Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt

Ich habe mir etwas fürs Herz gewünscht  und „Grapefruit“ bekommen.

Über dir hängt Schwermut an der Wand
Wie ’ne sehr alte Girlande mit ’nem Meer aus Elefanten
Und Betonluftballons dran
Die geformt sind wie Monster
Wie and’re Edelparfum trägst du ’nen düsteren Blick
So düster – Lana Del Rey wär‘ sicher neidisch auf dich
Du sagst, dass das dein Schicksal ist
Dass du ab jetzt – doch sorry, daran glaub‘ ich nicht

Siehst du? Ich versteh‘ dich
Dass ist erstmal nur ’ne These, doch ich glaube, ich versteh‘ dich
Es ging mir schon mal ähnlich wie dir
Vielleicht weiß ich auch zu wenig über dich
Doch dein trauriges Gesicht, das erinnert mich an mich
Du erinnerst mich an mich

Denn weißt du, letztes Jahr – in etwa in genau dem gleichen Zeitfenster
Wie jetzt – hab‘ ich mit stumpfen Schwerten mich und auch Gespenster bekämpft
Ich lag jeden Tag nur im Bett und hab‘ mir Fragen gestellt
Wie zum Beispiel: Was ist bloß mein Plan auf der Welt?
Aber all das Kopfzerbrechen, die gefährlichen Gefechte
Und Duelle gegen mich zehrten sehr an meinen Kräften
Bis ich mir mit weißen Flaggen nachts den Frieden angeboten hab‘
Weil ich, wenn ich gewinne, auch am Ende bloß verlor’n hab‘
Ich wollte immer wie die andern sein, nur dass das absolut nichts bringt
Und dass das absolut nicht geht, weil’s die andern ja schon gibt
Der Tag, an dem das klar war, war für mich der erste Neubeginn
Und heute kann ich sagen, dass ich meine beste Freundin bin

Und all die schönen Dinge auf der Welt – das kann kein Zufall sein
Da hat es Mutter Erde mit uns Menschen ganz schön gut gemeint
Zeit vergeht zu schnell, um den Gedankenmonstern zu verfall’n
Und was du von dir hältst, das entscheidest immer du allein
Und Umarmung’n und Blum’n und im Sommer Regenduschen
Guck mal: schwimmen, atmen, lesen, schlafen
Freunde und Momentaufnahm’n
Lieben, lachen, kochen, tanzen
Weihnachten – wie nice das ist!
Und dann auch noch begreifen, dass du deine eig’ne Heimat bist
Und dann noch sing’n, und wir beide in der Küche
Und noch Coldplay, und vor allem Grapefruit zum Frühstück
Und eins noch: Mit ’nem Beinbruch gehst du auch zum Orthopäden
Deshalb kannst du ja vielleicht mal mit ’nem Psychologen reden?!
Deshalb bist du nicht verrückt – also auch nicht mehr als ich
Nimm deine Summertimesadness ab und zeig mir dein Gesicht!
Und ich will dir so vieles sagen wie zum Beispiel:
Du musst Phasen, so wie grade, nicht ertragen – nicht mal heimlich
Hör nicht auf die Zweifel, denn du bist nicht alleine
Hier, und alles geht immer weiter, immer weiter, so wie wir

Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner Tag
Komm, wir machen mal das Fenster auf, das Radio laut
Lass frischen Wind herein und alle alten Zweifel heraus
Wenn du fest daran glaubst, dann wirst du glücklich
Und heute gibt es Grapefruit zum Frühstück
Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute ist ein schöner Tag

My story isn’t over yet

„Ein Semikolon repräsentiert einen Satz, den der Autor beenden könnte, aber sich dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist du – und der Satz ist dein Leben.“

Ich liebe diese Botschaft.

Die Zeiten, zu denen ich darüber nachgedacht habe, tatsächlich den Punkt zu setzen, sind immer noch sehr nah bei mir. Also nicht, dass ich das noch als Option sehe, aber das Gefühl damals, die Hoffnungslosigkeit, die Leere, die Schwere. Als würde es nie wieder etwas anderes geben und als würde ich die Welt zu einem besseren Ort machen, wenn sie ohne mich auskommen würde.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte anderen deutlich machen, wie sich sowas anfühlt, denn dann würden sie sich Sprüche wie „Du musst das positiv sehen und das beste daraus machen!“ hoffentlich sparen. Denn diese Sätze versetzen mir immer noch einen tiefen Stich ins Herz. Wenn ich das könnte, dann hätte ich keine Depressionen. Und hätte ich damals tatsächlich das (für mich) vermeintlich Beste aus der Situation gemacht, dann würde es mich jetzt nicht mehr geben.

