Was stimmt denn nicht?

Ich kriege es einfach nicht hin. Mir ist zum heulen, aber ich kann einfach nicht. Seit Wochen kein Yoga, keine Bewegung (außer auf der Arbeit, den Lauferei um Unterschriften einzusammeln), eine fürchterliche Ernährung… ich meine, es geht in erster Linie nicht mal um die Menge, aber vor allem mal was anständiges.

Ich bin nur noch müde und gleichzeitig angespannt. Aber schlafen kann ich dann trotzdem nicht. Ich bin alle paar Stunden wach und kann nicht mehr einschlafen. Morgens komme ich nicht aus dem Bett und schleppe mich durch den Tag.

Yoga ist meine große Leidenschaft und hat mir bereits unfassbar geholfen. Dass ich selbst das nicht mehr mit Herzblut verfolge, macht mir große Angst. Ich bin doch selbst noch zu Zeiten mit Abendschule und Messen, mindestens zwei Mal die Woche ins Studio gegangen und sonst habe ich zu Hause noch was gemacht. Morgens freue ich mich richtig zum Yoga zu gehen  und abends will ich nur noch ins Bett. Aber ich hab ja nicht mal eins. Das frustriert so! Der ganze Spaß, das Gefühl, dass das meine Therapie ist, die Freude, die anderen Yogahasen zu treffen, usw. Das ist alles weg…. Und das tut mir im Herzen weh, aber ich habe trotzdem einfach keine Energie mehr. Ich fühle mich so ausgelaugt und sehe aber noch gar kein Ende. Mit meiner Wohnung geht es ja jetzt erst so richtig los. Und ich bin gerade erst seit einem Monat wieder im Unternehmen, in der Probezeit und kann mir da ja auch keinen Durchhänger leisten.

Dazu kommt noch, dass ich in der nächsten Woche meinen Arzttermin habe und der Plan war ja, dass ich dann auch meine Antidepressiva absetze. Kann ich das? Schaffe ich es ohne? Andererseits ist die Dosis schon fast homöopatisch und eigentlich war ich ja auch so überzeugt, dass ich viel stärker geworden bin. Es ist echt zum heulen.

Zwei freie Tage

Die letzten zwei Tage hatte ich frei.
Gestern war ich vormittags zur Hot-Stone-Massage bei Anke. Das war so toll! So schön warm und entspannend. Aber auch währenddessen haben die Gedanken gewütet. Wenig konkretes, aber eben doch auch Chaos. Anke sagte nachher sie hatte das Gefühl, dass die Emotionen wellenweise aufkommen und ich sie aber direkt abwehre. Das stimmt, aber ich mache es gar nicht bewusst. Vielleicht ist das gerade meine Art mit dem Chaos um mich herum umzugehen. Aber besonders schön finde ich es nicht. Meistens ist es doch viel besser das Drama einmal zuzulassen und dann weiterzumachen. Ich weiß auch noch nicht so richtig. Nach der Massage hat Anke mir auch noch Chakrensteine aufgelegt. „Beim Auflegen mit Heilsteinen kann man ein Chakra speziell beeinflussen, indem man die individuelle Schwingung des Edelsteins auf das Chakra wirken lässt und es so stimuliert. Die Schwingung des Chakras wird dadurch angeregt und reaktiviert, es gerät in Resonanz.“ (Quelle und weitere Infos hier)

Besonders der Stein auf dem Halschakra hat sich wesentlich schwerer angefühlt als die anderen. Das Halschakra steht für Kommunikation, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, Inspiration, körperliche und geistige Reinigung und die Schnittstelle zwischen Verstand und Geist. Das ist gerade ja tatsächlich Thema bei mir und insofern ist es schön, nochmal zu spüren, dass ich mich darum kümmern sollte.

