat und zum anderen ist Gewicht jetzt gerade gar kein sooo großes Thema. Es wird ganz bestimmt wieder kommen, ich kenne mich ja. Aber nach zwei Wochen Krankheit und in der dritten Woche Husten und dementsprechend viel Schlaf und wenig Bewegung, gilt es erstmal wieder in einen Alltag zu finden. Leider neige ich dazu in solchen Situationen durchzuhängen und mir fällt es unheimlich schwer aus diesem Modus wieder herauszukommen. Am Montag zum Beispiel hatte ich einfach keine Lust auf Hula, dabei weiß ich genau, dass es mir gut getan hätte. Aber ich hatte richtige Bauchschmerzen weil ich nicht wusste, ob ich gehen soll oder nicht, ob das Keine-Lust wirklich keine Lust oder eher aus dem Modus „ich mache jetzt einfach gar nichts mehr“ heraus entstanden ist. Ich achte im Moment auch überhaupt nicht aufs Essen, also geht es wieder stark nach Emotionen. Aber krank sein ist zum Glück weder Dauer- noch Normalzustand. Und diesen wieder zu erreichen hat jetzt erstmal Priorität.

Projekt 52 (52)

 

 

 

Jede Woche poste ich etwas Selfie-mäßiges. Darauf gekommen bin ich durch Zeilenende.

Auch GertrudTrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847Wili und 365tageimleben machen mit – und sind zum Großteil schon durch mit ihren 52 Wochen.

Alle bisherigen Beiträge dazu findet ihr hier.

Das war`s

So werde ich nun nicht mehr meine sonntäglichen Beiträge beginnen, denn meine 52 Wochen sind nun auch vorbei. Vor 52 Wochen habe ich „richtig“ angefangen zu bloggen. Vorher war es ein unregelmäßiges vor mich hinschreiben und mit diesem Projekt habe ich neue Blogs entdeckt und andere Blogger kennengelernt. Deswegen macht es mich auch traurig, dass die 52 Wochen vorbei sind.

Vor 52 Wochen hatte ich noch keine Ahnung, welche Prüfungen mir bevorstehen würden. Der neue Job war schon eine Herausforderung, aber ich hatte so viel abgenommen, ich hatte einen neuen Job ohne mich dafür beworben zu haben und dachte, es könne nur noch bergauf gehen. Ich war der Meinung, ich hätte mich so verändert, dass mir das einfach zustehen würde. Ich habe mich auf alles gestürzt, was neu und anders war. Ich zog in eine andere Wohnung. Und dann merkte ich, wie unglücklich mich der neue Job machte. Ich bekam das Angebot wieder zurück zur alten Firma zu kommen, wieder ohne dass ich mich beworben hatte.  Im Dezember, genau an dem Tag, an dem ich die alte Stelle annahm, brannte meine Wohnung. Und so oft ich auch heute noch sage, ich weiß nicht, wie das passieren konnte, war es morgens eine bewusste Entscheidung die Kerzen brennen zu lassen. Es wird schon nichts passieren. Die gehen irgendwann von alleine aus. Es kam anders und daran bin ich ganz alleine schuld. Es ist als hätte ich mein Glück oder das Universum oder höhere Mächte herausgefordert. Aber so funktioniert das nicht. Man fordert höhere Mächte nicht einfach so heraus, ohne mit den Konsequenzen leben zu müssen.Wenn den Katzen oder sonst irgendwem etwas passiert wäre, hätte ich mir das nie verzeihen können. Ich zog zurück zu meinen Eltern und fiel in viele alte Muster zurück. Ich nahm unheimlich viel zu. Was war also all die Veränderung wert? Ich fühlte mich wie ein großer Versager. Ich hatte gar nichts geschafft. Und trotzdem ist da eine Stimme, die immer stärker wird und die früher nicht da war und die sagt, dass das nicht stimmt. Ich bin stärker als ich es jemals für möglich gehalten hätte und ich habe mich zurückgekämpft! Okay, ich bin immer noch fett, aber was sagt das über meinen Wert aus? Nichts! Endlich nehme ich mir das Recht, auf mich selbst zu hören und für mich einzustehen. Ich entscheide, wen ich in meinem Leben haben möchte und wen nicht.