Und das Traurige ist, dass ich das immer noch nicht traurig finden würde, sondern einfach nur als eine andere Option. Mein Leben wäre eben vorbei gewesen. Schade, aber mehr auch nicht. Und dieser Gedanke ist gruselig.

Wenn ich manchmal wieder beginne, mich mit Anderen zu vergleichen, dann kommt mir aber auch der Gedanke, dass ich mir damit selbst unrecht tue. Denn ich musste von ganz unten, kurz vor dem Ende wieder kehrt machen und mich durchkämpfen. Natürlich sind Andere da vermeintlich weiter, wenn diese Wendung bei ihnen nicht nötig war. Es ist nun mal ein Teil meiner Geschichte, und ich würde gerne noch viel offener damit umgehen können. Ich möchte z. B. nicht, dass mein Arbeitgeber weiß, dass es (mittlerweile zum Glück immer seltener) Tage gibt, an denen ich mich nicht zusammenreißen kann, an denen die Depri-Uschi stärker ist als ich. Und gleichzeitig würde ich es so gerne offen sagen können. Ich wollte sterben, mein größter Wunsch war es, einfach nicht mehr aufzuwachen, aber jetzt bin ich hier! Ich habe hart daran gearbeitet, während Andere damit beschäftigt waren, eine Familie zu gründen, Karriere zu machen, sich selbst zu verwirklichen oder vielleicht auch nur damit einfach vor sich hinzuleben. Und dann versteht ihr, warum ich so unglaublich stolz darauf bin, so lachen zu können, dass im Büro nebenan die Türen geschlossen werden. Oder warum es für mich so besonders ist, mein „OM“ beim Yoga schmettern zu können, ganz egal, ob die Anderen schon aufgehört haben oder nicht. Und dann würden hoffentlich viele Fragen gestellt, mit denen ich dazu beitragen kann, so viele Vorurteile und Missverständnisse vielleicht nicht zu beseitigen, aber zumindest zu verringern. Möglicherweise könnte ich sogar dazu beitragen, dass Verständnis und den Umgang mit depressiven, oder überhaupt psychisch kranken Menschen zu verbessern. Dass für viele so ein Spruch wie „Man muss sich einfach auch über Kleinigkeiten freuen!“ unglaublich tief verletzen kann. Denn das würden wir gerne – sehr gerne sogar! Und der Satz „Anderen geht es viel schlechter!“ ist eine ausgesprochene Bestätigung für mein sowieso schon negative Selbstbild. Denn ich weiß, dass es Anderen schlechter geht, dass ich mich zusammenreißen müsste, aber ich kann es einfach nicht!

Aber so mutig bin ich leider nicht. Zu groß ist die Angst auf Unverständnis zu stoßen. Selbst Freundschaften sind dadurch zerbrochen, weil Freunde nicht das Verständnis aufgebracht haben, oder weil ich eine zu große Belastung war. Wahrscheinlich beides. In depressiven Zeiten kann ich keine Freundin sein. Der Kampf ist zu anstrengend. Wer möchte das schon mitmachen? Vor allem immer wieder. Und noch mehr Vorwürfe „Egal, was man sagt, es hilft sowieso nichts!“ will ich auch nicht mehr hören. Ich habe mir das nicht ausgesucht, ich würde gerne einen Teil der Last abgeben, aber ich gebe mein Bestes. Wenn du den Weg nicht mit mir gehen kannst, verstehe ich das, aber bitte wirf ihn mir nicht vor und werfe mir nicht vor, ich würde nicht alles dafür tun, ihn weiter zu gehen.

Deswegen finde ich „The Semicolon Project“ so großartig. Das Semikolon ist ein schönes Zeichen für die Geschichte vieler psychisch kranker Menschen und doch offenbaren sie sich mit einem kleinen Tattoo oder dem Armband, zumindest an diejenigen, die es verstehen. Und dadurch, dass es an der Hand getragen wird, ist es eine Erinnerung da ist, dass es keine Schande ist, seine Hand auszustrecken und sich Hilfe zu suchen.

