Stolz

💪

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Aus der Reihe „aufbauende Worte“

Eigentlich kommen diese Worte noch aus der letzten Woche. Genau nach dem Tag, an dem es mir wieder so schlecht ging und ich vor lauter Sorgen kaum geradeaus denken konnte.

Du lächelst einen immer so strahlend an! Da bekommt man sofort gute Laune und vergisst seine Sorgen. Das finde ich so toll und wollte ich dir gerne einfach mal sagen!

Ein Kollege, dem ich einfach nur einen Guten Morgen gewünscht habe.

Finde deinen Weg

Es gibt Glückwünsche, die hauen mich einfach um. (Extra fürs Zeilenende spare ich mir das Thema älter werden.)

„Behalte deine lebensfrohe Art“

Ich habe eine lebensfrohe Art? Wow. Meine Schwester hat mal zu mir gesagt „Dir scheint zwar nicht ständig die Sonne aus dem A***, aber du bist ja auch keine Depri-Uschi!“ (Daher kommt auch der Name „Depri-Uschi“.) Ich finde meine Schwester hat das gut getroffen. Einen lebensfrohen Menschen stelle ich mir anders vor. Andererseits hat der lebensfroheste Mensch auch mal schlechte Tage, oder nicht? Ich glaube, alle die etwas anderes behaupten machen sich selbst etwas vor oder sind gut im Verdrängen, was ja auch vollkommen okay ist, wenn es für sie passt. Aber zu mir passt es eben nicht. Und insofern freue ich mich einfach und irgendwie stimmt es ja doch. Ich habe immer mehr Spaß einfach auch an einfachen Alltagsdingen und auf der Arbeit ist mein Lachen scheinbar schon legendär.

„Du bist ein ganz besonderer Mensch“

Ähm, ja. Was soll ich dazu sagen? Damit kann ich am schlechtesten umgehen. Sind wir nicht alle besonders? Jeder für sich? Ich war immer ein Außenseiter, immer zu ruhig, zu in sich gekehrt, zu grübelnd, um alles und jedes Gedanken machen, zu sensibel, zu verträumt, zu empfindlich.  Das ist eben nicht besonders cool. Aber wann bin ich eigentlich so geworden? Als kleines Kind, war ich viel lauter, als Baby ja schon. Meine Eltern haben mich extra ins Auto gesetzt und sind durch die Gegend gefahren, damit ich endlich ruhig bin und schlafe. Na ja, die Frage was angeboren und was angelernt wurde, werde ich wohl nicht auf die Schnelle klären können. Die Frage ist auch, ob das nötig ist. Lange Zeit hätte ich sofort „jaaaaaaaa“ geschrien, aber jetzt glaube ich, dass doch viel wichtiger ist, was jetzt ist und was macht jetzt daraus macht und seinen Weg zum Glück für sich findet. Das Cool-Sein-Wollen habe ich zum Beispiel aufgegeben. Dann bin ich eben Außenseiter und gehöre nicht direkt zur Gruppe. Hauptsache ich finde abseits ähnliche Seelen und das funktioniert immer besser. Ob mich das jetzt besonders macht? Ich weiß es nicht. Besonders sein klingt für mich wie eine Auszeichnung und ich habe nicht das Gefühl, dass ich die verdient habe. Ich steche doch auch nirgendwo raus, ich versuche nur, mich nicht mehr zu verstecken. Hach, ein ganz schwieriges Thema. Da fällt mir auch direkt wieder „Creep“ ein. I wish I was special! Ja, das Gefühl kenne ich. Und jetzt kommt die Rückmeldung von außen und ich bin überfordert. Passt eben auch nicht so richtig zum weirdo-Selbstbild.

„Du hast ein großes offenes Herz und eine sympathische liebenswerte Seele….“

Hach, das geht runter wie Öl. Und da kann ich ehrlich sagen, dass ich  mich einfach nur freue und das tatsächlich annehmen kann. Ich bin glücklich, dass das was ich nach inner fühle, auch im Außen ankommt. Danke für diese Erkenntnis.