Im Gespräch mit Anke danach, habe ich gesagt, dass ich irgendwann auch gerne einen Reiki-Grad machen möchte und war ganz erleichtert, dass sie nicht gelacht hat. Meine Motivation ist ja eher, das weiterzugeben, wovon ich so sehr profitiere. Aber sie sagte, dass es gerade beim ersten Reiki-Grad darum geht, sich selbst Reiki zu geben, sich mit sich selbst zu beschäftigen und auch mehr Selbstbewusstsein aufzubauen. Jetzt weiß ich erst recht, dass ich das machen möchte! Aber noch ist die Zeit nicht reif. Vielleicht müssen sich erst die Wogen um mich herum glätten, aber Anke sagt, ich werde spüren, wenn es soweit ist und dann gibt es auch keine Zweifel mehr. Also schaue ich jetzt einfach, wie es weiter geht. Dann durfte ich auch noch einen Stein (Bergkristall – Klarheit. Das ist ja schon fast lächerlich, wie es passt.) und eine Engelskarte ziehen. Die Engelskarte hieß Gelassenheit und was daran für mich am schönsten ist, ist der Satz: „Deine ruhige Ausstrahlung bietet allen, die in Deine Aura eintreten, Hoffnung und Unterstützung.“ Das ist wirklich wunderschön, denn ich habe so lange mit mir selbst gehadert und fand es selbst so schlimm, dass ich so ruhig bin. Eigentlich habe ich erst im letzten Jahr gemerkt, wie sehr ich es genieße, das einfach so auszuleben und nicht dem Drang nachzugehen mich anders zu geben, um besser anzukommen, leichter Freunde zu finden usw. Ja, es verursacht Schwierigkeiten und ich lerne andere Leute nicht so schnell kennen. Aber wenn, dann ist es immer von Herzen. Ich werde mich nicht mehr verstellen. Denn wenn ich ruhig und gelassen bin, dann bin ich ich selbst. Und die Karte zeigt, dass das auch vollkommen richtig so ist.

Als ich nach Hause kam, war ich noch total im Ruhemodus, aber meine Eltern waren in heller Aufregung. Auf das warum möchte ich hier nicht eingehen, aber es war ein heftiger Bruch zu meiner Ich-bin-noch-gar-nicht-wieder-ganz-in-dieser-Welt-Stimmung.

Nachmittags habe ich ausgiebig geschlafen und da Anke mich überredet hatte, abends nochmal zum Yoga zu gehen, war ich tatsächlich wieder da. Und Hatha ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Heute spüre ich den großen Hintern ganz eindeutig. Aber halb so wild. Die Muskeln wurden eben schon länger nicht mehr gefordert und müssen plötzlich wieder arbeiten. Da würde ich auch protestieren. Mit der Zeit wird das auch wieder einfacher.

