Bilanz nach zwei Monaten

Aaalso, das Thema Pülverchen ist durch und ich brauche eine neue Strategie bzw. ich bleibe einfach so dran. Gesündere Ernährung bzw. auch mal die Mengen überdenken. Mir ist in den letzten Tagen richtig bewusst geworden, dass ich ein Aufesser bin! Ich stopfe alles in mich rein, um keine Reste zu haben. Also entweder muss kleinere Portionen kochen, oder und das ist fast noch besser, ich fange endlich an, darauf zu hören, was mein Körper mir sagt. Also neue Aufgabe gefunden.

Im letzten Monat habe ich ungefähr 3 kg abgenommen. Viel ist das wieder nicht, aber ich hatte auch viele Tage dabei, in denen Belohnung, Entspannung usw. mal wieder Chips und Currywurst-Pommes hieß. Als ich das letzte Mal in meinem Nachbars-Imbiss war, wurde ich mit „So wie immer?“ begrüßt. Oooh, war mir das unangenehm. Es spricht natürlich auch für einen Gastronomen, wenn er sich sowas merken kann, aber bei mir ist jetzt trotzdem erstmal Pommes-Pause angesagt. Aber vor dem Hintergrund ist die Abnahme super. Und soviel zum Thema, mein Körper will nicht unter 85 kg. Ich hoffe so sehr, dass ich in einem Monat berichten kann, dass die 8 vorne weg ist. Insgesamt bin ich jetzt 9 kg leichter, als mein April-Höchstgewicht und merke schon, dass ich den Gürtel enger schnallen kann, und die ein oder andere Hose besser oder wieder passt. Puuuh. Der Ärger über meine Zunahme ist nicht weg, aber er blockiert mich nicht  mehr so.

Donnerstag war ich wieder beim Yoga und weil der Kurs da noch so jung ist, macht der Studiobesitzer gerne Facebook-Live-Videos. Beim letzten hat es mich erwischt. Ich war direkt vorne im Bild und konnte schön meine Speckrollen präsentieren. (Weite Kleidung ist  einfach unheimlich unpraktisch.) Anstatt mich zu freuen, dass ich mithalten konnte – obwohl mir eindeutig Kraft fehlt –  habe ich nur noch Rollen gesehen. Aber anstatt darüber Tränen zu vergießen, habe ich den Filmer angeschrieben, dass ich das eigentlich nicht so cool finde. Aber als er anbot, das Video rauszunehmen, habe ich gesagt, er soll es lassen. Wenn es auch nur einen Specki gibt, der sich denkt, „Die mit den Speckrollen kann das auch, da bin ich nicht alleine!“ und sich traut auch was zu machen, dann hat sich das alles mehr als gelohnt und ist vor allem wesentlich mehr wert als die gekränkte Eitelkeit. Und die Speckrollen sind ja nun mal da. Und dann musste ich mich über mich selbst wundern. So hätte ich früher niemals reagiert und niemals so reagieren können. Er hat mir natürlich auch angeboten beim Thema abnehmen zu unterstützen, aber keine Ahnung. Da brauche ich irgendwie mehr Vertrauen und vor allem – einen geschützten Raum! Und den nimmt er mir ja schon beim, eben indem er mit dem Handy herumläuft und die Videos online stellt. Deswegen sag ich ja, dass das nicht mein Herzensyoga ist. Da fehlt einfach das liebevolle. Aber vielleicht hole ich mir das übers Tanzen und Reiki. Denn das totale Auspowern und danach spüren, dass der Körper ordentlich gearbeitet hat, das macht gerade so richtig Spaß.

ICh wollte ja nicht mehr nur auf die Waage hören, sondern auch auf die Maße. Aber ich glaube, ich bin zu blöd zu messen. Man muss zumindest ungefähr die gleiche Stelle finden und dann richtig ablesen. Heute habe ich gemerkt, dass ich bei meinem Maßband nicht so richtig schnalle, wo der Wechsel zwischen den Zentimetern ist. Da kommt die Verwirrung wieder raus. Denn laut meiner Messung hätte ich am Bauch z. B. zugelegt. Kann das denn sein? Wo genau eigentlich die Hüfte ist, weiß ich auch nicht so richtig. Also alles gar nicht so einfach. In der Taille geht es ja ganz gut, und da sind in zwei Monaten 4cm weg. Das ist ganz gut, würde ich mal behaupten.

Wir werden sehen, wie es weiter geht. 🙂

 

Reingefallen…

Ich bin auf ein  Multi Level Marketing  reingefallen. Im Grunde die moderne Form des Schneeball-Systems. Gott sei Dank noch nicht als „Verkäufer“, aber als Käufer.