Sei wie du bist!  Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest, ihn weiter verfolgst, ihn stark und mutig weitergehst und dass du dich von deiner Vergangenheit befreist und im jetzt lebst. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Und diese Nachricht hat mich wirklich umgehauen. Jedes Mal, wenn ich sie mir wieder anhöre (es ist eine Sprachnachricht), kommen mir die Tränen und auch jetzt wieder beim Aufschreiben. Ich habe auch noch gar nicht darauf geantwortet. Das ist genau das, was ich mir so sehr wünsche. In den Gesprächen mit meinen Eltern, der Situation mit meinem Bruder im Moment, aber auch in ganz vielen kleinen Situationen jeden Tag, die eine Erinnerung auslösen, ist der Wunsch immer größer, dass Vergangene einfach loslassen zu können. Einfach ist dabei natürlich gar nichts, denn ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Aber es wächst immer mehr das Gefühl, dass es mir zu viel Kraft und Energie raubt, immer wieder alte Gefühle neu zu durchleben und es ist auch unfair den anderne gegenüber. Meinen Eltern und Geschwistern, denen ich nicht verzeihen kann, Freunden, denen ich unterstelle, sie würden mich verlassen, weil andere dies getan haben, Männern, die doch nicht alle Mistkerle sein können, weil ich an so einen geraten bin… Ich habe so ein Misstrauen und so eine Angst vor Verlust entwickelt, aber auch eine UNerbittlichkeit und vielleicht sogar ein kleines bisschen Verbitterung, die ich überhaupt nicht gebrauchen kann und vor allem NICHT WILL! Aber wie geht das?

Und auch mit dem Weg finden. Ich habe keinen Plan, wo ich im Leben hin will. Da sind immer wieder neue Ideen, aber keine wird tatächlich mit Herzblut verfolgt. Vielleicht war die richtige dann noch nicht dabei, aber andereseits, war sie das vielleicht doch und ich bin ihr nur nicht nachgegangen, weil ich mich nicht getraut habe, weil ich mir selbst zu wenig zutraue. Diese typische Bewerbungsgespräch-Frage „Wo sehen sie sich in fünf Jahren?“, führt bei mir zu Herzrasen. Keine Ahnung?! Lange habe ich immer gesagt, weil das Leben sowieso immer andere Sachen mit einem vorhat und es dementsprechend auch keinen Sinn hat, Pläne zu machen. Aber so grundlegende Dinge Kinde/Ehe oder Mann überhaupt/Eigentum/berufliche Perspektiven… da schadet es doch nicht zumindest eine Idee oder einen Wunsch zu haben. Das Leben stellt uns sowieso auf die Probe, aber das heißt doch nicht, dass ich selbst nichts beisteuern kann, dass ich mich in die gewünschte Richtung bewege. Ich dagegen stolpere durch mein Leben, dass man denken könnte, ich würde Freestyle tanzen. (Der Spruch ist natürlich geklaut, aber ich freue mich gerade, wie gut ich ihn einbauen konnte!)

Ich weiß einfach nicht, wie ich das umsetzen kann. Ich möchte das so sehr, aber ich weiß nicht, wie das geht. Und ich glaube, das ist es, was mir bei dieser Nachricht die Tränen in die Augen treibt.

 

Anmerkung:

Bevor das jemand in den falschen Hals bekommt: Ich habe das jetzt nicht geschrieben, um mit meinen Glückwünschen anzugeben, oder damit mir alle sagen, wie toll ich bin, sondern einfach nur, weil ich meine Gedanken dazu sortieren muss und weil ich mittlerweile weiß, dass sie eher aus meinem Kopf sind, wenn ich sie erst in die (Blogger-)Welt getragen habe.

Ich wünsche euch einen schönen Samstag

 

Aus der Reihe „aufbauende Worte“

Bevor wir unser Büro gewechselt haben, saßen wir zum Innenhof. Direkt gegenüber, aber eine Etage tiefer, liegt die Versandabteilung. Wir haben uns immer wieder fröhlich zugewunken und irgendwie war es auch immer schön, sich beim telefonieren trotzdem noch zu sehen.

Letztens habe ich ein Angebot in unsere Versandabteilung gebracht.

„Ich finde es immer wieder schön, wenn man dich über den Innenhof lachen hört.“

„Jaaaa, dass ich so laut lache, höre ich jetzt nicht zum ersten Mal….“

„Es geht gar nicht um die Lautstärke, du lachst so herzerfrischend. Da freut man sich direkt mit!“

Hach, wie schön. Und dann war es fast traurig zu erzählen, dass wir jetzt in einem Außenbüro sitzen. (Mit sechs(!) Fenstern!)