Heute hatte ich einen Therapietermin. Den ersten seit November und dementsprechend viel zu erzählen. Es war aber wirklich ein Erzählen und gar kein aufarbeiten. Es war fast so als hätte ich eine Freundin getroffen, nur dass es nur um mich geht. Meine Psychologin hat mich dann auch gefragt, ob ich die Therapie überhaupt noch brauchen würde. Gemeine Frage! Aber wenn ich ehrlich bin, ist es mittlerweile nur noch mein Sicherheitsnetz und die Termine die Gelegenheit hemmungslos nur von mir zu erzählen ohne mich für das Gegenüber interessieren zu müssen. (Oh Gott, das klingt schrecklich.) Und ich glaube, meine Psychologin hätte tatsächlich auch eine Freundin sein können, wenn wir uns unter anderen Umständen kennengelernt hätten. Wahrscheinlich ist es deswegen die erste Therapie, die mich wirklich unfassbar weiter gebracht hat. Ich habe noch zwei von meinen 52 genehmigten Sitzungen offen. Es wird also ernst. Es ist schon ein seltsames Gefühl. Aber sie sagte, wenn ich solche Katastrophen so gefestigt durchstehe, dann ist das schon ein sehr gutes Zeichen. Und damit hat sie eindeutig Recht. Die letzten Termine ziehen wir jetzt noch hinaus, damit ich weiter sehen kann, wie das so ist. Mein nächster Termin ist im Mai. Bis dahin muss ich das Thema Ernährung im Auge behalten. Denn ich habe richtige Fressanfälle entwickelt. Da schaufle ich alles rein, was ich finden kann und so durcheinander, dass mir schlecht wird. Als ich das Vorstellungsgespräch für meinen letzten Job hatte (Februar 2016) habe ich fast 20 kg weniger gewogen als jetzt. Und die letzten 10 kg habe ich seit dem Brand. Natürlich spielt da auch der Stress eine große Rolle und es hat für mich auch immer mit Schutz zu tun. Immer wenn ich das Gefühl habe, meine Seele schützen zu müssen, nehme ich zu. Das war schon immer so. Man wird ja auch irgendwie unsichtbar, wenn man dicker ist. (Bis wann wieder richtig extrem übergewichtig ist.) Und im letzten Jahr hatte ich oft den Wunsch mich unsichtbar zu machen. Deswegen habe ich jetzt auch die Hoffnung, dass sich das „automatisch“ wieder einpendelt, sobald das Chaos um ich herum nachlässt, aber zumindest, dass ich dann wieder Kraft habe, das ganze anzugehen. Denn ich habe ja schon mal so viel abgenommen und weiß, wie es für mich geht.

Danach habe ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt gemacht. Ich musste mir ein paar Hosen kaufen, denn wenn man nur zwei hat, die wirklich passen ist das schon eher schwierig… Und ich habe mir eine neue Kette und ein neues Armband gekauft. Als Zeichen für den Neuanfang. Wenn das Universum oder wer auch immer, das gerade für mich vorsieht, dann ist das so. Was verloren ist, ist verloren. Trotzdem möchte ich etwas, das mir Halt gibt. Und das habe ich jetzt wieder. Ein Armband mit kleiner Lotusblüte, die ich ja sowieso liebe, und ein Lebensbaum als Symbol für die Verbindung von Himmel, Erde und Unterwelt.  Das zweite Teil ist eine Kette mit Lebensblume, die alt Schutz- und Energiesymbol gilt. Ich finde, das kann ich beides gut gebrauchen.

Mit meinem Vater habe ich mich heute gestritten, weil ich nichts liegen lassen kann, ohne dass er es umräumt. „Dann musst du halt aufräumen!“ Aber ich lebe in deren Wohnzimmer! Ich muss doch irgendwo auch was ablegen dürfen? Natürlich ist das alles nicht einfach, das verstehe ich ja, aber trotzdem. Man kann sich doch nicht beschweren, ich würde nicht aufräumen, wenn man mir die Gelegenheit gar nicht lässt. Und alles zu stapeln, dass ich alles durchwühlen muss, wenn ich was brauche, ist für mich auch kein aufräumen. Ich war so sauer, dass ich gesagt habe, dass er es nur sagen soll, wenn ich ausziehen soll. Jetzt geht er mir den ganzen Tag aus dem Weg. Ich bin ja wirklich ein absolut unordentlicher Mensch, aber ich kann mich doch nicht dafür entschuldigen, dass ich mehr Raum beanspruche als eine Zuchtsau.

Ich war heute auch in meiner Wohnung gucken. Da war aber keiner von der Renovierungsfirma. Jetzt weiß ich gar nicht, was die so meinen, wie lange es wohl noch dauert… was ich gesehen habe ist, dass alle Böden raus sind, alle Tapeten entfernt, der Holzbalken wurde ersetzt oder zumindest abgeschliffen…. es geht also voran. Und ich habe wieder gesehen, wie toll diese Wohnung ist und wie gut sie mir gefällt. Also war es eindeutig die richtige Entscheidung wieder dort einziehen zu wollen.