Falls das jemand liest, der psychisch krank ist oder das Gefühl hat, es könnte eine psychische Krankheit vorliegen: Ihr seid nicht allein, ihr müsst das nicht alleine durchstehen.

Infos gibt es zum Beispiel hier: http://www.depressionsliga.de/

Und mein ganz persönliches Angebot für alle, die es gerade oder irgendwann einmal gebrauchen können:

Wenn euch etwas auf der Seele liegt, was einfach mal gesagt werden muss, dann schreibt ihr. Ich sage nicht, dass ich helfen kann, dass ich Ratschläge habe oder die Last nehmen kann. Aber ich kann da sein und zuhören!

 

Blogparade #MEHRMUTZUMICH

Berenice ruft auf ihrem Blog zu mehr Mut zum ich auf. Das ist ja eins meiner Lebensthemen. Wer bin ich? Was macht mich aus? Was will ich eigentlich? Und vor allem: Traue ich mich, ich selbst zu sein und komme ich gut mit mir aus.

Denn ich bin damit aufgewachsen, auf andere Rücksicht zu nehmen, mich selbst zurückzunehmen und zu tun, was von mir erwartet wird. Das habe ich schon als Kind so verinnerlicht, dass ich selbst manchmal gar nicht wusste, was ICH eigentlich möchte, wen ICH mag, und in meinem Leben haben möchte usw. Ich habe abgewartet, beobachtet, um festzustellen, was von mir erwartet wird, um diese Rolle dann zu erfüllen. Meine Erwartung war, dass ich das möglichst gut machen muss, um dann mit Liebe, Aufmerksamkeit, Freundschaft usw. belohnt werde. Das ist für Freundschaften und eigentlich für alle anderen Lebensbereiche keine gute Voraussetzung, aber das war mir nicht bewusst. Ich habe so fest daran geglaubt und dafür gebetet, dass endlich jemand kommt, der mich sieht und dass es dann auch mal um mich gehen würde. Dass das zuallererst von mir kommen muss, habe ich erst viel, viel später realisiert und arbeite jetzt immer noch und immer wieder daran. Wie genau diese Erkenntnis kam, kann ich gar nicht so genau. sagen

Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass viele Freundschaften, daran zerbrochen sind, dass ich nicht ich war und nicht greifbar. Ich habe mich so gut wie unsichtbar gemacht und war gleichzeitig traurig, dass mich niemand gesehen hat. Dazu kommt noch, dass ich damit dem Gegenüber eine unfassbare Bürde aufgelegt habe. Sie waren für mein Seelenheil verantwortlich. Und habe mich viel zu schnell zurückgesetzt gefühlt, schließlich tat ich doch alles, um ihren Ansprüchen und Erwartungen gerecht zu werden. Und weil das so anstrengend ist, konnte ich selten mehr als ein oder zwei (abgesehen von meiner Familie) um mich haben.  Das hat mich natürlich alles andere als glücklich gemacht. Wie sollen andere meine Bedürfnisse sehen und erfüllen, wenn ich selbst jegliches Gespür dafür verloren hatte? Wie sollen sie mich ernst nehmen, wenn ich es mir selbst nicht zugestehen kann? Und letztendlich führt das zu der allseits bekannten Aussage: Dich kann niemand lieben, wenn Du es selbst nicht tust. (Auch, wenn sich immer noch ein Stimmchen meldet, das sagt: „Wie solltest du dich selbst lieben können, wenn es sonst auch niemand tut?!“ Aber das ist vielleicht auch wie die Sache mit dem Ei und dem Huhn)

 

So, die Sache mit der Selbstliebe: Berenice sagt, ich soll folgendes aufschreiben „5 Bereiche meines Körpers, die ich mag / 5 Dinge, die ich gut kann / 5 positive (!) Eigenschaften, die mich auszeichnen“

Okay, fangen wir an:

5 Bereiche meines Körpers, die ich mag.

Mhh…das ist schwer zu beantworten, wenn man gerade dabei ist sein All time-Höchstgewicht zu knacken. (1,3 kg bin ich noch drunter.) Überhaupt geht mir dieses ständige Schwanken auf die Nerven. Aber im Grunde kenne ich es überhaupt nicht anders.

