Stöckchen / Flow-Challenge

Gestern habe ich einen Teil der Fragen ausgelassen, die kommen jetzt:

1. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt?

Wenn ich die als Kind mitzähle, wohne ich jetzt in der 7. Ich weiß nicht, ob das viel ist, aber die Besonderheit ist, dass vier davon in der gleichen Straße liegen.

2. In welchen Laden gehst du gern?

Kann ich gar nicht so allgemein sagen. Ich habe keine bestimmten Lieblingsläden. Aber ich besuche generell gerne Gartencenter und Blumenläden.

3. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Am liebsten Mojito, aber in einer richtigen Kneipe wohl eher ein Radler oder Cola (Cola trinke ich nur auswärts.).

4. Wenn du dich selbstständig machen würdest: mit welcher Tätigkeit?

Ich weiß nicht, ob ich Selbstständigkeit für besonders erstrebenswert halte, aber wenn dann gerne mit einer Art Aktivitätencafé, wo sich einfach nette Menschen treffen, quatschen und gemeinsam häkeln, basteln, Nähen usw. Wo man gemeinsam Konzerte, Yogakurse, Lesungen veranstaltet. Kennt jemand das Buch „Petty Jane’s Frisörsalon“? Sowas wäre toll.

5. Trennst du deinen Müll?

Ja, so gut es eben geht. Wenn es anfängt zu stinken schmeiße ich ausnahmsweise schon mal zusammen.

6. Wie lang stehst du normalerweise unter der Dusche?

15 Minuten. Ich würde auch länger, aber dann kann man lieber Baden gehen. Liebe ich auch.

7. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Eigentlich alle. Außer der Küche. Meine Küche ist echt suboptimal, auch mein Bad gefällt mir nicht mehr sooo super, seid der Wäschetrockner da ist, aber Wohn- und Schlafzimmer sind gemütlich, warm und geben mit Sicherheit.

8. Welchen Schmuck trägst du täglich?

Ohrringe. Am liebsten meine kleinen, roségoldenen Knoten, aber wenn ich keine Ohrringe trage, fühlt es sich fast so an, als hätte ich ein wichtiges Kleidungsstück vergessen. Phasenweise trage ich auch Armbänder täglich, aber die verliere ich leider irgendwann immer.

9. Mögen Kinder dich?

Nicht alle, aber das macht nichts. Ich kann auch nicht alle Kinder leihen. Ich bin nicht der Hutschidutschi-Typ. Meistens mögen mich eher die ruhigen Kinder und eher kleine Jungs. Keine Ahnung warum.

10. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Gerade eben meine Emma. Und der letzte Hund war Arya, der Hund meines Bruders am Montag.

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Stöckchen / Flow-Challenge

Die Klabauterfrau wirft mit Stöckchen und weil ich Fragebögen und alles, was zur Selbsterkenntnis beiträgt unheimlich gerne mag, nehme ich das Stöckchen gerne auf und beteilige mich an der Flow-Challenge. Ich nehme jetzt aber direkt alle Fragen, die bisher schon von anderen beantwortet wurden.

1. Wie mild bist du in deinem Urteil?
Je vertrauter ich mit jemandem bin, umso weniger mild ist die Art, wie ich mein Urteil äußere. Das ist ziemlich unfair. Leider bin ich auch sehr nachtragend. Aber ich bemühe mich immer darum, jeden sein zu lassen, wie er ist und mich in denjenigen hineinzuversetzen. Insofern glaube ich, dass ich grundsätzlich mit Urteilen eher zurück halte. ZUmindest bemühe ich mich. Schwierige Frage, weil das ja auch immer individuell ist. Was andere mild finden, ist für mich schon unverschämt und andersrum.

2. Schläfst du in der Regel gut?
In der Regel nein. Ich wurschtel abends so lange rum, bis ich schnell einschlafe. Das hat sich daraus entwickelt, dass ich sonst stundenlang wach lag und nicht einschlafen konnte. Ich werde jede Nacht mehrmals wach.

3. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Zum Glück nicht, denn ich finde es schrecklich! Das ist auch eine psychische Geschichte, denn ich finde es wirklich gruselig, mit so vielen fremden Menschen „eingesperrt“ zu sein. Bis vor vier oder fünf Jahren habe ich täglich den ÖPNV genutzt, seit ich mein Auto habe, so gut wie gar nicht mehr.

4. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Zu einer guten Mischung und je nach Laune. Ich tanze wirklich gerne und gerade liebe ich Hula. Ich halte es da auch wie Meredith Grey. Manche Dinge kann man auch einfach austanzen.

5. Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Nein, in der Regel nicht. Selbst wenn ich es versuche, bin ich nicht wirklich offen, weil ich einfach zu nachtragend bin. Es gibt nur eine Freundin, die nach einem üblen Streit einfach nicht aufgegeben hat und immer wieder Kontakt suchte. Heute sagt sie selbst, sie wäre vorher noch nie einer Frau nachgelaufen. Ich in froh, dass sie es getan hat. Das ist übrigens die, die auch einen Schlüssel zu meiner Wohnung hat.

6. Welches Wort bringt dich auf die Palme?
Eher eine Frage: Ist das so? Was wollen die Leute hören? Natürlich ist das nicht so, ich erzähle einfach nur so gerne Bullshit!

7. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?
Ja, ich saß bei verschiedenen Sendungen im Publikum und war das ein oder andere Mal auch zu sehen. Also für die, die wussten, wann  man darauf achten muss. Das ZDF wollte meine Schwester und mich in Düsseldorf kurz vor einer Wahl befragen, aber wir haben uns geweigert.

8. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?
Ich habe durch den Brand gelernt, dass Zuhause nicht von Gegenständen oder Einrichtung abhängt. Es ist das Gefühl, meinen Wohlfühlort, meinen sicheren Hafen gefunden zu haben. Bei mir gilt zu 100% My home is my castle!

9. Was für eine Art von Humor hast du?
Je bescheuerter, umso lustiger finde ich es. Mein Lieblingswitz: In der Metzgerei. „Ich hätte gerne 200gr. von der dicken Groben.“ „Das geht leider nicht. Die hat heute Berufsschule.“ In jeder Metzgerei muss ich daran denken und lachen.

Ich mag aber auch intelligente Witze, die manchmal ein bisschen dauern, bis es klick macht und die eher so nebenbei daher kommen. Ein Berufsschullehrer hat solche Witze immer wieder in den Unterricht eingebaut, das habe ich sehr gemocht. (Und viele haben die Witze nicht mal mitbekommen.)

10. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Mein Nachttisch ist ein Schminktisch. Ich fand es sooo toll einen Schminktisch anzuschaffen, das Problem ist aber, dass ich so extrem kurzsichtig bin, dass mir der Spiegel viel zu weit weg ist. Insofern war der Schminktisch ein absoluter Fehlkauf. Als dann noch der Trockner kam, fehlte im Bad auch noch der Platz. Also steht er jetzt neben meinem Bett und wird als Schmuck und Medikamentenschränkchen genutzt. (Und wer jetzt Bücher erwartet hätte, die liegen auf dem riesigen Kopfteil vom Bett.)

Früher gestellte Fragen:

1. Wofür verwendest du zu viel Zeit?
Mein größter Zeitfresser ist das Internet. Ich wusel gerne durch Blogs, google durch die unterschiedlichsten Themen, soziale Netzwerke (Instagram-Storys sind fürchterlich!) und leider auch kleine Spielchen. Hay Day spielt meine ganze Familie und schnell wird aus „Ich ernte mal eben!“ eine Stunde, die einfach so verdaddelt wurde.

2. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?
Jein. Wenn ich weinen muss, dann muss ich weinen und das hat genauso seine Berechtigung wie Lachen. Aber andere sind damit so schnell überfordert oder werten es als Schwäche. Dabei bin ich einfach eine Heulsuse und stehe dazu. Mein Chef müsste das jetzt nicht unbedingt wissen, aber sonst… Mir wurde aber auch immer gesagt, dass Heulen hässlich macht  und der Spruch springt mir dann immer wieder in den Kopf.

3. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?
Puuuh, in ganz vielen und das macht mich oft wahnsinnig. Letztens haben wir erst festgestellt, dass wir beide anfangen zu zählen, wenn wir warten müssen. Meine Mutter und ich sind uns extrem ähnlich. Selbst bei den psychischen und sozialen Schwierigkeiten. Das macht das gegenseitige Ratschläge-Geben natürlich immer ein bisschen lächerlich.

4. Was machst du morgens als Erstes?
Nachfühlen, wo die Katzen liegen. Ich habe Felix schon öfters aus dem Bett geschoben, weil ich nicht gemerkt habe, dass er am Fußende liegt.

5. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann einmal kaufen?
Irgendwann in meinem Leben möchte ich mal ein Hochzeitkleid kaufen. Für mich.

6. Woraus besteht dein Frühstück?
In der Woche aus Kefir mit Obst, Körnern oder Saft. Ich frühstücke nicht gerne. Das ist mir auch viel zu früh. Vor 10 möchte ich eigentlich nie etwas essen.

7. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?
Gar nicht an einen bestimmten Urlaub, aber immer ans Meer.

8. Welche Tageszeit magst du am liebsten?
Ich würde so gerne den Morgen nennen, weil es so schön ist, wenn alles erwacht, die Sonne raus kommt usw. Aber ich bin morgens nicht zu gebrauchen. Ich mag den Abend, wenn alles ruhig und leise wird, wenn alle froh sind, dass sie den Tag geschafft haben und sich was Nettes gönnen. Da bin ich am produktivsten, da fallen mir die meisten Sachen ein und meine Katzen am aktivsten. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass der Druck von allem, was der Tag so fordert endlich abfällt.

9. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?
So abgedroschen das auch klingt, ich finde, dass jede Jahreszeit etwas für sich hat und vor allem finde ich es gut, dass wir Jahreszeiten haben und sich so der ganze Zyklus von Erwachen bis Pause immer wieder wiederholt. Nur die Extreme machen mich fertig.

10. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?
Das ist noch gar nicht so lange her. Jetzt mit Krankheit und Urlaub, mache ich viel zu gerne nichts.

Es gibt noch einen Frageteil, aber den mache ich dann morgen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Bilanz nach zwei Monaten

Aaalso, das Thema Pülverchen ist durch und ich brauche eine neue Strategie bzw. ich bleibe einfach so dran. Gesündere Ernährung bzw. auch mal die Mengen überdenken. Mir ist in den letzten Tagen richtig bewusst geworden, dass ich ein Aufesser bin! Ich stopfe alles in mich rein, um keine Reste zu haben. Also entweder muss kleinere Portionen kochen, oder und das ist fast noch besser, ich fange endlich an, darauf zu hören, was mein Körper mir sagt. Also neue Aufgabe gefunden.

Im letzten Monat habe ich ungefähr 3 kg abgenommen. Viel ist das wieder nicht, aber ich hatte auch viele Tage dabei, in denen Belohnung, Entspannung usw. mal wieder Chips und Currywurst-Pommes hieß. Als ich das letzte Mal in meinem Nachbars-Imbiss war, wurde ich mit „So wie immer?“ begrüßt. Oooh, war mir das unangenehm. Es spricht natürlich auch für einen Gastronomen, wenn er sich sowas merken kann, aber bei mir ist jetzt trotzdem erstmal Pommes-Pause angesagt. Aber vor dem Hintergrund ist die Abnahme super. Und soviel zum Thema, mein Körper will nicht unter 85 kg. Ich hoffe so sehr, dass ich in einem Monat berichten kann, dass die 8 vorne weg ist. Insgesamt bin ich jetzt 9 kg leichter, als mein April-Höchstgewicht und merke schon, dass ich den Gürtel enger schnallen kann, und die ein oder andere Hose besser oder wieder passt. Puuuh. Der Ärger über meine Zunahme ist nicht weg, aber er blockiert mich nicht  mehr so.