Und mein Fazit aus den letzten Tagen: Es findet sich. Ich freue mich auf die Dinge, die noch auf mich warten und ich habe das Gefühl, dass es nur noch toller werden kann, weil ich endlich anfange auf mich selbst zu hören und für einzustehen. Das tut wirklich unheimlich gut. Es ist noch nicht alles gut, ich habe meine Baustellen. Aber es festigt sich immer mehr das Gefühl, dass ich dem gewachsen bin und meinen Weg endlich gehen kann bzw. mich endlich traue ihn zu gehen. Und das ist ein gutes Gefühl.

 

 

Es gibt ein Bleiben im Gehen, ein Gewinnen im Verlieren, im Ende einen Neuanfang.

Die Schwere geht…

Ich habe es geschafft! Ich hatte heute meinen letzten Arbeitstag. Eigentlich habe ich mich schon gestern Abend gefreut. Und heute war es dann doch irgendwie seltsam. Ich habe eine Abschiedsrunde durch die Büros gemacht und habe teilweise die nettesten Gespräche in den letzten neun Monaten geführt. Schade eigentlich. Der herzlichsten Abschied kam aber von der lieben Verena vom Empfang. Sie hat mich auch schon mit „Juchu, letzter Tag!“ begrüßt. Hanna hat mich überrascht, als sie sagte, ich soll wirklich mal melden und zu Besuch kommen. Damit hätte ich ja im Leben nicht gerechnet! Ich habe wirklich gedacht, dass sie froh ist mich los zu sein.

Als ich dann raus war, musste ich lachen. Einfach lachen, weil etwas abgefallen ist.

Die letzten Tage war ich in der Mittagspause extra draußen, um Licht und Luft zu tanken. Ich bin spazieren gegangen und hab langsam und tief geatmet, um den Druck vom Brustkorb zu kriegen.
Und jetzt ist es schon viiiiiiel besser.

Meine Mama hat heute meinen Papa aus dem Krankenhaus abgeholt und so war ich dann im Schrebergarten, um Holzbriketts zu schleppen, die heute geliefert wurden. Ich habe natürlich deutlich weniger geschafft, als die Männer, als ich war trotzdem gleichzeitig fertig, weil ich den kürzesten Weg hatte. Da hat schon an der Ehre der Männer gekratzt, die überrascht waren, dass ich das überhaupt mache. „Du als Frau, machst das?“ Ja klar! Ich wüsste nicht, wie mir ein Penis beim Tragen geholfen hätte. Zum Biertrinken war ich dann nicht mehr eingeladen, aber mittags muss ich auch kein Bier haben. Die körperliche Belastung hat aber auch nochmal gut getan und so freue ich mich jetzt riesig auf mein langes Wochenende, meine Massage am Montag, meinen Therapietermin am Dienstag und dann am Mittwoch wieder in der neuen alten Firma durchzustarten.

Schwere

Seit gestern legt sich wieder eine Schwere über mich und drückt mir den Brustkorb zusammen. Mir fällt es schwer richtig zu atmen, weil es sich anfühlt als würde mich jemand zu Boden ziehen. Ich versuche jedes Geräusch zu vermeiden. Alles klingt laut, zu laut. Und vor allem… ich würde mich am liebsten irgendwo verstecken und kein Wort reden, niemandem verraten wo ich bin und dazu muss ich leise sein. Kein Geräusch von mir geben, damit mich niemand entdeckt und auf einmal seine Erwartungen an mich stellt. Und wenn es nur zuhören ist. Denn ich habe keinen Kopf dafür mich  mit den Geschichten anderer Menschen zu befassen. Und die beschweren sich hinterher und sagen mir, was für eine schlechte Freundin ich doch bin. Jaaa, weiß ich selbst.