Aus der Reihe „Aufbauende Worte“

Wollte dir nur mal sagen, bin stolz auf dich!

Solche Dinge wie die Gebärmutter zu besingen oder die Weiblichkeit im Hula zu tanzen, empfinde ich für mich als ganz viel Mut und Stärke.

Schön, dass du dabei bist 💕💕💕💕

Meine (ehemalige) Yogalehrerin

Und irgendwie hat sie Recht. Weiblichkeit ist immer auch gefährlich und angreifbar. Manchmal glaube ich, dass ich durchs Zunehmen nicht nur meine Seele ihren Panzer will, sondern mein Körper auch seine Weiblichkeit aufgibt. Ich glaube, deswegen erreicht mich das vielgelobte „Fettlogiken überwinden“ auch nicht. Da stehen lauter schlaue Sachen drin, aber dass Essen mehr als Nahrungsaufnahme ist, geht darin verloren. Vielleicht würde die Autorin das aber auch wieder als Fettlogik sehen. Aber das ist ein anderes Thema und soll ein andermal erzählt werden. (Entschuldigung, ich habe letztens „Die unendliche Geschichte“ gesehen. Und das Buch vermisse ich auch.)

Jedenfalls bezeichnen man dicke Frauen ja gerne mal als kurvig, ich finde mich aber nicht kurvig, sondern einfach rund, weich und unförmig. Wenn ich mich aber beim Hula im Spiegel sehe, dann schwingen da die Hüften, dann sehe ich eine Leichtigkeit, die der Körper eigentlich gar nicht hergibt.

Und ja, ich mache Dinge, vor denen ich Angst habe. Weil ich nicht weiß, was mich erwartet, weil ich mir selbst zu wenig zutraue, weil ich mich schäme, weil andere es bescheuert finden könnten…. ich habe zum Beispiel niemandem erzöhlt, dass ich den ersten Reikigrad macchen werde, oder dass ich zu einem schamanischen Abend gehe, weil ich glaube, dass es zwischen Himmel und Herde mehr gibt, als wir uns vorstellen können und weil ich die Hoffnung habe, mich selbst zu finden und Kraft zu schöpfen, die mir hilft, mich der Depri-Uschi zu stellen, meine Vergangenheit loszulassen (im Sinne von akzeptieren) und meine Eltern zu verzeihen. Der Verstand weiß schon längst, dass sie nicht anders konnten, dass alle Eltern Fehler machen und dass sie trotzdem ihr bestes geben. Aber ich sehe auch meine Mutter, wie gefangen sie immer noch in ihrer Kindheit, in ihren Erlebnissen ist und deswegen keinen Kopf für meine hatte und hat. Das möchte ich für mich nicht und deswegen möchte ich lernen loszulassen. Darum probiere ich alles aus, woraus ich Kraft schöpfen könnte. Und dass das so gesehen wird, freut mich unheimlich.

Änderungen

Eigentlich ging es darum, dass ich heute unzählige Dokumente wieder und wieder überarbeiten musste. Aber was mir ein Kollege dazu geschrieben hat, passt eigentlich auch grundsätzlich.

Ja, so es ist. Das ist eine äußerst spannende und aufregende Tätigkeit.

Wir ändern morgen, wir ändern heut,
wir  ändern wütend und erfreut.

Wir ändern, ohne zu verzagen,
an allen sieben  Wochentagen.

Wir ändern teils aus purer Lust,
mit Vorsatz teils, teils unbewusst.

Wir ändern gut und auch bedingt,
weil ändern immer Arbeit bringt.

Wir ändern resigniert und still,
wie jeder es so haben  will.

Die Alten ändern und die Jungen,
wir ändern selbst die  Änderungen.

Wir ändern, was man ändern kann,
und stehen dabei unsern  Mann.

Und ist der Plan auch gut gelungen,
bestimmt verträgt er Änderungen.

Wir ändern deshalb früh und spät
alles, was zu ändern geht.

Wir ändern heut‘ und jederzeit,
zum Denken bleibt uns wenig  Zeit.

Gruß
Jürgen