Nach meinem letzten Beitrag habe ich das Gefühl, noch etwas richtig stellen zu müssen.

Mir ging es nie darum zu sagen, dass Intra- oder Extraversion besser ist als das jeweils andere. Es ist eben nur anders mit den jeweils passenden Eigenschaften. Aber mir ist klar, dass sich das immer nicht immer alles so klar trennen lässt. Es gibt auch schüchterne, extravertierte Menschen und alle möglichen anderen Kombinationen, die auf den ersten Blick vielleicht zusammengehörig erscheinen.

Ich wollte auch nie sagen, dass Introvertierte nicht fröhlich sind und sein können, nur die Quelle ist eine andere. Was ich sagen wollte ich, dass bestimmte Eigenschaften mit einhergehen (können), die  mir gar nicht entsprechen und die ich vielleicht auch gar nicht für besonders erstrebenswert halte. Eben in dem Zusammenhang, dass ich mir bestimmte Charakterzüge unbedingt aneignen wollte, aber nicht gesehen habe, dass das nur in Zusammenhang mit anderen Ansichten, Eigenschaften, etc. geht, die ich vielleicht nicht so schön finde. Sprich: es ist eben zu einfach sich nur die Rosinen herauspicken zu wollen.

Aber ich gebe auch zu, dass ich mich jahrelang klein gemacht habe und das es jetzt ab und zu mal umschlägt. Also stimmt das mit dem Snob vielleicht doch ein bisschen, aber eigentlich aus reinem Selbstschutz und nicht, weil ich mich wirklich für etwas besseres halte.

Aber vielleicht sehe ich das generell alles viel zu eng und bin zu sehr in Kategorien gebunden und sollte einfach auf mein Bauchgefühl und mein Herz hören, womit es mir gut geht, egal ob und was andere dazu sagen. Und es ist alles ein Spiel aus Auf und Abs, laut und leise, schnell und langsam,… und alles gehört dazu und ist gut, wie es ist.

Es war mir ein Bedürfnis, das noch zu sagen, sonst hätte ich nicht schlafen können. Und jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht.

Danke für euren Input, und dass ihr mich so zum Nachdenken bringt.

 

Die beste Freundin ist wie die erste große Liebe.

Es gibt Frauen, die können nicht ohne beste Freundin. Einer Person, der sie alles erzählen, alles teilen….

Ich habe sowas nicht und hatte es auch nie. Lustigerweise sind die, die sagen, dass diese „Beste-Freundinnen-Getue“ doch Kinderkram wäre, immer genau die, die schon immer eine hatten.

In meiner Kindheit und Jugend hätte ich alles dafür gegeben, von irgendwem als beste Freundin bezeichnet zu werden. Ich war überzeugt, dass mich das aus der Masse hervorheben würde, als deutliches Zeichen, dass ich für jemanden etwas besonderes war. Leider habe ich das nie erlebt. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass ich immer in Dreier-Gruppen steckte. Das fing schon in der Grundschule an, als ich mich mit einem Zwillingspärchen anfreundete und ging immer so weiter. Und oft war ich eher das Anhängsel, zumindest hatte ich mich meist so gefühlt. Die anderen zwei sind die besten Freundinnen und ich habe mich damit abgefunden, den gleichen Status nie erreichen zu können. Das schlimmste an diesen Dreierkonstellationen erlebt man dann, wenn es schwierig wird. Denn ganz schnell sind zwei gegen einen. Die besten Freundinnen haben sich natürlich schon längst ausgetauscht… Und ich stehe da, bekomme es von allen Seiten und weiß gar nicht mehr, was ich machen soll.

Ich habe auch keine typische Sandkastenfreundin. Darüber habe ich mir auch schon stundenlang den Kopf zerbrochen. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so leicht, mit mir mitzuhalten. Irgendwie mag ich ja auch Umbrüche und ich beende lieber den Kontakt zu Menschen, als in der Freundschaft, Beziehung oder Bekanntschaft unglücklich zu sein. Na ja, wenn ich ehrlich bin, dann ist es manchmal auch der einfachere Weg den Kontakt abzubrechen, als sich wirklich einem Konflikt zu stellen und anschließend wieder eine normale, freundschaftliche Basis aufzubauen. Das habe ich ein einziges Mal geschafft und im Grunde, war es überhaupt nicht mein Verdienst. Denn die Andere hat einfach nicht aufgegeben. Und jetzt bin ich wieder in einer Dreiergruppe. Als Dritte, die irgendwie doch nicht so richtig dazu gehört.

In einer anderen Dreiergruppe, hat sich eine Freundin heute verlobt. Die dritte im Bunde, hat letztes Jahr geheiratet und ich der einzige Dauersingle.

Ich habe schon lange verschiedene Grüppchen, die nichts miteinander zu tun haben. Und eigentlich finde ich das super. Ich bekomme so unterschiedlichen Input und Ideen. Ich kann verschiedene Seiten und Facetten ausleben und das genieße ich. Ist es da so schlimm dass es niemanden gibt, der alle in- und auswendig kennt? Ich will auch überhaupt nicht, dass jemand alles von mir weiß. Okay, hier schreibe ich sehr persönlich und offen. Aber meine Freunde wissen nichts von meinem Blog. Müssen sie auch nicht. Da ist es mir wichtig zu entscheiden, wem ich was erzähle. Auch Partnerschaft und beste Freundin ist so ein Thema, bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen, wenn andere darüber reden. „Er hätte mit mir reden können, das hätte geholfen!“ Ich würde das nicht wollen. Ich würde nicht wollen, dass mein Partner und meine Freundin über mich reden. Schon wieder zwei, die einen ausschließen…. Ein Albtraum.

Und deswegen genieße ich meine Freiheit, meine jungen und alten Freunde, meine vernünftigen und verrückten, die ich alle im Herzen habe, aber von denen ich niemanden hervorheben möchte und auch nicht bedingungslos alles teilen möchte. Aber ich gräme mich nicht mehr damit, dass ich damit auch für niemanden die beste Freundin bin. Denn das wertet mich nicht ab, ich bin da einfach anders…