Gedanken, Grübeleien und Fragen beschäftigen mich den ganzen Tag. Bin ich vielleicht doch selbst schuld, dass es hier nicht geklappt hat? Habe ich zu viele Fehler gemacht? Ich bekomme ein Arbeitszeugnis, wie soll das aussehen? Ich habe hier wahrlich nichts geleistet und schon gar nichts, was zu einer guten Bewertung führen könnte. Was ist, wenn ich zu viele Hoffnung in den Neuanfang stecke? Wenn die alten Kollegen sich doch gar nicht so freuen? Wenn es nur Geläster gibt? „Kommt nach 9 Monaten schon zurück! Was ist mit der? Fett ist sie geworden. Dabei hatte sie doch so gut abgenommen Abschiedsgeschenke kassieren und dann hier wieder ankommen….“

Ich weiß, dass das die Depri-Uschi ist, die nach mir greift und mir diese Ideen in den Kopf setzt. Aber was will sie jetzt? Ich kann das gerade nicht gebrauchen. Und ich will sie auch nicht! Immer wenn ich positiv bin und wirklich glaube, dass es sich zum Guten wendet, kommt sie und versucht es kaputt zu machen. Vielleicht ist es auch ein Test. Sie probiert, wie fest ich in meiner Zuversicht bin. Aber vielleicht hat sie auch Angst, dass ich sie vergessen könnte, dass ihre Rolle in meinem Leben noch kleiner wird. Und dann muss sie mich daran erinnern, dass sie auch noch da ist, dass sie so leicht nicht aufgibt und dass sie nicht so schwach ist, wie es mir lieb wäre.

Als ich mir heute einen Kaffee geholt habe, habe ich mit einer Kollegin gesprochen, natürlich über meine Kündigung.  „Wir beglückwünschen jeden, der es schafft hier rauszukommen!“ Das zeigt doch, dass ich gar nicht so verkehrt sein kann. Und selbst wenn mein Zeugnis nicht so toll ist, selbst wenn es richtig mies ist. Wer sagt, dass ich das bei zukünftigen Bewerbungen mitschicken muss?

Auch bei meiner Bürokollegin habe ich die Sätze „Manchmal wundere ich mich, dass die Leute bei uns nicht schreiend weglaufen“ und „Wissen Sie was das schlimmste ist? Ihr alter Arbeitgeber hat sie zurückgeworben!“ aufgeschnappt. Mir war es nicht bewusst, dass gerade das so viel ausmacht. Außerdem sprach sie davon, dass sie hier als Eisklotz bezeichnet wird, aber trotzdem mit einem Lachen zur Arbeit kommen würde, weil es ihr egal wäre. So sehr ich die Einstellung befürworte, sich nicht zu sehr um die Meinung anderer Leute zu scheren befürworte, für mich wäre es ein Alptraum, wenn jemand so von mir reden würde! Ich glaube, die Kälte ist vor allem Fassade und vermutlich reiner Selbstschutz, aber trotzdem… mir laufen heute immer wieder Schauer über den Rücken. Aber es zeigt, dass ich hier nicht hingehöre, dass ich es richtig mache und wohin das alles führt, werde ich sehen. Ich lasse die Depression nicht mehr gewinnen, ich lasse mich nicht bestimmen. Auch wenn diese Schwere kaum zu ertragen ist und ich davon niemandem erzählen kann, der es auch verstehen würde.

 

 

 

 

Von Facebook geklaut, aber es ist toll!

​Mein Freund/meine Freundin: Meine Tür ist immer offen, der Wasserkocher ist schnell an, für Kaffee bedarf es nur einen Knopfdruck und mein Sofa ist immer warm und ein Ort des Friedens. Alle meine Freunde, die reden möchten sind jederzeit willkommen. Es ist nicht gut zu Schweigen. Ich habe Wein im Schrank, Bier im Kühlschrank, Tee & Kaffee und ich werde immer hier sein … 
Ich bin gerne für dich da!!! 💗
Blue Montag ist ein Name, der einen Tag im Januar (typischerweise der dritte Montag des Monats) beschreibt, der Tag der meisten Depressionen des Jahres, und der Januar ist der beliebteste Monat für Selbstmorde, es ist immer gut zu reden, aber noch besser zu zu hören …
Wer das genauso sieht, darf den Beitrag kopieren und erneut posten (bitte nicht in meinem Namen teilen)!
Ich versuche hiermit zu zeigen, dass jemand immer zuhört. Immer!