Die Verzweiflung um Figur und Gewicht hat dafür gesorgt, dass ich mich auf „One simple Chance“ (OSC) eingelassen habe. Deswegen auch meine „kleinen Veränderungen“.  Im Grunde beinhaltet das Ganze, zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken, 10 Minuten Workout täglich und ein bis zwei Mahlzeiten durch einen Shake zu ersetzen. Die Shakes kommen von Juice Plus. Es werden auch Kapseln verkauft, aber das Pulver ist schon so unfassbar teuer, dass ich (zum Glück) auf die Kapseln verzichtet habe. Nun ist es so, wie es auch mit jedem Eiweiß-Shake bei mir war. Ich kann das Dreckszeug nicht mehr sehen! Es schmeckt künstlich, ekelhaft süß und die Inhaltsstoffe sind auch eher fragwürdig.

Was mich dazu gebracht hat, trotzdem mitzumachen? Es ist ja nicht so, als würde man das vorab nicht einfach in den Untiefen des Internets finden und als wüsste ich nicht vorher, dass ich den Geschmack diverser Pulver alle ekelhaft künstlich finden würde…. Überhaupt Shakes…. Ich mag schon keine Milch. Und Mahlzeiten zu ersetzen kann doch nicht gesund sein.

Aber die Verzweiflung war zu groß. Ist sie im Grunde immer noch. Ich bin so unzufrieden mit meiner Figur, meinem Körper und  meinem Gewicht und ich schaffe es nicht so richtig, die Kurve zu bekommen. Ich habe mir mit OSC keine Wunderlösung erhofft, aber einen kleinen Anstupser. Den habe ich im Grunde ja auch bekommen, z.B. indem ich mich wieder mehr, darauf achte ausreichende zu trinken,  und indem ich mir wieder angewöhnt habe zu frühstücken. Also habe ich gar keine Mahlzeiten ersetzt, sondern eine dazu genommen. Und trotzdem habe ich einige Kilos verloren. Natürlich nicht die Massen wie andere, aber immerhin. Es gibt Videos mit Sportübungen, WhatsApp und Facebook-Gruppen usw. usf. Eigentlich ist das tatsächlich ganz geschickt gemacht. Aber die Leute, die dich betreuen kommen weder aus dem Ernährungs-, noch Fitnessbereich, sie verkaufen einfach einen „Lifestyle“. Aber will ich einen Lifestyle indem ich teure Produkte kaufe und dadurch Mahlzeiten ersetze, anstatt mich damit auseinander zu setzen, was und wie viel ich esse? Lerne ich überhaupt irgendetwas, wenn ich nur Pülverchen mische? Es heißt ja sogar „Verbote sind verboten!“.

Was mich jetzt aber besonders ins Zweifeln bring, sind tatsächlich die Inhaltstoffe. Auf der Zutatenliste steht Fruktose an zweiter Stelle. Zu Beginn habe ich ein paar PDFs mit Informationen bekommen, in den es hieß, dass man Zucker eher meiden sollte und auch bei Fruktose aufpassen sollte. Wie passt das denn zusammen? Auch in den Nährwerttabellen, sieht man, dass gute 40 Gramm Zucker auf 100 Gramm Pulver kommen. Das ist doch kein Mahlzeitenersatz, das ist eine Süßigkeit! Das kann doch kein Lifestyle sein, sich mit Zucker vollzustopfen und stattdessen (zumindest für diese Mahlzeit) auf z.B. Gemüse zu verzichten. Bei meiner Mentorin nachgefragt, hieß es, dass das Produkt aus der Schweiz kommen würde und dort die Werte als zubereiteter Shake angegeben werden müssen. Der hohe Zuckeranteil würde also vor allem durch die Laktose kommen. Außerdem hätte Fruktose einen sehr niedrigen glykämischen Index und daher auch für Diabetiker geeignet. Aber es ist sowohl Pulver als auch zubereiteter Shake angegeben. Müsste sie das nicht wissen? Sehr seltsam…. Ich werde immer skeptischer und ich glaube nicht, dass das wirklich gesund sein kann.

Als ich mich dafür entschieden habe, hieß es noch, ich könnte jederzeit die Pakete zurückschicken und würde mein komplettes Geld zurückbekommen. Ganz egal, wie viel Pulver ich schon verbraucht hätte. Komisch, der Shop ist nicht zu erreichen, der Kundenservice natürlich so ausgelastet, dass die Antwort dauern kann. Ich fürchte ja eher, das ist Konzept und fühle mich gerade ganz schön dumm, dass ich auf sowas reinfalle…

 

1. Tag der kleinen Veranderungen

Ich bin ein großer Fan von bodyacceptance und bodydiversity, d.h. ich glaube daran, dass wir alle unterschiedlich sind und unterschiedliche Korperstrukturen haben. Das wird uns nur ständig anders vorgelegt. Und deswegen ist es wichtig, sich selbst zu lieben und anzunehmen. Ich bewundere Frauen wie Ashley Grausam und Tess Holiday und finde, sie sind absolute Granaten. 