Andererseits hat Schönheit mal so gar nichts mit Gewicht zu tun und es geht auch nicht darum, was ich schön finde, sondern was ich mag und das muss streng genommen nicht das gleiche sein.

  • Ich mag meine Augen. Weil sie so schön grün sind und je nach Stimmung oder Wetterlage (keine Ahnung, wonach das geht) von oliv-grün-grau bis ganz warmes moosgrün mit braunen Sprenkeln, viele Nuancen annehmen.
  • Meine kleinen Füße. Füße sind eigentlich keine schönen Körperteile und meine sind breit mit kurzen, krummen Zehen. Das Ideal ist definitiv anders, aber ich mag, dass sie so klein sind – rein optisch und dass sie mich trotzdem tragen. Ich glaube, eine Gewichtsverteilung auf etwas mehr Fläche wäre bestimmt vorteilhaft, aber egal…. Meine Schuhe sehen immer süß und niedlich aus.
  • Ich mag meine Haare und dass mir im Grunde so ziemlich jede Frisur steht. Ich mag sie nur lieber länger. Aber ich habe viele Haare, die nicht Spaghetti mäßig hängen, sondern ihren eigenen Kopf haben. Ich habe aufgegeben sie bändigen zu wollen und so ist es eigentlich auch viel schöner.
  • Ich mag meinen Hintern. Auch jetzt in groß und leicht unförmig. Aber im Großen (hihihi) und Ganzen ist er verhältnismäßig knackig und das finde ich super.
  • Ich mag mein Lächeln. Wenn es warm und von Herzen kommt, liebe ich es umso mehr.
  • Ich füge einfach noch einen Punkt ein, der aber eigentlich nicht im direkten Sinne ein Körperteil ist, also im Grunde auch gar nicht zählt. Ich mag meine Tätowierungen. Selbst das, das ich mir jetzt nicht mehr stechen lassen würde. Aber damals war es genau das, was ich wollte!

 

5 Dinge, die ich gut kann

Das finde ich schwer. Ich kann vieles, aber nichts so richtig gut. Vielleicht bin ich auch schon Superstar-gestört, aber was kann ich denn gut?

  • Zuhören. Ich liebe es anderen Menschen einfach zu lauschen und mir ihre Gedanken, Geschichten und Sorgen anzuhören. Es gibt auch Menschen, die mir mehr verraten, als sie eigentlich wollen, dabei stelle ich kaum Fragen. Aber ich bemühe mich jeden so anzunehmen wie er ist und wo er gerade steht und ich glaube, dass das schon unheimlich viel ausmacht.
  • Reflektieren. Das wird mir auch gerne von meiner Psychologin und meinem Psychiater rückgemeldet. Aber auch von anderen höre ich das. Das stimmt auch, aber ich bin mir manchmal nicht ganz sicher, ob es so eine super Eigenschaft ist. Denn seine Fehler zu erkennen, aber sie doch nicht ändern zu können, ist ein ziemlich frustrierendes Gefühl. Andererseits bin ich natürlich weiter als die, die gar nicht erkennen können, was falsch läuft. Auch die Zeiten kenne ich noch… insofern ist es doch gut, dass ich ein (selbst-)reflektierender Mensch bin.
  • Lachen! Ich lache viel. Eine Kollegin sagte letztens noch, wie sehr sie das vermisst hätte und ich selbst bin auch lieber fröhlich. Na ja, Emotionsbombe eben. 😉 Aber mir wurde als Kind mal gesagt, ich würde immer so aussehen, als hätte mir jemand was getan. Also freue ich mich umso mehr, dass ich Grunde und trotz Depression ein relativ fröhlicher Mensch bin.
  • Geheimnisse für mich behalten. Ich bin wirklich loyal und verschwiegen. Wenn mir jemand etwas anvertraut würde ich es niemals weitertragen.

Keinem Partner, keiner noch so guten Freundin – selbst wenn ich mir durch das Wissen einen Vorteil verschaffen könnte. Geheimnisse sind bei mir sicher verwahrt.