Die Sache mit den Mokassins

Leider nicht von mir, sondern hier entnommen: https://editionf.com/was-heisst-seelische-gesundheit

Aber es spricht mir aus dem Herzen! Und auch der Rest des Artikels bringt vieles passend auf den Punkt!

 

„Ich will Anerkennung.

Ich will Würde.

Nicht nur für mich, sondern für alle Menschen, die weiter kämpfen und nicht aufgeben. Und die trotzdem immer ein bisschen am Rande der Gesellschaft stehen. Als die Sensiblen, Labilen, die „mit dem Dachschaden“, wie sie bei uns im Unternehmen gern mal süffisant genannt werden. Die etwas leiser sind oder etwas lauter. Die vielleicht irgendwie schräg wirken oder hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, weil sie ständig mit verknoteten Schnürsenkeln im Kopf herumlaufen.

Ich will breite Kompetenz und einen Tabubruch.

Ich will Aufklärung.

Ich will nie mehr pseudo-spirituelle Menschen hören, die etwas von „spirituellem Versagen“ oder „Gesetz der Anziehung“ faseln, wenn ich eine depressive Phase habe und um mein Leben kämpfe.

Ich will, dass Menschen wissen, dass ich nicht seelisch gebeutelt bin, weil ich schwach bin oder faul oder nicht belastbar. Ich habe mich an den eigenen Haaren aus der tiefsten seelischen Gosse gezogen. Das soll mir so erstmal einer nachmachen.

Ich denke gerade an den abgedroschenen Mokassin-Spruch: „Urteile nie über einen anderen, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“ Aber ja, der macht verdammt nochmal Sinn, bevor man jemanden in eine wertende Schublade steckt.“

Insomnia und warme Milch mit Honig

I can’t get no sleep!

Das kenne ich so gut. Es gab Zeiten, da bin ich todmüde ins Bett und sobald ich lag, ging das Kopfkino los. Wie geht dieser Spruch nochmal? Und mein Hirn so, wenn ich versuche zu schlafen: „Ein Schaf, zwei Schafe, drei Kühe, Schildkröte, ENTE, KLAPPSTUHL, YAYAYA COCOJAMBO YAYA YEAH!“ Na ja, Cocojambo klingt ja noch nach Spaß oder zumindest halbwegs witzig. Aber ich habe mich regelmäßig selbst in den Wahnsinn und in die absolute Schlaflosigkeit getrieben. Nicht nur, dass ich den Tag durch meine depri-schwarze Brille Revue passieren lies und mich und mein Verhalten mit einer Boshaftigkeit beurteilte, die für mich selbst heute schwer zu ertragen ist. Warum hast du nicht so reagieren? Warum vergraulst du alle Menschen um dich herum? Was stimmt nicht mit dir, dass dich niemand liebt? So fett wie du bist, will dich niemand. Klein, dick, hässlich mit Brille. Was passiert, wenn auffällt, dass du gar nichts kannst? Heute tun mir diese Gedanken weh, aber es gab Zeiten, da waren diese Fragen ganz selbstverständlich für mich. Und ich habe wieder und wieder nach Antworten gesucht. Und dazu dann noch Angst vor der Zukunft. Weil ich immer das Gefühl hatte überhaupt gar nichts in der Hand zu haben. Wozu kämpfen, wenn sowieso immer irgendetwas dazwischen kommt? Wenn du nur zuschauen kannst, wie andere das haben und bekommen, wofür du so kämpfst. Lohnt sich das alles überhaupt noch? Damit kann man sich locker, um den Schlaf bringen. Den nächsten Tag ist man müde, ausgelaugt und kraftlos. Also bestätigt sich wieder das Bild, dass man sowieso nichts auf die Reihe bekommt. Es ist fürchterlich. Und wenn man sich dann traut und sich jemandem anvertraut so offen und ehrlich wie man kann und es kommt direkt ein „Natürlich lohnt es sich!“, dann ist das wie ein tritt in den Magen. Also stelle ich mich nur an? Du siehst mich nur von außen und meinst, du kannst beurteilen, wie es ist? Und zack, überreagiert, wieder ein Mensch weniger. Entschuldigen hat keinen Sinn, denn derjenige wird mich wieder nicht verstehen, wird wieder nur über mich urteilen… als ob ich das nicht schon nicht zur Genüge machen würde….