Donnerstag war ich wieder beim Yoga und weil der Kurs da noch so jung ist, macht der Studiobesitzer gerne Facebook-Live-Videos. Beim letzten hat es mich erwischt. Ich war direkt vorne im Bild und konnte schön meine Speckrollen präsentieren. (Weite Kleidung ist  einfach unheimlich unpraktisch.) Anstatt mich zu freuen, dass ich mithalten konnte – obwohl mir eindeutig Kraft fehlt –  habe ich nur noch Rollen gesehen. Aber anstatt darüber Tränen zu vergießen, habe ich den Filmer angeschrieben, dass ich das eigentlich nicht so cool finde. Aber als er anbot, das Video rauszunehmen, habe ich gesagt, er soll es lassen. Wenn es auch nur einen Specki gibt, der sich denkt, „Die mit den Speckrollen kann das auch, da bin ich nicht alleine!“ und sich traut auch was zu machen, dann hat sich das alles mehr als gelohnt und ist vor allem wesentlich mehr wert als die gekränkte Eitelkeit. Und die Speckrollen sind ja nun mal da. Und dann musste ich mich über mich selbst wundern. So hätte ich früher niemals reagiert und niemals so reagieren können. Er hat mir natürlich auch angeboten beim Thema abnehmen zu unterstützen, aber keine Ahnung. Da brauche ich irgendwie mehr Vertrauen und vor allem – einen geschützten Raum! Und den nimmt er mir ja schon beim, eben indem er mit dem Handy herumläuft und die Videos online stellt. Deswegen sag ich ja, dass das nicht mein Herzensyoga ist. Da fehlt einfach das liebevolle. Aber vielleicht hole ich mir das übers Tanzen und Reiki. Denn das totale Auspowern und danach spüren, dass der Körper ordentlich gearbeitet hat, das macht gerade so richtig Spaß.

ICh wollte ja nicht mehr nur auf die Waage hören, sondern auch auf die Maße. Aber ich glaube, ich bin zu blöd zu messen. Man muss zumindest ungefähr die gleiche Stelle finden und dann richtig ablesen. Heute habe ich gemerkt, dass ich bei meinem Maßband nicht so richtig schnalle, wo der Wechsel zwischen den Zentimetern ist. Da kommt die Verwirrung wieder raus. Denn laut meiner Messung hätte ich am Bauch z. B. zugelegt. Kann das denn sein? Wo genau eigentlich die Hüfte ist, weiß ich auch nicht so richtig. Also alles gar nicht so einfach. In der Taille geht es ja ganz gut, und da sind in zwei Monaten 4cm weg. Das ist ganz gut, würde ich mal behaupten.

Wir werden sehen, wie es weiter geht. 🙂

 

Finde deinen Weg

Es gibt Glückwünsche, die hauen mich einfach um. (Extra fürs Zeilenende spare ich mir das Thema älter werden.)

„Behalte deine lebensfrohe Art“

Ich habe eine lebensfrohe Art? Wow. Meine Schwester hat mal zu mir gesagt „Dir scheint zwar nicht ständig die Sonne aus dem A***, aber du bist ja auch keine Depri-Uschi!“ (Daher kommt auch der Name „Depri-Uschi“.) Ich finde meine Schwester hat das gut getroffen. Einen lebensfrohen Menschen stelle ich mir anders vor. Andererseits hat der lebensfroheste Mensch auch mal schlechte Tage, oder nicht? Ich glaube, alle die etwas anderes behaupten machen sich selbst etwas vor oder sind gut im Verdrängen, was ja auch vollkommen okay ist, wenn es für sie passt. Aber zu mir passt es eben nicht. Und insofern freue ich mich einfach und irgendwie stimmt es ja doch. Ich habe immer mehr Spaß einfach auch an einfachen Alltagsdingen und auf der Arbeit ist mein Lachen scheinbar schon legendär.