Ich habe meine Wohnung nochmal neu eingerichtet, ich habe Hilfe von Menschen bekommen, von denen ich es nie erwartet hätte und wurde von Leuten enttäuscht mit denen ich fest gerechnet hatte. Ich habe zum allerersten Mal jemandem, der nicht zur Familie gehört, einen Schlüssel zu meiner Wohnung gegeben. Immer noch ein seltsames Gefühl, aber gleichzeitig bin ich dankbar, dass es so jemanden in meinem Leben gibt! Zum allerersten Mal habe ich eine finanzielle Reserve, die mir Sicherheit gibt. Aber mich auch verunsichert.

Aber natürlich bin ich noch nicht fertig. Ich lebe immer viel zu sehr in der Vergangenheit, ich igle mich zu sehr ein, ich habe immer noch unheimlich große Selbstzweifel. Meine Mutter hat sich immer in meinen Haushalt eingemischt. Jetzt lässt sie es endlich, weil sie selbst genug zu tun hat und ich merke, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, wie man das macht. Für sich selbst zu sorgen, regelmäßig einzukaufen, zu kochen, zu putzen, aufzuräumen…. und das tut gerade weh.

Überhaupt habe ich in diesem 52 Wochen viele Verluste mitgemacht. Mein Yogastudio hat geschlossen. Meine Therapie sowohl medikamentös, aber auch beim Psychiater und bei meiner Psychologin beendet.

Ende 2016 haben alle immer wieder gesagt, dass 2017 MEIN Jahr wird. Ist es das? Nein, ich glaube nicht. Es ist immer noch ein Jahr der Umbrüche und Abschiede, aber die Prüfungen, die dieses Jahr mir stellt, sind anders. Immer noch niederschmetternd und angsteinflößend, aber ich habe eine andere Sicherheit.  Ich weiß, dass ich überleben werde und dass jede Nacht irgendwann vorüber ist. Es ist auch ein Jahr des Bilanzziehens und des Bereitmachens auf Neues. Ich stehe mir immer noch viel zu oft selbst im Weg und erschaffe Probleme wo keine sein müssten. Ich stelle mich selbst viel zu oft in Frage, aber ich lasse nicht mehr zu, das andere es tun. Ich habe hart dafür gekämpft mich mit mir selbst anzufreunden und das lasse ich mir nicht von anderen kaputt machen, weil sie meinen, sie würden mich besser kennen als ich selbst.

Ich wünsche mir immer noch mehr Beständigkeit in meinem Leben, aber so langsam glaube ich, dass ich die erst bekomme, wenn ich sie nicht mehr brauche.

Und jetzt?

Also schauen wir mal, was da noch kommen mag. Hier auf dem Blog brauche ich eine Art des Rückblicks, des Zusammenfassens und Bewusstmachen. Dafür war dieses Projekt ideal. Was ich nicht vermissen werde, sind die Selfies. Besonders wenn ich Sonntags keins aus der Woche hatte. Gerade die Sonntage sind meine Faulernzertage und so sehe ich dann auch so aus. Das ist aber nicht gerade Selfie-geeignet.

Und im Leben? Ich weiß es nicht. Ich habe immer noch Angst zurückzufallen, alleine nicht zurechtzukommen, die Vergangenheit nicht loslassen zu können, mich nicht weiter zu entwickeln und als verbitterte, einsame Katzenfrau zu enden.  Ich habe Angst vor depressiven Phasen, die ich alleine durchstehen muss ohne das bisher bekannte und bewährte Sicherheitsnetz. Aber vielleicht wird sich auch zeigen, ob ich es noch brauche. Es kommt sowieso, wie es kommen soll oder so wie man es braucht. Beim Hula sagt man, man lernt ein Lied dann, wenn man dafür bereit ist und wenn man totale Schwierigkeiten hat und eher auswendig lernt, anstatt der Geschichte zu folgen, dann ist man wohl noch nicht bereit für das Lied. Und ich glaube, letztendlich ist es im Leben auch so. Also Aloha! und Mahalo an Zeilenende für dieses Projekt!