Ich war auch schon mal so weit, da habe ich Schlaftabletten genommen. Ich war es leid, nachzudenken. Ich wollte nicht mir nicht mehr wieder und wieder die gleichen Fragen stellen. Ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Damals ging es um einen Mann, der schon bei seinem Namen gelogen hat und plötzlich verschwunden war. Ghosting nennt man das wohl. Mir hat es alles schlechte bestätigt, was ich jemals über mich gedacht habe. Ich wollte mich einfach nur noch wegschießen. Aber zu welchem Preis? Nach guten zwei Wochen konnte ich gar nicht mehr schlafen. Also ohne Tabletten. Schritt für Schritt habe ich die Dosis halbiert bis es ganz ohne ging. Diese Abhängigkeit machte mir eine riesige Angst.

Kampf gegen die Schlaflosigkeit

Wenn ich als Kind nicht schlafen konnte, musste ich heiße Milch mit Honig trinken. Und ich hasse Milch! Außer im Milchkaffee und da schütte ich den letzten Rest weg. Auch Kakao und Milchshakes finde ich wirklich ekelig. Eigentlich ist Milch ja auch abartig – es sei denn, man ist zufällig Kalb. Das kann doch für uns nicht wirklich gesund sein! Und dann auch noch warm und mit so viel Honig, dass es im Hals kratzt. Ich habe es gehasst! Und so habe ich lieber unter der Bettdecke gespielt oder gelesen, als meinen Eltern zu sagen, dass ich nicht schlafen könne.

Ich kenne alle möglichen Tipps und Tricks. Dieses oder jenes zuletzt essen oder auf keinen Fall essen, nochmal aufstehen, mehr Sport, damit man ausgepowert ist…. als würde es den Kopf und die Seele interessieren, wenn der Körper müde ist….

Warum ist es plötzlich anders? Ich wusel abends rum, mache noch Rätsel, häkle, spiele mit den Katzen. Das könnte ich bis tief in die Nacht. Aber kaum ist das Licht aus, schlafe ich ratz-fatz ein. Das kenne ich so überhaupt nicht. Das soll auch nicht heißen, dass ich mir es wieder anders wünsche. Ich wundere mich nur. Und ich frage mich, ob es eine positive Entwicklung ist, oder ob mir etwas anderes so die Kraft raubt, dass ich einfach gar nicht kann, z.B. dieses Immer-zu-viel-auf-einmal-wollen.  Ich könnte immer mehr machen, mehr erledigen, mehr schaffen. Aber andererseits bin ich gerne faul. Ich mag es auf der Couch zu liegen mit einer der Katzen auf dem Bauch, da muss der Staubsauger dann warten. Trotzdem bin ich abends dann sauer, dass schon wieder nicht gesaugt wurde.

Meine Schlafstörungen sind auch nicht komplett weg. Letztens habe ich tatsächlich die ganze Nacht wach gelegen und auf den Morgen gewartet. Aber es ist bei weitem nicht mehr so extrem. Vielleicht sollte ich (endlich mal!) meinem Weg vertrauen.