„Du bist ein ganz besonderer Mensch“

Ähm, ja. Was soll ich dazu sagen? Damit kann ich am schlechtesten umgehen. Sind wir nicht alle besonders? Jeder für sich? Ich war immer ein Außenseiter, immer zu ruhig, zu in sich gekehrt, zu grübelnd, um alles und jedes Gedanken machen, zu sensibel, zu verträumt, zu empfindlich.  Das ist eben nicht besonders cool. Aber wann bin ich eigentlich so geworden? Als kleines Kind, war ich viel lauter, als Baby ja schon. Meine Eltern haben mich extra ins Auto gesetzt und sind durch die Gegend gefahren, damit ich endlich ruhig bin und schlafe. Na ja, die Frage was angeboren und was angelernt wurde, werde ich wohl nicht auf die Schnelle klären können. Die Frage ist auch, ob das nötig ist. Lange Zeit hätte ich sofort „jaaaaaaaa“ geschrien, aber jetzt glaube ich, dass doch viel wichtiger ist, was jetzt ist und was macht jetzt daraus macht und seinen Weg zum Glück für sich findet. Das Cool-Sein-Wollen habe ich zum Beispiel aufgegeben. Dann bin ich eben Außenseiter und gehöre nicht direkt zur Gruppe. Hauptsache ich finde abseits ähnliche Seelen und das funktioniert immer besser. Ob mich das jetzt besonders macht? Ich weiß es nicht. Besonders sein klingt für mich wie eine Auszeichnung und ich habe nicht das Gefühl, dass ich die verdient habe. Ich steche doch auch nirgendwo raus, ich versuche nur, mich nicht mehr zu verstecken. Hach, ein ganz schwieriges Thema. Da fällt mir auch direkt wieder „Creep“ ein. I wish I was special! Ja, das Gefühl kenne ich. Und jetzt kommt die Rückmeldung von außen und ich bin überfordert. Passt eben auch nicht so richtig zum weirdo-Selbstbild.

„Du hast ein großes offenes Herz und eine sympathische liebenswerte Seele….“

Hach, das geht runter wie Öl. Und da kann ich ehrlich sagen, dass ich  mich einfach nur freue und das tatsächlich annehmen kann. Ich bin glücklich, dass das was ich nach inner fühle, auch im Außen ankommt. Danke für diese Erkenntnis.

Sei wie du bist!  Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest, ihn weiter verfolgst, ihn stark und mutig weitergehst und dass du dich von deiner Vergangenheit befreist und im jetzt lebst. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Und diese Nachricht hat mich wirklich umgehauen. Jedes Mal, wenn ich sie mir wieder anhöre (es ist eine Sprachnachricht), kommen mir die Tränen und auch jetzt wieder beim Aufschreiben. Ich habe auch noch gar nicht darauf geantwortet. Das ist genau das, was ich mir so sehr wünsche. In den Gesprächen mit meinen Eltern, der Situation mit meinem Bruder im Moment, aber auch in ganz vielen kleinen Situationen jeden Tag, die eine Erinnerung auslösen, ist der Wunsch immer größer, dass Vergangene einfach loslassen zu können. Einfach ist dabei natürlich gar nichts, denn ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Aber es wächst immer mehr das Gefühl, dass es mir zu viel Kraft und Energie raubt, immer wieder alte Gefühle neu zu durchleben und es ist auch unfair den anderne gegenüber. Meinen Eltern und Geschwistern, denen ich nicht verzeihen kann, Freunden, denen ich unterstelle, sie würden mich verlassen, weil andere dies getan haben, Männern, die doch nicht alle Mistkerle sein können, weil ich an so einen geraten bin… Ich habe so ein Misstrauen und so eine Angst vor Verlust entwickelt, aber auch eine UNerbittlichkeit und vielleicht sogar ein kleines bisschen Verbitterung, die ich überhaupt nicht gebrauchen kann und vor allem NICHT WILL! Aber wie geht das?