Jetzt kommt das große aber! Denn so sehr ich versuche meinen Körper wertzuschätzen und anzunehmen, wie er gerade ist, umso mehr spüre ich, dass mein Übergewicht eine Last ist mit der mein Körper sich abmühen muss – eine Belastung, die ich ihm auferlegt habe und die er zu tragen hat. Und das ist einfach zu viel. Mit dem Bluthochdruck hat er mir doch schon gezeigt, dass er überfordert ist. Gestern habe ich mein Fahrrad von meinen Eltern abgeholt und bis dann die 4km nach Hause gefahren. Abgesehen davon, dass der Poppes weh tat, kam ich auch schon ins Schwitzen. Bei 4km!

Deswegen werde ich das jetzt ernsthafter angehen! Ich habe genug gejammert. Heute morgen gab es Pancakes aus einer Banane, zwei Eiern (kann man sich gut merken hihi) und Haferflocken. Und jetzt soll es jeden Tag ein bisschen Sport sein. Ich will wieder zu meiner Schwester radeln können (etwa 25 km) ohne ein Sauerstoffzelt zu benötigen. Ich möchte im nächsten Jahr beim Firmenlauf mitmachen können. Ich würde gerne einen Hindernislauf mit Anna mitlaufen. Das hatte ich ihr in dünneren und fiteren Zeiten versprochen. Ich möchte einen Körper auf den ich stolz bin und mit dem ich wieder in eine Sauna gehe. Das möchte ich gar nicht von einem bestimmten Gewicht abhängig machen, aber von einem Gefühl. Und deswegen wird die Waage erstmal verbannt. Die macht mich nur verrückt. 

Ich starte jetzt mit 86 kg. Eigentlich wollte ich auch meine Maße nehmen, aber ich habe gar kein Maßband. Das wird also nachgeholt. Und ich habe eine Freundin gebeten Fotos zu machen, damit ich auch damit noch eine Entwicklung sehen kann. Alleine die Frage ist mir unfassbar schwer gefallen und die Fotos werden es nochmal…

Aber ich will es jetzt unbedingt schaffen und meinen Körper im wahrsten Sinne erleichtern!

Wiegeritis

Es geht schon wieder los…

ich habe jetzt insgesamt 5,5 kg abgenommen und schon geht es wieder los. Ich würde mich am liebsten nur noch wiegen. Ich gehe abends schon mal auf die Waage, um abschätzen zu können, ob sie morgens wohl weniger anzeigen wird. Und morgens muss ich mich mehrmals wiegen, weil ja vielleicht doch noch ein bisschen runter geht. Da meine digitale Waage davon vollkommen unbeeindruckt blieb, und ob Kleidung oder nicht, vor oder nach der Toilette stur das Gleiche anzeigte und nun natürlich die Batterie leer ist, wiege ich analog. Da kann man die Feinheiten zwar nur ungefähr schätzen, aber ich sehe auch kleine Unterschiede.  Und ich weiß  nicht, ob das gut oder schlecht ist.

Denn ich neige zu „magersüchtigen Gedanken“. Das nenne ich so, weil ich seit der Pubertät noch nie in die Nähe vom gefährlichem Untergewicht war, ja nicht mal in der Nähe von Untergewicht. Aber die Gedanken kenne ich. Sich darüber zu freuen, wenigstens über seinen Körper Kontrolle zu haben. Stolz zu sein, dass man den Tag mit nur einem Rosinenbrötchen überstanden hat….