  • Ruhig und gelassen bleiben. Damit hatte ich lange, lange riesige Probleme, weil ich lieber jemand sein wollte, der in einen Raum kommt und direkt mit anderen Leuten ins Gespräch kommt, als würde er sie ewig kennen. Jemand an den sich direkt erinnert wird. An mich erinnert sich niemand, weil ich ruhig und zurückhaltend bin. Aber der große Vorteil ist, dass ich mich auch nicht so schnell aus der Bahn werfen lasse und ein feines Gespür dafür habe, wie es anderen Menschen geht. Und wenn man die richtigen Leute um sich hat, dann kann ich auch sehr gut ruhig bleiben.

 

5 positive (!) Eigenschaften, die mich auszeichnen

Okay, sie sollen positiv sein. Negative würden mir eindeutig direkt und mehr als 5 einfallen. Aber darum soll es hier ja nicht gehen…. Zeigt aber auch wieder, wie sehr das mein Thema ist.

  • Ich bin viel stärker als ich es mir selbst zutraue. Das zeigt ja alleine die ganze Brandgeschichte
  • Ich bin ein Gefühlsmensch (manchmal sage ich auch Emotionsbombe), aber ich finde es gut, meine Gefühle ausleben zu können. Es gab zum Beispiel Yogastunden in denen ich nur geweint habe. Aber danach war es dann gut, weil es raus war. Und ich gebe auch acht auf die Gefühle anderer Menschen, zumindest bemühe ich mich darum.
  • Vielseitig interessiert. Ich kann mich für viele Sachen begeistern und probiere gerne neue Dinge. Als nächstes steht eine Schnupperstunde Hula-Dance an. Und dabei bin ich auch relativ mutig, denn schon mein ganzes Leben lang, mache ich immer wieder Dinge, vor denen ich eigentlich Angst habe.
  • Ich bin geduldig. Es dauert lange, bis ich ausraste oder nervös werde, wenn etwas nicht klappt. Alles braucht seine Zeit und das Gras wächst nicht schneller, weil ich daran ziehe.
  • Ich bin nett. Im Ruhrgebiet sagen wir zwar gerne, dass nett die kleine Schwester von scheiße wäre, aber ich bin gerne freundlich, höflich, rücksichtsvoll, usw. Ich bin auch nett, zu Leuten, die ich nicht mag. Denn manchmal können diese Menschen, selbst gar nichts dafür, dass ich sie nicht mag. Ich finde auch nicht, dass man sich Respekt verdienen muss, sondern dass erstmal jeder Respekt verdient hat und er etwas tun muss, damit ich den Respekt verliere. Außerdem gilt, dass wir nie wissen, was in einem Menschen vorgeht und welches Päckchen er/sie zu tragen hat, insofern kann ich nicht urteilen und schon gar nicht unverschämt sein. (Dafür ärgern mich Unverschämtheiten und Rücksichtlosigkeiten nur umso mehr!)

Wow, das war sogar noch schwerer als gedacht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bei „Was ich gut kann“ fast geschummelt, weil ich einige positive Eigenschaften umformuliert habe, so dass sie auch dort passen. Ich bin eben zu selbstkritisch. Denn ich finde, dass ich schon vieles einigermaßen kann, aber eben nichts so wirklich wirklich gut. Ich habe kein besonderes Talent oder Gabe. Aber vielleicht muss das auch gar nicht sein. Es ist eben so. Ich bin eben so.

Berenice macht sich in ihrem Aufruf auch Gedanken zur Schönheit und auch ich musste darüber nachdenken. Denn ich glaube, dass Schönheit unheimlich viel mehr ist, als das rein optische Äußere. Alleine die Ausstrahlung macht so viel aus. Und ich glaube ganz fest daran, dass man automatisch strahlt, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Wenn  man durchs Leben geht und alles schlimm und anstrengend findet und grundsätzlich unzufrieden ist, dann strahlt man das ganz bestimmt auch aus.

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Und zum Schluss:

Liebe Berenice, (ein wunderschöner Name übrigens), ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mich durch deinen Aufruf dazu gebracht hast, mich mit mir selbst auseinander zu setzen und mir so selbst vor Augen zu führen, wie sehr sich mein Selbstbild verbessert hat. Luft nach oben ist natürlich immer, aber ich bin soooo stolz, was ich mir schon erarbeitet habe und genau sowas, hilft mir immer wieder. Deswegen sollte ich das wirklich regelmäßiger machen. Ich bin gespannt auf die Erfahrungen und Erkenntnisse der anderen Teilnehmer.