Und auch mit dem Weg finden. Ich habe keinen Plan, wo ich im Leben hin will. Da sind immer wieder neue Ideen, aber keine wird tatächlich mit Herzblut verfolgt. Vielleicht war die richtige dann noch nicht dabei, aber andereseits, war sie das vielleicht doch und ich bin ihr nur nicht nachgegangen, weil ich mich nicht getraut habe, weil ich mir selbst zu wenig zutraue. Diese typische Bewerbungsgespräch-Frage „Wo sehen sie sich in fünf Jahren?“, führt bei mir zu Herzrasen. Keine Ahnung?! Lange habe ich immer gesagt, weil das Leben sowieso immer andere Sachen mit einem vorhat und es dementsprechend auch keinen Sinn hat, Pläne zu machen. Aber so grundlegende Dinge Kinde/Ehe oder Mann überhaupt/Eigentum/berufliche Perspektiven… da schadet es doch nicht zumindest eine Idee oder einen Wunsch zu haben. Das Leben stellt uns sowieso auf die Probe, aber das heißt doch nicht, dass ich selbst nichts beisteuern kann, dass ich mich in die gewünschte Richtung bewege. Ich dagegen stolpere durch mein Leben, dass man denken könnte, ich würde Freestyle tanzen. (Der Spruch ist natürlich geklaut, aber ich freue mich gerade, wie gut ich ihn einbauen konnte!)

Ich weiß einfach nicht, wie ich das umsetzen kann. Ich möchte das so sehr, aber ich weiß nicht, wie das geht. Und ich glaube, das ist es, was mir bei dieser Nachricht die Tränen in die Augen treibt.

 

Anmerkung:

Bevor das jemand in den falschen Hals bekommt: Ich habe das jetzt nicht geschrieben, um mit meinen Glückwünschen anzugeben, oder damit mir alle sagen, wie toll ich bin, sondern einfach nur, weil ich meine Gedanken dazu sortieren muss und weil ich mittlerweile weiß, dass sie eher aus meinem Kopf sind, wenn ich sie erst in die (Blogger-)Welt getragen habe.

Ich wünsche euch einen schönen Samstag

 

Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt

Ich habe mir etwas fürs Herz gewünscht  und „Grapefruit“ bekommen.

Über dir hängt Schwermut an der Wand
Wie ’ne sehr alte Girlande mit ’nem Meer aus Elefanten
Und Betonluftballons dran
Die geformt sind wie Monster
Wie and’re Edelparfum trägst du ’nen düsteren Blick
So düster – Lana Del Rey wär‘ sicher neidisch auf dich
Du sagst, dass das dein Schicksal ist
Dass du ab jetzt – doch sorry, daran glaub‘ ich nicht

Siehst du? Ich versteh‘ dich
Dass ist erstmal nur ’ne These, doch ich glaube, ich versteh‘ dich
Es ging mir schon mal ähnlich wie dir
Vielleicht weiß ich auch zu wenig über dich
Doch dein trauriges Gesicht, das erinnert mich an mich
Du erinnerst mich an mich

Denn weißt du, letztes Jahr – in etwa in genau dem gleichen Zeitfenster
Wie jetzt – hab‘ ich mit stumpfen Schwerten mich und auch Gespenster bekämpft
Ich lag jeden Tag nur im Bett und hab‘ mir Fragen gestellt
Wie zum Beispiel: Was ist bloß mein Plan auf der Welt?
Aber all das Kopfzerbrechen, die gefährlichen Gefechte
Und Duelle gegen mich zehrten sehr an meinen Kräften
Bis ich mir mit weißen Flaggen nachts den Frieden angeboten hab‘
Weil ich, wenn ich gewinne, auch am Ende bloß verlor’n hab‘
Ich wollte immer wie die andern sein, nur dass das absolut nichts bringt
Und dass das absolut nicht geht, weil’s die andern ja schon gibt
Der Tag, an dem das klar war, war für mich der erste Neubeginn
Und heute kann ich sagen, dass ich meine beste Freundin bin