Sollen wir es sofort raus nehmen?

Wenn ich mich nicht irre, habe ich letztens schon mal erwähnt, dass ich eine seltsame Beule am Kopf habe. Schon seit Jahren! Ohne zu wissen, was das sein könnte und in einer Hypochonderphase, habe ich die Idee entwickelt, es könnte etwas bösartiges sein. Aber anstatt das dann erst Recht abklären zu lassen, wähle ich in solchen Fällen eher die Vogel-Strauß-Technik. Wenn ich es ignoriere, dann kann meine Angst auch nicht bestätigt werden. Aber in letzter Zeit ist das Ding noch größer geworden und spannte dann auch. Es sind ja Haare drüber, also fällt es zumindest nicht auf. Andererseits hatte ich dann auch wieder die Sorge, dass mir an der Stelle die Haare abrasiert werden, sollte das Ding entfernt werden müssen.

Letztens war ich ja sowieso bei meinem Hausarzt und habe ihm von meiner Beule erzählt. Er sagte – ohne dass ich extra danach gefragt hätte- , es wäre nichts, was aus dem Kopf kommt (Gott sei Dank!) aber auch nichts, was von alleine wieder verschwindet. Es würde eher noch größer werden und ich solle das von einem Chirurgen abklären lassen. Ich habe dann auch direkt einen Termin vereinbart. Gestern war es also so weit. Ich war vorher relativ entspannt, weil ich auf der Internetseite gelesen hatte, dass vor einer OP 24 Stunden Bedenkzeit gegeben werden und ich somit davon ausgegangen bin, dass außer einem Gespräch nichts passieren wird. „Das ist ein Atherom. Sollen wir es sofort raus nehmen?“ So viel zum Thema Bedenkzeit. Aber nun war ich da und lieber sofort, als dass ich wieder Zeit mit Grübeln und Verrücktmachen verbringe. Also Gespräch über Risiken, Nachbehandlung usw. eine Unterschrift und schon lag ich im OP-Raum. Also genau genommen, war es einfach ein Arztzimmer mit Liege mitten im Raum. Die Stelle wurde lokal betäubt. Eine Spritze IN DEN KOPF! Das war so unangenehm. 15 Minuten später ging es los. Ich habe das Aufschneiden deutlich gespürt und war erstmal erschrocken, denn ich gehe davon aus, dass Narkose bedeutet, dass man nichts mehr spürt. Aber das funktioniert beim Zahnarzt leider auch schon nicht. Ein ekelhaftes Gefühl, aber innerhalb von fünf Minuten war es auch schon erledigt und das Ding entfernt. Nächste Woche muss ich nochmal hin zum Fäden ziehen. Gestern tat die Wunde noch weh, heute merke ich es nur noch, wenn ich mir unbedacht an den Kopf fasse. Es ist komisch, dass die Beule weg ist. Fast als würde etwas fehlen. Aber ich bin froh, dass ich es endlich angegangen bin. Warum habe ich überhaupt so lange gewartet?! Als nächstes könnte ich dann mal die Probleme in meinem Handgelenk abklären lassen. Ich trage nachts schon lange eine schiene und es hilft, ohne dass je abgeklärt wurde, was da eigentlich das Problem ist. Es fühlt sich an, als wäre das Problem in den Oberarm gewandert. Vielleicht lerne ich es auch nochmal, dass Handeln besser ist als Aushalten.

Was ich leider aushalten muss ist der Husten. Gestern war es schon viel weniger, heute dafür wieder heftiger. Ich glaube, ich klemme mir Yoga morgen nochmal. Heute war ich mit meiner Schwester und dem Hund spazieren – das war schon unheimlich anstrengend. Aber wenn der Körper Ruhe will, dann soll er die bekommen.