Im Grunde weiß ich, man soll sich nicht jeden Tag wiegen, und dass Schwankungen gerade bei Frauen vollkommen normal sind. Und trotzdem ärgert es mich. Der Tag gestern war anstrengend und auf dem Nachhauseweg wurde mir mehrmals die Vorfahrt genommen, an der Tankstelle war mein gegenüber nicht bereit den Rückwärtsgang einzulegen, so dass ich einfach mal rückwärts auf die Hauptstraße fahren musste, damit der Herr bequem losfahren konnte. Sowas reicht schon, damit ich schlechte Laune bekomme und dann das dringende Bedürfnis verspüre etwas zu essen. Nein, nicht etwas, sondern viel und fettig oder süß. Dass ich direkt neben einer Pommesbude wohne, macht die Situation dann auch nicht besser.
Gestern habe ich es aber geschafft und habe dem widerstanden. Es gab Wraps mit viel Gemüse, Kräuterquark und Eiern. Und was ist? Heute Morgen sagt die Waage wieder mehr. Das regt mich auf. Ist das jetzt die Belohnung dafür, dass ich mir die Pommes nicht gegönnt habe? Danke Körper – du Arsch!
Gleichzeitig weiß ich, dass so nicht stimmt. Ich habe gestern den ganzen Abend geschlafen. Ich hab mich also direkt nach dem Essen überhaupt nicht mehr bewegt. (außer gegen halb 1 vom Sofa ins Bett) und eben die normalen Schwankungen. Und ich will auch nicht gegen meinen Körper sein. Ich will, dass er mein Zuhause ist und ich will ihn nicht länger als etwas sehen, mit dem ich im Grunde nichts zu tun habe. Aber das ist soooooo schwer. Ich möchte mich einfach nur wieder in meiner Haut wohl fühlen.

Auf dem Weg zu mehr Leichtigkeit

Hallo ihr Lieben,

im Moment ist es ein bisschen ruhiger bei mir, weil ich meine Ruhe so sehr genieße. Ich komme nach Hause und muss mit niemandem mehr reden, keiner wuselt um ich rum, außer den Katzen. Aber die zählen nicht. Also weiß ich gerade selbst nicht, wie es hier weiter geht.

Aber ich habe mir etwas überlegt: Ich werde die Kategorie „Fasten“ wieder aufleben lassen.

Auch wenn ich nicht im eigentlichen Sinne faste oder fasten werde. Auch das intermittierendes Fasten habe ich aufgegeben, weil mir das zu unflexibel ist.

Ich habe die letzten beiden Tage sehr wenig gegessen (also für meine Verhältnisse) und nach der ganzen Völlerei und Fressanfällen in den letzten Monaten fühlt es sich großartig an. Mein Magen und Darm kommen zur Ruhe. Die beiden reagieren immer empfindlich auf Stress und haben unter Garantie auch sehr darunter gelitten immer und immer vollgestopft zu werden. Und jetzt ist einfach ein bisschen Ruhe. Und die Pause jetzt fühlt sich großartig an. Diesmal habe ich auch überhaupt kein schlechtes Gewissen. Eine ehemalige Freundin hat mir in meiner Abnehmphase immer eingeredet, ich müsse mindestens meinen Grundumsatz essen und hat mir zur Not eben Schokoriegel reingewürgt. Na ja, gegessen habe ich schon selbst, aber eigentlich eher um meine Ruhe zu haben. Und so sehr ich mich geweigert habe, jetzt lese ich doch „Fettlogiken überwinden“. Ich dachte, die Autorin wäre auch eine a la Sophia Thiel; weil sie selbst abgenommen hat (wovor ich durchaus Respekt habe), meint sie jetzt, sie weiß, wie es für jeden funktioniert. Manchmal glaube ich, das ist wie mit den Rauchern. Die Ex-Raucher sind die schlimmsten. Nichtraucher. Und so eine wollte ich nicht unterstützen. Aber sie arbeitet mit Studien und saugt sich ihre Aussagen nicht aus den Fingern. Und sie sagt z.B. dass man eben nicht unbedingt seinen Grundumsatz essen muss. Und deswegen mache ich mich keinen Stress, dass es jetzt gerade mal zwei Tage weniger ist was ich gegessen habe.  Und ich möchte auch wieder abnehmen, weil ich mich so nicht wohl fühle. Es ist einfach eine Last, die ich mit mir herum trage, die ich nicht brauche. Ich werde jetzt nicht jeden Tag berichten was ich gegessen habe, eher wie es aktuell läuft, was die Waage so sagt (wenn ich mich das traue) und vielleicht auch „sportliche“ Erfolge. Ich habe das sportlich in Anführungsstriche gesetzt, weil ich mich im Moment schon über Kleinigkeiten freue. Heute war ich z.B. während der Mittagspause einkaufen. Das sind vielleicht 2km, die ich zügig gegangen bin, ohne dass ich Schmerzen im Fuß hatte. Und das freut erleichtert mich einfach so, weil ich sehe, dass die Idee, wieder Bewegung reinzukriegen schon kleine Fortschritte zeigt.

Ich möchte einfach wieder mehr Leichtigkeit und dass auch körperlich. 🙂

Also brauche ich eigentlich noch einen schmissigeren Namen als „Fasten“.

Oh, ich sehe gerade, dass ich die Kategorie schon gar nicht mehr habe. Dann brauche ich erst recht eine Neue.