Und all die schönen Dinge auf der Welt – das kann kein Zufall sein
Da hat es Mutter Erde mit uns Menschen ganz schön gut gemeint
Zeit vergeht zu schnell, um den Gedankenmonstern zu verfall’n
Und was du von dir hältst, das entscheidest immer du allein
Und Umarmung’n und Blum’n und im Sommer Regenduschen
Guck mal: schwimmen, atmen, lesen, schlafen
Freunde und Momentaufnahm’n
Lieben, lachen, kochen, tanzen
Weihnachten – wie nice das ist!
Und dann auch noch begreifen, dass du deine eig’ne Heimat bist
Und dann noch sing’n, und wir beide in der Küche
Und noch Coldplay, und vor allem Grapefruit zum Frühstück
Und eins noch: Mit ’nem Beinbruch gehst du auch zum Orthopäden
Deshalb kannst du ja vielleicht mal mit ’nem Psychologen reden?!
Deshalb bist du nicht verrückt – also auch nicht mehr als ich
Nimm deine Summertimesadness ab und zeig mir dein Gesicht!
Und ich will dir so vieles sagen wie zum Beispiel:
Du musst Phasen, so wie grade, nicht ertragen – nicht mal heimlich
Hör nicht auf die Zweifel, denn du bist nicht alleine
Hier, und alles geht immer weiter, immer weiter, so wie wir

Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner Tag
Komm, wir machen mal das Fenster auf, das Radio laut
Lass frischen Wind herein und alle alten Zweifel heraus
Wenn du fest daran glaubst, dann wirst du glücklich
Und heute gibt es Grapefruit zum Frühstück
Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute ist ein schöner Tag

My story isn’t over yet

„Ein Semikolon repräsentiert einen Satz, den der Autor beenden könnte, aber sich dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist du – und der Satz ist dein Leben.“

Ich liebe diese Botschaft.

Die Zeiten, zu denen ich darüber nachgedacht habe, tatsächlich den Punkt zu setzen, sind immer noch sehr nah bei mir. Also nicht, dass ich das noch als Option sehe, aber das Gefühl damals, die Hoffnungslosigkeit, die Leere, die Schwere. Als würde es nie wieder etwas anderes geben und als würde ich die Welt zu einem besseren Ort machen, wenn sie ohne mich auskommen würde.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte anderen deutlich machen, wie sich sowas anfühlt, denn dann würden sie sich Sprüche wie „Du musst das positiv sehen und das beste daraus machen!“ hoffentlich sparen. Denn diese Sätze versetzen mir immer noch einen tiefen Stich ins Herz. Wenn ich das könnte, dann hätte ich keine Depressionen. Und hätte ich damals tatsächlich das (für mich) vermeintlich Beste aus der Situation gemacht, dann würde es mich jetzt nicht mehr geben.

Und das Traurige ist, dass ich das immer noch nicht traurig finden würde, sondern einfach nur als eine andere Option. Mein Leben wäre eben vorbei gewesen. Schade, aber mehr auch nicht. Und dieser Gedanke ist gruselig.

Wenn ich manchmal wieder beginne, mich mit Anderen zu vergleichen, dann kommt mir aber auch der Gedanke, dass ich mir damit selbst unrecht tue. Denn ich musste von ganz unten, kurz vor dem Ende wieder kehrt machen und mich durchkämpfen. Natürlich sind Andere da vermeintlich weiter, wenn diese Wendung bei ihnen nicht nötig war. Es ist nun mal ein Teil meiner Geschichte, und ich würde gerne noch viel offener damit umgehen können. Ich möchte z. B. nicht, dass mein Arbeitgeber weiß, dass es (mittlerweile zum Glück immer seltener) Tage gibt, an denen ich mich nicht zusammenreißen kann, an denen die Depri-Uschi stärker ist als ich. Und gleichzeitig würde ich es so gerne offen sagen können. Ich wollte sterben, mein größter Wunsch war es, einfach nicht mehr aufzuwachen, aber jetzt bin ich hier! Ich habe hart daran gearbeitet, während Andere damit beschäftigt waren, eine Familie zu gründen, Karriere zu machen, sich selbst zu verwirklichen oder vielleicht auch nur damit einfach vor sich hinzuleben. Und dann versteht ihr, warum ich so unglaublich stolz darauf bin, so lachen zu können, dass im Büro nebenan die Türen geschlossen werden. Oder warum es für mich so besonders ist, mein „OM“ beim Yoga schmettern zu können, ganz egal, ob die Anderen schon aufgehört haben oder nicht. Und dann würden hoffentlich viele Fragen gestellt, mit denen ich dazu beitragen kann, so viele Vorurteile und Missverständnisse vielleicht nicht zu beseitigen, aber zumindest zu verringern. Möglicherweise könnte ich sogar dazu beitragen, dass Verständnis und den Umgang mit depressiven, oder überhaupt psychisch kranken Menschen zu verbessern. Dass für viele so ein Spruch wie „Man muss sich einfach auch über Kleinigkeiten freuen!“ unglaublich tief verletzen kann. Denn das würden wir gerne – sehr gerne sogar! Und der Satz „Anderen geht es viel schlechter!“ ist eine ausgesprochene Bestätigung für mein sowieso schon negative Selbstbild. Denn ich weiß, dass es Anderen schlechter geht, dass ich mich zusammenreißen müsste, aber ich kann es einfach nicht!

Aber so mutig bin ich leider nicht. Zu groß ist die Angst auf Unverständnis zu stoßen. Selbst Freundschaften sind dadurch zerbrochen, weil Freunde nicht das Verständnis aufgebracht haben, oder weil ich eine zu große Belastung war. Wahrscheinlich beides. In depressiven Zeiten kann ich keine Freundin sein. Der Kampf ist zu anstrengend. Wer möchte das schon mitmachen? Vor allem immer wieder. Und noch mehr Vorwürfe „Egal, was man sagt, es hilft sowieso nichts!“ will ich auch nicht mehr hören. Ich habe mir das nicht ausgesucht, ich würde gerne einen Teil der Last abgeben, aber ich gebe mein Bestes. Wenn du den Weg nicht mit mir gehen kannst, verstehe ich das, aber bitte wirf ihn mir nicht vor und werfe mir nicht vor, ich würde nicht alles dafür tun, ihn weiter zu gehen.

Deswegen finde ich „The Semicolon Project“ so großartig. Das Semikolon ist ein schönes Zeichen für die Geschichte vieler psychisch kranker Menschen und doch offenbaren sie sich mit einem kleinen Tattoo oder dem Armband, zumindest an diejenigen, die es verstehen. Und dadurch, dass es an der Hand getragen wird, ist es eine Erinnerung da ist, dass es keine Schande ist, seine Hand auszustrecken und sich Hilfe zu suchen.

Falls das jemand liest, der psychisch krank ist oder das Gefühl hat, es könnte eine psychische Krankheit vorliegen: Ihr seid nicht allein, ihr müsst das nicht alleine durchstehen.

Infos gibt es zum Beispiel hier: http://www.depressionsliga.de/

Und mein ganz persönliches Angebot für alle, die es gerade oder irgendwann einmal gebrauchen können:

Wenn euch etwas auf der Seele liegt, was einfach mal gesagt werden muss, dann schreibt ihr. Ich sage nicht, dass ich helfen kann, dass ich Ratschläge habe oder die Last nehmen kann. Aber ich kann da sein und zuhören!